Volleyball RHEINPFALZ Plus Artikel Nerven wie Drahtseile: Die TS Germersheim steigt auf

Die TS Germersheim feiert sich mit ihren Fans: „Die Nummer 1, die Nummer 1, die Nummer 1 in Rheinland-Pfalz.“
Die TS Germersheim feiert sich mit ihren Fans: »Die Nummer 1, die Nummer 1, die Nummer 1 in Rheinland-Pfalz.«

Die TS Germersheim hat es geschafft und den Meistertitel in der Landesliga geholt. Was im Play-off-Finale anfänglich nach einer relativ klaren Angelegenheit aussieht, entwickelt sich vor toller Kulisse zu einem Krimi, der nicht nur die Fans vor Ort mitfiebern lässt.

Ende gut, alles gut. Im Tiebreak haben die Landesliga-Volleyballer der TS Germersheim das Play-off-Finale in Saarburg gegen die TG Konz gewonnen. Vor Ort machten ihre Fans eine tolle Stimmung. Sie trieben das Team von Trainer Dominik Betsch, das im Laufe der Saison gerade mal zwei Sätze abgegeben hatte, zu einem starken Start.

Mit 25:20 ging der erste Satz an die TS. Dank Instagram-Livestream konnten viele Fans zu Hause mitfiebern. Selbst in Bangkok und Istanbul schauten ehemalige Aktive zu. Konz verpasste den Pfälzern im zweiten Satz mit einer 9:4-Führung den ersten Dämpfer. Die kamen zurück: 13:13, 18:15 für sie. Das nächste 25:20 rückte den Traum vom Aufstieg ein großes Stück näher.

Erste Schwächen

Doch es wurde ein Thriller. Die TG Konz startete ihre Aufholjagd. Germersheim zeigte erste Schwächen in der Block- und Feldabwehr und kam im Angriff nicht mehr so überzeugend zu Punkten. Die Gastgeber legten ein 9:4 vor und waren spielerisch und mental nun deutlich besser. In keiner Phase des dritten Satzes konnte TS-Zuspieler Felix Kühner seine Angreifer gut einsetzen. 25:21 für Konz.

Starker Defensive und druckvollem Angriffsspiel der Konzer standen zunehmende Ernüchterung und hängende Köpfe gegenüber. Betsch nahm früh beide Auszeiten und wechselte durch. Die Anspannung war ihm anzumerken, nicht nur bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen. Konz nutzte die Gunst der Stunde und zog gleich: 25:21, 2:2.

Tiebreak

Betsch musste all seine Künste in der Pause vor dem Tiebreak aufbieten. Sein Team ging mit 4:0 in Führung und war hellwach. Bei 10:6-Führung hatte Germersheim alles in der eigenen Hand, dann aber das: 11:11, 13:12 für Konz. Aber die Germersheimer bekam Nerven wie Drahtseile. Angeführt von Zuspieler Kühner und Diagonalangreifer Dominik Kuhn fuhr das Team drei Punkte in Serie ein. Kühner spielte Kuhn beim Matchball fast blockfrei, was der Angreifer nutzte. Danach brachen alle Dämme. Betsch fiel auf die Knie, vor Freude klopfte er auf den Boden. Spieler und Fans bildeten eine große Jubeltraube.

Stimmen zum Spiel

Auf der Heimfahrt kannte die Feier im Bus kaum Grenzen. Ein paar Stimmen: Felix Kühner: „Am Ende bin ich sehr froh, dass ich meine beiden Aufschläge im fünften Satz zum 15:13 übers Netz gebracht habe und Kuhni den Ball zum Matchgewinn fehlerfrei zuspielen konnte.“ Außenangreifer Kevin Peter: „Den ganzen Druck, der sich bei uns die letzten ein, zwei Jahre aufgebaut hatte, wollten wir einfach rauslassen. Das hat man auch nach dem Matchball gemerkt, als sich alle Emotionen auf dem Spielfeld entladen haben.“ Diagonalangreifer Dominik Kuhn: „In meinen 14 Jahren, die ich jetzt aktiv bin, habe ich persönlich noch nie ein so nervenaufreibendes Spiel erlebt. Ich habe immer versucht, ruhig zu bleiben und damit auch dem Team Stabilität zu vermitteln. Das Glück war dann auf unserer Seite.“

„Im Tiebreak war ich nervlich fast am Ende, weil ich nach Satz zwei gedanklich schon zu weit in Richtung Sieg gedacht habe“, sagte Betsch. „Dass wir dann abgebaut und Konz ins Spiel zurückgebracht haben, ist am Ende egal. Es zählt jetzt nur der Titel und der Aufstieg. Und das haben wir mit einer geschlossenen Teamleistung hinbekommen.“ Saarlouis, Bad Salzig und Guldental und andere sind die nächsten Gegner in der Oberliga.

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