Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Herxheims Trainer Murat Genc im Interview: „Versuchen, das in 90 Minuten hinzubekommen“

Jubeln die Herxheimer A-Junioren, wie hier gegen den FK Pirmasens, auch im Finale gegen den FCK?
Jubeln die Herxheimer A-Junioren, wie hier gegen den FK Pirmasens, auch im Finale gegen den FCK?

Die U19 von Viktoria Herxheim steckt zwischen Regionalliga-Abstiegskampf und Verbandspokal-Finale. Am Mittwoch geht es in Deidesheim gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Die Verbandspokalsaison der Herxheimer A-Jugend ist schon jetzt ein Erfolg. Noch nie kam eine Südpfälzer Mannschaft so weit in dem Wettbewerb. Den Halbfinal-Sieg gegen die Junioren des FK Pirmasens verfolgten mehr als 400 Fans am Krönungsbusch in Herxheim. Am Mittwoch steigt das Finale im Südwestdeutschen Pokal gegen die A-Jugend des FCK in Deidesheim (19 Uhr).

Die Favoritenrolle liegt sehr deutlich aufseiten des A-Jugend-Bundesligisten aus Kaiserslautern. Herxheim hingegen steckt zwischen Abstiegskampf in der Regionalliga Südwest und Pokal-Euphorie. Viktoria-Trainer Murat Genc erklärt, wie er sein Team auf den schweren Spagat vorbereitet.

Vor den entscheidenden Wochen hat Sie ein Infekt eingeholt, wie geht es Ihnen, Herr Genc?
Ich brauche etwas Ruhe, aber wir haben so harte Wochen vor uns, da nehme ich alles in Kauf. Ich halte aber im Training Abstand zu den Jungs. Es liegen wichtige Spiele vor uns.

Wie war Ihre Gefühlslage nach dem Abpfiff im Halbfinale gegen den FKP? Final-Freude oder klassisch Trainer: Die Doppelbelastung geht weiter.
Wir haben gesagt, wenn wir schon im Halbfinale sind, dann wollen wir ins Finale. Die Doppelbelastung ist erst mal kein Thema gewesen. Vor allem da es der FCK ist, das ist eine noch mal geilere Situation. Erst Mainz, dann Pirmasens, dann Lautern. Gegen einen Bundesligisten tritt man anders auf. Die Jungs haben sich das verdient.

Die Viktoria-A-Jugend spielt Regionalliga, der FCK in der Bundesliga. Die Favoritenrolle ist klar, oder?
Die Rolle geben wir dem FCK, das ist der Bundesligist. Aber im Finale gibt es meiner Meinung nach keinen Favoriten. Auch bei einer Niederlage haben wir eine super Pokalsaison gespielt.

Wie oft konnten Sie den FCK die Saison schon beobachten?
Ich kenne Kaiserslautern noch vom Vorjahr. Ich kann mir vorstellen, wie sie spielen werden. Dazu holen wir uns Infos ein. Die Spieler kennen sich teilweise untereinander und haben so dank der Sozialen Medien manchmal sogar mehr Infos als wir Trainer.

Vor welchen Spielern müssen ihre Jungs aufpassen?
Der FCK ist in jedem Bereich stark, offensiv wie defensiv. Es gibt Spieler, die bei den Profis mittrainieren. Für uns ist es wichtig, dass wir als Kollektiv auftreten und eine Einheit bilden. Ich will mich nicht auf einen Spieler konzentrieren.

Gibt es Bereiche, in denen Ihr dem FCK überlegen seid?
Wir haben Geschichte geschrieben, das will die Mannschaft auch weiterhin. Vielleicht werden uns die Lauterer auch nicht ganz ernst nehmen wird. Mainz wird sich damals auch was anderes vorgestellt haben, wie auch Pirmasens. Wir haben keinen Goalgetter, wir sind dafür breiter aufgestellt. Bei uns kann jeder Tore schießen.

Auf welche Viktoria-Spieler kommt es an?
Unser Torwart Steve Boda steht immer im Mittelpunkt. Er ist ein super Rückhalt für die Mannschaft. Aber Steve muss einen super Tag erwischen und uns im Spiel halten. Die Abwehr beginnt schon ganz vorne bei den Offensivspielern.

Wie ist die Stimmung in ihrem Team?
Euphorie oder eher Fokus auf das Wesentliche, die Liga?Wir haben zuvor Abschlusstraining, trainieren Standards. Im Training sprechen wir nicht über das Pokalfinale bis in den Tagen davor. Es sind junge Spieler, das muss man auch beachten.

Wie ist die Lage im Verein angesichts der sehr unterschiedlich verlaufenden Meisterschafts- und Pokalsaisons? Gibt es kritische Stimmen?
In Herxheim steht jeder hinter der Mannschaft, die geben uns Mut. Im Halbfinale waren die erste und die zweite Mannschaft im Stadion, die Jugend hat zugeschaut. Das ist eine Atmosphäre, die uns weiterbringt. Wir freuen uns darauf, dass ganz Herxheim und die Umgebung im Finale dabei sind. Es ist eine Vorfreude zu spüren. Der Verein hat sogar Reisebusse organisiert.

Also machen sich viele Viktoria-Fans auf den Weg, trotz des am selben Abend stattfindenden Champions-League-Halbfinal-Rückspiels der Bayern gegen Paris?
Wir hoffen, dass wir beide Busse voll bekommen. Auch Familie und Freunde von meiner Seite aus werden dabei sein, Freunde. Und wegen der Champions League: Wir versuchen, dass wir das über 90 Minuten hinbekommen!

Noch ein Ausblick auf die verbleibenden Spiele: Viktoria ist punktgleich mit zwei weiteren Teams, kämpft gegen den Abstieg. Haltet ihr die Klasse?
Es wird sich bis zum letzten Spieltag ziehen, und wir werden Punkte brauchen, die Konkurrenz wird punkten. Es wird interessant, wie die Jungs das mitmachen – auch nach dem Finale. Da müssen wir im Kopf switchen. Aber meine Spieler sind nicht nur fußballerisch top, sondern auch menschlich. Die kriegen das hin.

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