Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Lustadter Vereinslegende nimmt Abschied

Michael Dambach (mit der 28) mit Dennis Klein, Schütze des 1:0, im jüngsten Spiel gegen TuS Friedelsheim.
Michael Dambach (mit der 28) mit Dennis Klein, Schütze des 1:0, im jüngsten Spiel gegen TuS Friedelsheim.

Nach 34 Jahren im Verein beendet Michael Dambach seine aktive Karriere beim 1. FC Lustadt. Bevor die Familie zu ihrem Recht kommt, will er noch eine Scharte auswetzen.

Der Lotse geht von Bord. Nach 34 Jahren beim 1. FC Lustadt ist am 28. Mai nach dem Heimspiel gegen den SV Altdorf/Böbingen endgültig Schluss für Michael Dambach. In wenigen Tagen wird er 39 Jahre alt. Er versichert: „Es gibt definitiv kein Aushelfen mehr und auch keine Spiele in der zweiten Mannschaft. Jetzt kommt meine Familie zu ihrem Recht, sie musste wegen des Fußballs auf viel verzichten.“ Das sagte Dambach vor dem jüngsten Spieltag in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt. Tabellenführer Lustadt gewann, Verfolger FV Berghausen verlor.

Dambachs Junior Milo wechselt im Sommer zu den E-Junioren des FC Speyer 09, wird vom Papa künftig zweimal pro Woche zum Training und am Wochenende zu den Spielen gefahren. Dambach sagt stolz: „Wir haben ihn nie zu etwas animiert oder bei einem anderen Verein ins Gespräch gebracht. Das hat er sich alles erarbeitet.“

Unnötigen Abstieg geraderücken

Doch zunächst hat Dambach noch zwei Spiele vor der Brust, möchte sich unbedingt mit der Meisterschaft und der Rückkehr in die Bezirksliga verabschieden: „Wir wollen den völlig unnötigen Abstieg wieder geraderücken“. Die Chancen stehen gut, seit Sonntag sogar noch besser. Der FCL hat als Tabellenführer der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt sechs Punkte Vorsprung auf Verfolger FV Berghausen. Die nächste Partie beim VfL Neustadt könnte schon die Entscheidung bringen.

Der prägendste Lustadter Spieler: Michael Dambach. Am 28. Mai macht er sein letztes Spiel.
Der prägendste Lustadter Spieler: Michael Dambach. Am 28. Mai macht er sein letztes Spiel.

Der Verein wird in diesem Sommer 50 Jahre alt, der prägendste Spieler der Vereinsgeschichte heißt Michael Dambach. Der waschechte „Loschder“ hat den Orange-Blauen durch alle Höhen und Tiefen die Treue gehalten, die vielen Angebote höherklassiger Vereine stets abgelehnt. Er gibt zu: „Ich habe mich immer wohlgefühlt. Doch ich hätte es vielleicht doch mal ein oder zwei Klassen höher probieren sollen.“ Seine Schusstechnik, Dynamik und Passqualität hatten immer wieder Begehrlichkeiten geweckt. Noch heute hat er meist das größte Laufpensum aller Spieler. Viele wichtige Tore haben zu den größten Vereinserfolgen beigetragen.

Am größten Erfolg des Vereins entscheidend beteiligt

Er traf als Joker beim 4:1-Sieg im Bezirkspokalfinale in Berghausen gegen den SV Schauernheim, in der Spielzeit 2008/2009 trugen seine Treffer und Vorlagen entscheidend zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte bei. Mit Trainer Manfred Schmidt gelang nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem hohen Favoriten VfL Neustadt der Aufstieg in die Landesliga. Er feierte mehrere Aufstiege in die Bezirksliga, der FCL gilt als klassische Fahrstuhlmannschaft.

An den 17. Juni 2018 erinnert er sich besonders gut. Der 1. FC Kaiserslautern testete beim SV Weingarten, der von mehreren Spielern aus Nachbarvereinen unterstützt wurde. In der 80. Minute wurde Dambach eingewechselt und markierte wenig später aus 50 Metern den Ehrentreffer zum 1:25. Bei den Heimspielen am unteren Griesweg steht er künftig an der Bande, die Bindungen zum Verein sind vielfältig.

Auch weiterhin ganz nah dran

Er arbeitet als Beisitzer in der Vereinsführung mit, sein Schwager Benjamin Glump hat als Trainer verlängert. Sein gleichaltriger Trauzeuge Steven Güttler ist Sportlicher Leiter, mit ihm begann er gemeinsam 1991 bei den Bambini. Dambach wohnte eine Zeit lang in Sondernheim, dem Heimatort seiner Frau. Doch er wollte unbedingt zurück nach Lustadt, hat 2019 ein Haus im Ort gekauft. Die Neuigkeiten über den regionalen Fußball erfährt er montags in der Frühstückspause. Im Germersheimer Logistikzentrum von Mercedes-Benz sitzt Michael Sommer ein Büro weiter. Der frühere Kaiserslautern-Profi trainiert die SG Freckenfeld/Winden. Im Verpackungsbereich kümmern sich beide um die Steuerung der externen Dienstleister. Nach der Lehre zur Fachkraft für Lagerlogistik hat sich Dambach berufsbegleitend in Abendkursen zum Wirtschaftsfachwirt weitergebildet.

Sein Kollege Michael Sommer sagt : „Der FC Lustadt kann sich glücklich schätzen, so einen Fußballer gehabt zu haben. Er ist auf dem Platz wie bei der Arbeit: Stets zuverlässig, hilfsbereit und will stets alles geregelt haben. Einfach ein optimaler Typ.“

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