Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Fußballer: Durch Höhen und Tiefen – Daniel Renner seit 28 Jahren beim TSV Freckenfeld

Daniel Renner beim Training in seinem Verein.
Daniel Renner beim Training in seinem Verein.

In jeder Wechselperiode beginnt das Theater von vorne. Viele „Legionäre“ ziehen jedes Jahr weiter. Doch es gibt sie noch, die Spieler, die ununterbrochen ihrem Verein die Treue halten. Einer von ihnen: Daniel Renner vom TSV Freckenfeld.

Er isst gerne Süßes, Alkohol trinkt er wenig und wenn doch, dann eine Weinschorle. Im Verein rufen sie ihn „Eich“. Im August wird Daniel Renner 35. Er gehört zur Spezies Fußballer, die ortsverbunden sind und nicht mit Vereinswechseln auffallen. In seiner Jugendzeit spielte er Trompete beim Musikverein „Lyra“. Seit 28 Jahren spielt er beim TSV Freckenfeld. Er hängt an Jahr dran, weil Heiko Herzenstiel ihn benachrichtigte, wieder das Traineramt zu übernehmen.

Renner ist eine Allzweckwaffe, er hat schon die unterschiedlichsten Positionen gespielt. „Eich“ wird er gerufen, weil sein Großvater Eugen hieß. Er wuchs in Freckenfeld in der Wattstraße auf, seit August vorigen Jahres wohnt er im Eigenheim in der Kirchstraße. Mit seiner Frau Jenny hat er zwei Kinder, den dreijährigen Phil und die einjährige Leni.

Vater der erste Coach

Nach dem Abitur in Bad Bergzabern absolvierte er ein Informatikstudium. Renner ist Software-Entwickler bei der Firma Radical Minds in Karlsruhe.

Er durchlief alle Jugendteams beim TSV 08, teilweise in Spielgemeinschaften mit dem SV Minfeld und dem VfR Kandel. Zuerst wurde er von seinem Vater Uwe Renner gecoacht. Die weiteren Trainer hießen Garret Bolleyer, Dirk Lipinski, Tim Hock, Horst Dreißigacker und Helmut Thürwächter. In der Jugend agierte er als Manndecker. Zur Aktivität stieß er unter Trainer Holger Kaschewski. Es folgten die Übungsleiter Roland Wittmann, Stefan Steinhauer, Frank Schwarz, Mario Klöffer, Heiko Her-zenstiel und Tim Fischer.

2009 bitter, 2010 schön

Renner erlebte alle Höhen und Tiefen eines Fußballerlebens. Besonders in Erinnerung ist der Klassenerhalt 2007, der erst am letzten Spieltag gegen den SV Erlenbach perfekt gemacht wurde. 2009 war ein bitteres Jahr für Renner, am Saisonende stand der TSV punktgleich mit dem FC Leimersheim an der Spitze der Kreisliga Südpfalz. Beim Entscheidungsspiel vor 1300 Zuschauern in Maximilians-au führte der TSV, seine Fans hatten schon Bengalos entzündet, ehe Leimersheims Keeper Benjamin Neuer mit dem Schlusspfiff den Ausgleich köpfte. Das anschließende Elfmeterschießen verlor der TSV. In der Relegation der Vizemeister scheiterte Freckenfeld am SC Ramberg.

Am Ostersonntag 2010 führte Freckenfeld als Tabellenführer im Kreispokalfinale in Hatzenbühl zur Halbzeit gegen den VfR Sondernheim mit 2:0, zog jedoch am Ende mit 2:3 den Kürzeren. Vier Wochen später feierte „Eich“ den größten Erfolg seiner Laufbahn, der TSV stieg als Meister der Kreisliga Südpfalz in die A-Klasse auf. Renner führte als Rechtsaußen mit acht Treffern die vereinsinterne Torschützenliste an. In dieser Zeit wollte Trainer Fritz Kern ihn nach Kandel holen, doch Renner hielt den Rot-Schwarzen die Treue. Er sagt: „Wir hatten schon immer eine überragende Kameradschaft. Zudem kann ich meine Qualitäten schon richtig einschätzen, ich war diesbezüglich in Freckenfeld immer richtig.“

Keine schweren Verletzungen

2018 musste er die zweite Niederlage in einem Kreispokal-Endspiel hinnehmen, in Annweiler gewann der TuS Frankweiler/Gleisweiler/Siebeldingen mit 3:0.

Seit einigen Jahren spielt Renner im zentralen defensiven Mittelfeld und trägt die Kapitänsbinde. Von längeren Verletzungspausen blieb er verschont. Zwei Bänderrisse im Fußgelenk zwangen ihn nur zu jeweils vier bis sechs Wochen Pause.

Herzenssache

Eigentlich wollte er in diesem Sommer seine Laufbahn beenden. Doch der plötzliche coronabedingte Saisonabbruch und der Ausfall der Abschlussfahrt nach Kroatien sorgten für ein Umdenken. „Zudem hat mich Heiko Herzenstiel angerufen, dass er wieder das Traineramt übernimmt. Da war es Herzenssache, weiterzumachen“, so Renner. Als Saisonziel nennt er das Erreichen der Meisterrunde der besten vier Teams.

Renner ist stets gut gelaunt und hat ein offenes Ohr für seiner Mitspieler. Übungsleiter Herzenstiel sagt: „Eich ist ein absoluter Teamplayer. Mit seinem unbändigen Einsatzwillen ist er für unser Team unverzichtbar.“

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