Lokalsport Südpfalz Liaison mit 1. FCK und Sachsen Leipzig

Am Tisch vorn (von rechts) Fritz Fuchs, FCK-Aufsichtsratsmiglied Paul Wüst, Holger Laible, der Vorsitzende der Fanregion Südpfal
Am Tisch vorn (von rechts) Fritz Fuchs, FCK-Aufsichtsratsmiglied Paul Wüst, Holger Laible, der Vorsitzende der Fanregion Südpfalz Dieter Hahn und Harald Rummel.

«HOCHSTADT.» Der Pfeil zeigt nach oben: Wenn es nach den Hochstadter FCK-Fans geht, ist die 3. Liga mehr Segen als Fluch für den gebeutelten Traditionsverein. Mit der Chance, sich neu finden, Euphorie zu entfachen und in die 2. Bundesliga durchzustarten. Übers Wochenende feierten die Houschder Hainbachteufel ihren 20. Geburtstag. Dazu passte der 2:1-Sieg des FCK im abschließenden Testspiel gegen Dynamo Dresden. Gut 2000 Zuschauer waren am Samstag in Weingarten.

Auch die Freunde aus Sachsen waren wieder da. Am Festwochenende schaute der Fanclub Adlerhorst des mittlerweile aufgelösten Ost-Clubs FC Sachsen Leipzig vorbei. Neun Mann waren am Freitagabend zum Festakt gekommen. Kennengelernt haben sich die beiden Anhängerschaften vor 18 Jahren bei einem Fußballturnier für Fan-Clubs. Der Kontakt ist nie abgerissen, mindestens einmal jährlich trifft man sich. Die Liebe zum Fußball verbindet. Ein Thema, mit dem man die Gäste wohl jagen könnte: RB Leipzig in der Bundesliga. „Der FCK muss wieder nach oben. Und da helfen wir alle mit“, sagt Fritz Fuchs. Alteren FCK-Fans ist der 74-Jährige ein Begriff. Der Verteidiger wechselte vom SV Alsenborn auf den Betze, schoss zwölf Buden in 168 Einsätzen für die Roten Teufel. Seine Vita als Trainer liest sich da ein Stückchen länger: 1986 stieg er mit dem FC 08 Homburg in die Bundesliga auf, war mal in Freiburg, Bielefeld und bei den Kickers Offenbach. Auch Ex-FCK-Spieler Demir Hotic hatte sich bei den Hochstadtern angekündigt, musste aber dann doch kurzfristig absagen. Was die Hainbachteufel auszeichnet? Seit der Gründung am 7. Mai 1998 sind die Südpfälzer auf „jedes verdammte Heimspiel gefahren“, wie Vorstandsmitglied Holger Laible sagt. Das macht etwa 370 Busfahrten auf den Betze. Dazu 70 Auswärtsfahrten und knapp 70.000 Kilometer Wegstrecke. „Der FCK hat ja mal tatsächlich Europapokal gespielt“, scherzt Laible und erzählt von Spielen samt Urlaub in Lissabon, London („Das Spiel an der White Heart Lane war unvergesslich“), Prag oder beim RC Lens. „Das war kurz nachdem der Polizist Daniel Nivel attackiert worden war“, erinnert sich Laible. Der Gendarm war bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich während des Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Jugoslawien von Hooligans schwer verletzt worden. „Wir haben uns vorher gesagt: Benehmt euch und zeigt, das FCK-Fans vernünftig sind“, sagt Laible. Toll auch die Typisierungsaktion, die der eingetragene Hochstadter Verein – auch keine Selbstverständlichkeit bei Fan-Clubs – 2003 organisierte. 510 Menschen waren nach Hochstadt gekommen und boten einem erkrankten Hochstadter durch die Typisierung ihre Hilfe an. Finanziert hatten die Hainbachteufel die Aktion für ihren Freund durch ein Benefizspiel in Kooperation mit dem VfB Hochstadt und Pfälzer Fußball-Promis. Geplaudert wurde natürlich auch über die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern. „Die Runde wird brutal, da muss sich eine Euphorie entwickeln“, sagt Laible. „Der Dauerkartenverkauf ist positiv, in den Foren liest man wenig Negatives. Der Start in die Liga wird wichtig“, schätzt Vorstandsvorsitzender Harald Rummel das Lautrer Umfeld ein. „Wir haben in der Führung endlich Ruhe und Kontinuität. Frontzeck und Bader haben beide gleich zugesagt. Wir haben diesmal hungrige Spieler, so wie ich das in den Spielervorstellungen in der RHEINPFALZ gelesen habe, habe ich ein gutes Gefühl.“ Laible und Rummel haben für die erfolgreiche Ausgliederung des Lizenzspielerbereichs gestimmt und sich dieses Jahr zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder zusätzlich eigene Dauerkarten geholt. Dann kann’s ja nur gut gehen.

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