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Mit Hand und Fuß: Sanja Oser und Annalena Seibel
Handball oder Fußball? Beides! So haben Sanja Oser und Annalena Seibel diese Frage für sich beantwortet. Die jungen Frauen haben viele Gemeinsamkeiten. In beiden Sportarten zählen sie zu den Leistungsträgerinnen ihrer Teams, sowohl in der Halle als auch auf dem grünen Rasen sind sie torgefährlich, beide haben früher noch andere Sportarten betrieben.
Sanja Oser spielte bis zum zehnten Lebensjahr in ihrem Heimatort Hagenbach Tennis. Beim SV Hagenbach begann sie früh, mit den Jungs Fußball zu spielen. Sie ging ins Tor. Ihr damaliger Mannschaftskamerad Johannes Hammer spielt heute in der ersten Mannschaft.
Zum SV Minfeld mitgenommen
Nach der C-Jugend war Oser nur noch für reine Mädchenteams spielberechtigt. Die Neuburgerin Miriam Zenker hat sie mit zum SV Minfeld genommen. Trainer Karl-Heinz Eberle stellte sie in den Sturm. In der Bezirksliga Vorderpfalz Süd für Siebenermannschaften hat Oser in fünf Partien sechs Treffer erzielt.
Die 20-Jährige ist schnell, temperamentvoll und ballsicher. Im vergangenen Sommer stand sie vor einem Wechsel zum badischen Landesligisten 1. SV Mörsch. In Minfeld beendeten einige Spielerinnen ihre Laufbahn, der Spielbetrieb stand auf der Kippe. Doch als klar war, dass es weitergeht, blieb sie bei den Blau-Weißen.
Besseres Spiel auf Kleinfeld
Die Umstellung auf eine Siebenermannschaft auf Kleinfeld sieht sie positiv: „Der spielerische Moment steht jetzt mehr im Fokus. Wir agieren nun weniger mit langen Bällen, das kommt meiner Spielweise entgegen.“ Sie freut sich, dass sich in letzter Zeit mehrere Talente dem Verein angeschlossen haben.
Mit Handball begann sie mit fünf Jahren in Hagenbach. Beim Oberligisten TV Wörth spielt sie im rechten Rückraum, von den 260 Torerfolgen gehen 35 auf ihr Konto. Die Anfahrtswege zu den Spielen nach Koblenz (der HC Koblenz ist an diesem Samstag Gastgeber) oder Saarbrücken sind zeitintensiv. In Wörth ist sie auch Cotrainerin der D-Junioren. Daher kann sie meist nur einmal in der Woche zum Fußballtraining.
Handball spannender
Oser wohnt in Hagenbach. Sie arbeitet beim Badischen Gemeinde-Versicherungs-Verband in Karlsruhe, das gehört zum Dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Versicherungen.
Oser machen beide Sportarten Spaß. Beim Handball stuft sie den Leistungsanreiz etwas höher ein. Ähnlich sieht es die Hauensteinerin Annalena Seibel. Sie sagt: „Der Leistungsgedanke ist bei mir im Handball höher. Es geht härter und aggressiver, aber auch spannender zu. Auch bei fünf Toren Rückstand hat man noch nicht verloren.“
Für die Fußballerinnen der FSG Wasgau erzielte Seibel am 19. November 2021 zwei Tore beim 10:1-Sieg gegen den VfR Baumholder in der Landesliga West. Am gleichen Wochenende traf sie als Linksaußen zehnmal für die Handballerinnen der FSG Hauenstein/Rodalben bei der 23:27-Heimniederlage gegen die HSG Lingenfeld/Schwegenheim in der Pfalzliga. Sie ist die Torjägerin.
Fallschirmjägerin
In Hauenstein spielt sie gerne mit ihren Freundinnen, an diesem Samstag in Waldsee. Die Leidenschaft für den Sport hat sie von ihrem Vater Wolfgang Seibel bekommen. Er betrieb früher eine Kletterhalle, heute besitzt er ein Fahrradgeschäft in Hauenstein. Er war erfolgreicher Läufer, gewann in seiner Altersklasse den Kalmit-Berglauf des TV Maikammer.
Mit drei Jahren begann Annalena Seibel mit Gerätturnen. Kurz darauf kamen Handball und Fußball dazu. Immer ist ihre Freundin Lena Seibel an ihrer Seite. Ihr Freund Hendrik Matheis spielt Handball bei der TS Rodalben in der Pfalzliga.
Nach dem Abitur mit Schwerpunkt „Gesundheit und Soziales“ wollte die 23-Jährige zunächst auch beruflich etwas mit Sport machen. Der Bundeswehrzeit als Fallschirmjägerin folgte die Ausbildung bei der Bundespolizei. Der unregelmäßige Schichtdienst und ein Kreuzbandriss brachten sie zum Umdenken. Sie absolvierte ein siebenmonatiges Praktikum beim Jugenddorf in Waldfischbach-Burgalben, im Gemeindekindergarten in Contwig wird sie zur Erzieherin ausgebildet. Seibel: „Die Arbeit mit den Kindern bereitet mir große Freude. Zudem habe ich geregelte Arbeitszeiten. Das ist mir wichtig, weil ich weiterhin meine beiden Sportarten betreiben will. Ich gehe gerne viermal pro Woche zum Training.“