Fußball
Tor aus 80 Metern: Ein Fall für das ZDF-Sportstudio? (Mit Video)
Der Treffer von Moritz Stoppelkamp, damals noch im Trikot des SC Paderborn, gegen Hannover 96 gilt als das weiteste Tor, das je in der Bundesliga erzielt wurde. Aus 82,3 Metern. Herxheims Mathis Mankopf kommt mit seinem Tor in Bretzenheim ziemlich nah ran.
Der Reihe nach: Es läuft die fünfte Minute der Nachspielzeit. Viktoria Herxheim führt im Verbandsliga-Spiel mit 3:2 bei der TSG Bretzenheim. TSG-Keeper Bastian Rosinus ist mit aufgerückt, das Tor verwaist. Die Herxheimer Hintermannschaft verteidigt die Führung, klärt fast auf der Torlinie einen letzten Bretzenheimer Angriff.
Und dann landet der Ball bei Mathis Mankopf. Der kontrolliert den Ball, geht ein paar Meter – und zieht einfach mal ab, aus gut und gerne 80 Metern. Der Ball setzt vor dem Strafraum auf und rollt knapp vor einem Bretzenheimer Spieler ins Tor.
Video zeigt 80-Meter-Treffer
Der Treffer war nicht nur der zum 4:2-Sieg für Viktoria Herxheim gegen die TSG Bretzenheim, sondern wohl auch das Tor des Jahres im Südwesten? Glücklicherweise gibt es eine Video-Aufnahme des Tors des Herxheimer Mittelfeldspielers. Wäre das Video nicht eines, für eine Bewerbung an der Torwand im ZDF Sportstudio? „Die Idee hatte ich noch nicht“, erklärt Mankopf.
Für den 20-Jährigen war es der zweite Treffer in der Partie. In der 75. Minute versenkte er einen Distanzschuss – aus „nur“ 30 Metern. „Das erste Tor war fast schwerer, das war mit dem schwachen Fuß“, scherzt Mankopf. „Ich habe geschaut, ob einer meiner Mitspieler frei ist und mir dann gedacht, der Schiedsrichter pfeift sowieso gleich ab“, schildert er seinen Gedankengang.
Trainer Bodemer: „Der Junge hat Potenzial“
Stehen solche extrem weiten Schussversuche häufiger auf dem Herxheimer Trainingsprogramm? Dort habe er so etwas noch nie versucht, betont Mankopf. „Wir schießen mal aus 50 Metern an die Latte, aber auch das klappt seltener als gewollt.“
Kurioserweise erkannte der Herxheimer Tross erst im Nachgang, was da in Bretzenheim passierte: „Uns wurde erst in der Analyse klar, wie weit das wirklich gewesen war“, sagt Trainer Jens Bodemer. Panik, weil da einer seiner Mannschaft aus 80 Meter aufs Tor zielt, die kam bei ihm nicht auf: „Das kommt auf den Spieler an“, erklärt Bodemer und ergänzt: „Ich habe Vertrauen in Mathis.“ Mankopf habe eine gute Technik, sei clever und recht komplett für sein Alter, führt der Trainer aus. „Potenzial hat der Junge, er könnte höher spielen.“
Nächster Weitschuss? Mankopf ist bereit
Für Mankopf endet der Weg in Herxheim nach der Saison. Der 20-Jährige wechselt zum FC Bienwald Kandel. In Herxheim habe er sich in immer wohlgefühlt. Ausschlaggebend sei jedoch sein alter A-Jugend-Trainer Yasin Özcelik, der in Kandel hinter der Bande steht. Ob er auch im neuen Trikot aus der weiten Ferne abziehen will? Mankopf: „Ich denke schon. Wenn das Tor leer ist, muss man es auch nutzen.“