Fußball
Im dritten Anlauf: Der lange Weg des SV Büchelberg in die Verbandsliga
Der Verbandsliga-Aufstieg des SV Büchelberg hat auch in der übrigen südpfälzischen Fußballszene Freude und Erleichterung ausgelöst. Spieler und Fans aus Kandel, Zeiskam und Herxheim bleibt durch das Scheitern der SG Meisenheim/Desloch/Lauschied eine weitere zweistündige Fahrt ins Nordpfälzer Bergland erspart. Schließlich sind auch noch der VfR Baumholder und der SC Idar-Oberstein neu in der Fußball-Verbandsliga dabei. Mit vier Teams aus der Südpfalz ist die Region in der höchsten Verbandsklasse so stark vertreten wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zahlreiche Derbys, die viele Zuschauer versprechen, stehen auf der Agenda. Auch zu den Absteigern FV Dudenhofen und Arminia Ludwigshafen ist es nicht weit.
Viel Leid in Büchelberg
Der größte Erfolg in der Büchelberger Vereinsgeschichte war ein viele Jahre andauerndes Drama über mehrere Akte. Sportvorstand Jürgen Friedmann sprach von „viel Leid und zahlreichen vergossenen Tränen“. Seit dem Aufstieg 2018 war der SVB Dauergast im oberen Tabellendrittel der Landesliga Ost. Wegen ihres Offensivfußballs wurden die Kicker „Bienwald-Brasilianer“ getauft.
Beim coronabedingten Abbruch der Spielzeit 2020/21 standen die Blau-Weißen an der Tabellenspitze. 2023 mussten sie als Dritter Viktoria Herxheim und dem FSV Offenbach den Vortritt lassen. 2024 setzte sich der SC Hauenstein in der Relegation verdient mit zwei Siegen durch, danach stand der SVB mehrmals mit einem Bein bereits in der Verbandsliga. 2025 erzielte nach dem 0:0-Unentschieden im Hinspiel Max Dammer kurz vor Schluss das vermeintlich erlösende 1:0 gegen den TuS Hohenecken, der Ausgleich von Nico Schauß in der Nachspielzeit sorgte für ein drittes Spiel in Pfeddersheim. Dort vergab Mehmet Bozkurt einen Elfer, TuS-Joker Dennie Reh zirkelte mit dem Abpfiff einen Freistoß in den Winkel. Und auch die 2:4-Niederlage im Entscheidungsspiel nach dem Rundenabschluss in Speyer gegen den VfR Grünstadt nach 2:0-Führung bis zur 86. Minute ist noch allen in schlechter Erinnerung.
Calabrese mit mahnenden Worten
Die ersten Jahre hatten Spieler und Trainer geprägt, die aktuell bei anderen Vereinen erfolgreich im Amt sind – wie zum Beispiel Yasin Özcelik, Christian Liginger oder Marc Kauther. Liginger und Kauther meinen unisono: „Wir freuen uns natürlich, weil wir eine tolle Zeit dort hatten. Am allermeisten freut es uns für Charly Calabrese.“
Der Kapitän und dienstälteste Spieler äußerte eine Bitte: „Vergiss Kevin Apfel nicht, er hat viel zu diesem Aufstieg beigetragen.“ Der vor der Relegation entlassene Spielertrainer war elf Jahre im Ried, häufig bester Akteur auf dem Platz und Schütze wichtiger Tore. Apfel hatte verletzungsbedingt vor allem in der Rückrunde wenig Einsatzzeit, sprang häufig als Innenverteidiger in die Bresche. Dennoch führt er die interne Scorerliste mit acht Treffern an. Zu Aufstiegshelden avancierten zwei Akteure, die wenig Einsatzzeit hatten. Stürmer Jonah Eckert wurde erst kurz vor Saisonende von der zweiten Mannschaft hochgezogen und erzielte in sieben Spielen sechs Tore. Vor seinem Hattrick beim 3:1-Sieg in Lauschied stand Hasan Coskun wenig auf dem Feld. Er kam über Kurzeinsätze von der Bank meist nicht hinaus, stand nur viermal in der Startelf.
Viele Helfer im Verein
Der Aufstieg ist auch eine Belohnung für einige Helfer, die mit ihren Familien und anderen Unterstützern außerhalb des Rasens seit vielen Jahren das Vereinsleben prägen: Sportvorstand Jürgen Friedmann opfert viel Zeit, Schiribetreuer und Platzkassierer Timo Görressen unterstützt ihn bei der Pflege der Sportanlage. Der frühere Kreisvorsitzende Roland Schicktanz kümmert sich um die Verwaltung und ist als EDV-Administrator erster Ansprechpartner beim Verband, Jürgen Eckert organisiert das Catering bei den Aktivitäten des Vereins. Volker Brecht betont„Meine Alexandra und unser Sohn Lenny halten mir immer den Rücken frei, teilen Freude und Leid. Ohne die beiden könnte ich das alles nicht in der Form leisten.“
Die Kaderplanungen für die neue Spielzeit dürften wegen der lange ungeklärten Ligazugehörigkeit noch nicht ganz abgeschlossen sein. Dennoch wagt der sportliche Leiter Daniel Ochsenreiter einen Ausblick: „Der Aufstieg hat schon eine gewisse Euphorie entfacht. Das könnte uns gegen stärkere Gegner helfen.“
Einen Kommentar zum Büchelberger Aufstieg lesen Sie hier.