Fußball
FC Kandel glänzt auch neben dem Platz
Der FC Bienwald Kandel sitzt dem Tabellenzweiten Jahn Zeiskam in der Fußball-Verbandsliga im Nacken. Zwei Punkte liegen die südpfälzischen Rivalen auseinander. Kandels Sieg gegen den SV Steinwenden war auch in dieser Höhe – 4:1 – verdient.
Der Tabellendritte suchte mit flüssigem Kombinationsfußball über die Flügel konsequent den Weg in den gegnerischen Strafraum. Vergebene Torchancen im Anfangsdrittel und Luca Layes im Gästetor verhinderten weitere Treffer. Der SVS-Keeper klärte mehrfach durch geschicktes Herauslaufen außerhalb des Strafraums gefährliche Kandeler Zuspiele in die Spitze.
Beinahe das 0:1
Bester Feldspieler der Südwestpfälzer war Spielertrainer Sascha Hammann. Er bereitete den Anschlusstreffer von David Höft nach einer Stunde vor und hatte beim Stand von 0:0 Pech mit einem Distanzschuss an die Unterkante der Latte. Doch das reichte nicht vor über 250 Fans gegen spielfreudige Löwen, bei denen die Winterneuzugänge Nathan Ikubu und Firat Alpsoy einen Einstand nach Maß feierten. Das neue Offensivduo machte mächtig Betrieb. Alpsoy bereitete die ersten beiden Treffer von Ikubu (39.) und Christopher Koch (50.) nach feinen Einzelleistungen vor, die Torschützen mussten nur noch aus kurzer Distanz einschieben.
Artistisch, aber erfolglos
Just in der stärksten Phase der Gäste fiel das 3:1 nach einem Blackout von Quawam Oladehinde. Steinwendens Joker wollte mit einem Fallrückzieher einen Eckball von Michael Bittner klären: artistisch, aber erfolglos. Dominic Gucanin erzielte Kandels drittes Tor (76.), Koch machte mit seinem zweiten Treffer alles klar (83.).
Kandels Coach Yasin Özcelik zum Auftritt seiner Elf: „Nachdem die Jungs die anfängliche Nervosität abgelegen konnten, haben sie es sehr ordentlich gemacht. Wir hätten noch höher gewinnen können, ich bin sehr zufrieden mit diesem Auftakt.“ Sein Gegenüber Hammann erwies sich als fairer Verlierer nach einer Partie ohne eine einzige Gelbe Karte: „Der Sieg war verdient, die Gastgeber waren in beiden Hälften einfach besser. Kandel hat überragende Qualität im Kader, das muss man neidlos anerkennen. Nach Basara Mainz war es das zweite Saisonspiel, in dem wir chancenlos waren.“
Drumherum professionell
Im Bienwaldstadion herrschte weiterer Grund zur Freude: Platzkassierer Gerhard „Poldi“ Lankow feierte am Rande der Bande die drei Punkte seiner Löwen, für die er jede Woche viele Stunden opfert. Edelfan Dieter Frey hat mit den Mitarbeitern seines Küchenstudios den Kabinentrakt im Tribüneninnenraum in neuem Glanz erstrahlen lassen. Vier Kabinen mit persönlichen Spinden für die Spieler, Geschäftszimmer und Besprechungsraum zur Videoanalyse sind endlich fertig. Spielertrainer Christian Liginger: „Das Warten und die vielen Entbehrungen haben sich wirklich gelohnt. Die Infrastruktur ist jetzt richtig professionell.“