Lokalsport Südpfalz Tritt in den Hintern

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BELLHEIM (thc). Wow, 3:0 nach wenigen Minuten. Doch Jens Zwißler, der Trainer der SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam, spürte wohl da schon, dass es nicht wie üblich gut laufen sollte für seine Mannschaft in der Frauenhandball-Oberliga gegen einen starken Gegner. Mit 24:26 (14:11) gab es am Samstagabend die erste Niederlage seit dem 12. September, dem Hinspiel in Wittlich.

Vor dem Schlagerspiel am kommenden Samstag in Kandel erwischte es die SG OBZ, weil nicht alle Rädchen griffen. Wittlich habe einen Tick besser gespielt, habe einfache Tore erzielt, was seiner Mannschaft gefehlt habe, habe verdient gewonnen, sagte Zwißler. Er habe so etwas geahnt. Wenn Wittlich komplett sei, sei es sehr stark. Dass Antje Haag im Tor nicht ihren besten Tag hatte, war nicht zu erahnen und legte ein großes Problem offen: Zwißler konnte sie nicht auswechseln, ihr eine Ruhephase geben, weil es keine zweite fitte Torhüterin gibt. Vier Würfe parierte Haag in den ersten Minuten, in denen OBZ das Spiel bestimmte. Sie ließ nach. Erst nach dem 11:7 brachte Zwißler seine Abwehrchefin, Alina Seither hat Probleme mit der Achillessehne. Sie wurde nicht richtig warm, konnte vorne am Kreis auch nicht mehr Akzente setzen als Theresa Prinz, die auf keine gute Aktion kam zwischen Wittlichs Abwehrspielerinnen, die das 6-0 exzellent spielten. Und Christina Völker brachte der Trainer nur für ein paar Minuten in der zweiten Hälfte. Die Erklärung: Sie sei gerade vom Skiurlaub zurückgekommen. Völker hatte bei keinem Wurf Glück. Stark spielte Christin Zekl-Brecht und erzielte vor der Halbzeit das 3:0, 7:5, 10:6 und 11:6. Julia Sefrin auf halb rechts warf das 1:0, 2:0, 4:1, spielte fast fehlerlos und hätte nach ihrem 17:17, 23:24 mit Siebenmeter und 24:24 ein Remis retten können. Haag hatte nach dem 24:25 einen Siebenmeter gehalten, dann zog Lena Urschel auf der Gegenseite das Foul, gab es Strafwurf für die Gastgeberinnen. Sefrin, die nach ihrem vergebenen Siebenmeter in der ersten Hälfte von Seither abgelöst worden war, bis diese im vierten Versuch erstmals scheiterte, warf den Ball über den Kasten. Von Ann-Kathrin Hauck, die auf halb links begann, kurz auf halb rechts spielte, kam zu wenig. Larissa Freund kam auf halb links auf eine Trefferquote von 40 Prozent. Sie erzielte das 9:5 und 21:21. Lena Urschel auf rechts außen traf bis zur Halbzeit dreimal nicht, erzielte später das 20:21 und 22:22. Laura Winter (zum 5:2 und 6:3 erfolgreich) oder Janina Weber (13:9, 14:10) verkörperten die gefährliche Linksaußen, nahmen sich viele Würfe, markierten nach der Pause aber kein Tor mehr. Deshalb lief es für Wittlich besser. Helen Schieke nahm sich Kernwürfe, Lisa Schenk auf halb rechts konnte die OBZ-Abwehr mehrmals bezwingen. Sie, Nicole Packmohr und Gwendolyn Barthen warfen 22 Tore und trieben den Gastgeberinnen die Angst zu verlieren in die Glieder. Beim 16:16 war Wittlich auf gleicher Höhe und ging danach immer wieder in Führung. Das 24:26 war die Entscheidung. Die Gäste jubelten, sangen „Auswärtssieg“, drehten sich im Kreis. Schöne Szene zum Schluss: Obwohl die Laune im Keller war, stellten sich die OBZ-Spielerinnen neben Wittlichs Spielerinnen auf und applaudierten den Fans. „Jetzt haben wir den Tritt in den Hintern gekriegt, den wir wohl gebraucht haben. Vielleicht sollte es so sein für nächste Woche“, sagte Zwißler. So spielten sie SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam: Haag - Sefrin (6/2), Zekl (6), Hauck - Urschel (2), Winter (2) - Prinz; Freund (2), Weber (2), Seither (3/3), Völker (1) - Spielfilm: 3:0, 9:5 (19.), 11:6 (24.), 11:9 (26.), 14:11 (Halbzeit), 16:16 (37.), 17:19 (44.), 21:21 (50.), 24:24 (56.), 24:26 (Ende) - Zeitstrafen: 3:5 - Siebenmeter: 8/5 - 2/1 - Beste Spielerinnen: Zekl, Sefrin - Schenk, Packmohr - Zuschauer: 180 - Schiedsrichter: Iversen/Rein (Saarwellingen)

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