Karate Karateverein Samurai Maximiliansau plant Jubiläum

Einige Mitglieder des Karatevereins Samurai Maximiliansau.
Einige Mitglieder des Karatevereins Samurai Maximiliansau.

Der Karateverein Samurai Maximiliansau wird 2024 40 Jahre alt. Wie der Klub seine Probleme überwunden hat und was er für das Jubiläum plant.

Wie Phönix aus der Asche: Der Karateverein Samurai Maximiliansau feiert größer denn je nächstes Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Rolf Speck, Manfred Ertel, Arno Lentz, Wolfgang Hofmann und drei Partnerinnen hatten den Verein 1984 gegründet. Speck (69) ist immer noch treibende Kraft und hat viel vor, der promovierte Physiker Dominik Stöffler (44) ist seit diesem Jahr sein Stellvertreter.

Bereits vor der Pandemie hatte der Karateverein mit Problemen zu kämpfen. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten verließen sowohl Trainer als auch langjährige Mitglieder den Verein. Viele befürchteten, dass der Karateverein keine langfristige Zukunftsaussichten mehr haben würde. Dann kam Corona. Ein gemeinsames Training im Dojo (japanisch: Schule) war nicht mehr möglich, ein Onlinetraining für die Anfänger konnte nur einen kleinen Ersatz bieten. Kaum war das Vor-Ort-Training wieder möglich, kam es erneut zu Meinungsverschiedenheiten im Vorstand, im Zuge derer der Vorsitzende sein Amt niederlegte.

Neuausrichtung des Vereins

Der Verein nahm eine Neuausrichtung des Trainings vor, wie Stöffler betont. In der Vergangenheit habe der Fokus auf Kinderkursen gelegen, die jedes Jahr bis zu 25 neue Karatekas ins Training gebracht hätten. Doch von ihnen seien nach zwei, drei Jahren nur noch ein, zwei ins Training gekommen. Stöffler: „Für den Fortbestand eines Sportvereins sind aber vor allem auch Jugendliche und Erwachsene notwendig, die das Training und Veranstaltungen unterstützen können und sich für Vorstandsämter bereiterklären.“ Deshalb seien nach der Pandemie zunächst ehemalige Mitglieder kontaktiert und das Fortgeschrittenentraining auch für Anfänger Ü18 geöffnet worden.

Schnell zeigte sich laut Stöffler, dass diese Maßnahmen erfolgreich waren. Neue und ehemalige Mitglieder jeder Altersgruppe seien dem Verein beigetreten. Dabei spielten weder kampfsportliche Vorkenntnisse noch körperliche Einschränkungen für das Training eine Rolle. Stöffler: „Von ehemals etwa 30 aktiven Karatekas vor der Pandemie ist die Halle mittlerweile mit teilweise bis zu 80 Gürtelträgern mehr als gut gefüllt.“

Gemeinsames Training

Stöffler trägt den 4. Kyu (Blaugurt). Vor 30 Jahren hatte der Maximiliansauer, der als IT-Systementwickler bei ITK-Engineering arbeitet, mit Karate angefangen, dann aber 25 Jahre pausiert. Für den Teenager Stöffler wurden andere Dinge wichtiger. Auf der Suche nach einem Sport für seinen Sohn wurde er wieder aktiv und übernahm im Samurai das Amt des Schriftführers.

Am Monatsanfang trainieren alle zusammen: Eltern mit ihren Kindern, Anfänger mit einem gelb-weißen Gürtel, Schwarzgurte. Rolf Speck, Träger des 3. Dan, hat in diesem Jahr als ältestes Mitglied seiner Ausbildungsgruppe den Trainerschein in Wochenendseminaren erlangt und parallel dazu die B-Prüferlizenz. Stöffler über ihn: „Die Samurais liegen Rolf bereits seit Gründung vor 39 Jahren besonders am Herzen. So trainiert er zeitweise bis zu sieben Stunden wöchentlich in der Gymnastikhalle und lässt sich dann auch zusätzlich noch beim Großmeister Marcus Gutzmer (7. Dan) beim Kooperationsverein in Landau neue Trainingsübungen und Techniken beibringen.“ Was er nur durch die Unterstützung seiner Frau leisten könne.

Jubiläumsvorbereitung läuft

Specks Frau Heidi ist eines der Gründungsmitglieder. Der gebürtige Maximiliansauer wohnt in Hagenbach. In seinem ersten Leben war er Fliesenleger, im zweiten Maschinenführer im Kieswerk Willersinn. Im Stockkampf war er deutscher Meister und Fünfter bei einer EM. Vor Kurzem hat er sieben Karatekas die Gürtelprüfung abgenommen. Wobei er – ebenso wie die Prüflinge – aufgeregt war. Er hat sich vorgenommen, zum 40-jährigen Vereinsbestehen seinen 4. Dan zu erlangen.

Die Vorbereitungen für das Jubiläum laufen bereits im Hintergrund. Am Samstag, 4. Mai 2024, wird es einen Jubiläumslehrgang mit Marcus Gutzmer geben. Der 5. Rheinbrückencup ist geplant, der für Wettkämpfer ohne Kadererfahrungen in der Stilrichtung Shotokan die Chance bietet, auch einmal einen Podestplatz zu erreichen. Für einen Kobudo-Lehrgang (Kampf mit Kurzstock, Langstock, Schlagstock oder Holzschwert) gebe es genauso Interesse wie für einen Selbstverteidigungslehrgang oder einen eher exotischen Lehrgang mit Lichtschwertern aus der Science-Fiction-Welt. Obwohl der Karateverein Samurai ein Breitensportverein ist, ist sogar ein Kata-Weltmeister von 2009 Mitglied: David Ludwig.

Aufgrund der Geschehnisse in Edenkoben um eine Schülerin und einen Sexualstraftäter sei die Nachfrage nach Selbstverteidigungskursen vor allem für junge Mädchen sehr hoch, so Stöffler. Allerdings würden nur durch ein langjähriges Üben Automatismen trainiert, die während einer Bedrohung dann auch abgerufen werden könnten.

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