Radsport
Die Treppe wartet: Crossrennen in Rheinzabern
Nach Baiersbronn, Herxheim und Heidelberg macht der Elektroland24-Cyclocrosscup Station bei der RSV Rheinzabern. Beim 11. Großen Preis der Gemeinde Rheinzabern gibt es bereits an diesem Samstag ein Gravelrennen, am Sonntag Cross aller Alters- und Leistungsklassen.
75 Teilnehmer beim Gravelrennen, in das die Landesmeisterschaften für Rheinland-Pfalz und Saarland integriert ist, sowie über 300 am Sonntag. Der RSV-Vorsitzende Nils Bräutigam ist glücklich: „Wir müssen jetzt auch nicht auf Teufel komm raus mehr Teilnehmer akquirieren. Wir sind froh, dass Leute kommen und Spaß haben.“ Dass U11 und U13 mit über 60 Fahrern sowie die Frauenklassen stark besetzt ist, freut ihn besonders. Die für Rheinzabern charakteristische 18-stufige Naturtreppe gehört wieder dazu, muss jedes Jahr etwas ausgebessert werden. Sie zu fahren ist unmöglich, das Rad muss geschultert werden.
Die Lokalmatadorin fehlt
Nicht am Start wird Rheinzaberns sportliches Aushängeschild Messane Bräutigam sein, die für ein belgisches Profiteam fährt und vor wenigen Wochen bei der Bahnrad-WM Silber mit dem Vierer gewann. Sie weilt im Trainingslager auf Mallorca und fährt Ende Dezember wieder Bahnrennen.
Im Männerrennen startet Vorjahressieger Constantin Kolb (VC Darmstadt). Sascha Starker, der bisher alle Rennen in der Cupserie gewann, fährt bei den Masters-Weltmeisterschaften im italienischen Varese. Im Frauenrennen fährt Heidelberg-Siegerin Theresia Schwenk (RSV Heidelberg), die ihren eigentlichen Schwerpunkt auf dem Mountainbike hat, an Weltcup-Rennen teilnimmt. Die 29-Jährige, in Dillingen an der Donau geboren, zog vor zehn Jahren zum Studieren nach Heidelberg. „Ich würde mich jetzt auch schon als Heidelbergerin bezeichnen“, erzählt Schwenk, die in Mannheim Wirtschaftspädagogik studierte und mittlerweile in einer Unternehmensberatung arbeitet.
Von Cross-Country zu Enduro
Schon als Fünfjährige fuhr sie erste Rennen auf dem Mountainbike, schaffte es im Cross-Country zu Weltcuprennen. Bis zu 25 Stunden Training waren wöchentlich notwendig. Da studierte sie noch. Im Berufsleben, vor allem in der dunklen Jahreszeit, schwierig umzusetzen. Sie ging über zum Enduro, wo auch technische Fähigkeiten bergab gefragt sind. „Das ist mit zehn bis 15 Stunden pro Woche auch zu machen. Aber ich gehe unter der Woche auch gerne laufen, da man in kurzer Zeit sehr effektiv trainieren kann. Dazu bin ich sowieso lieber an der frischen Luft“, sagt sie. Den Cross habe sie vor drei, vier Jahren für sich entdeckt: „Es ist wirklich cool, sich in so kurzer Zeit so ans Limit bringen zu können.“
Zyklusorientiertes Training
2020 kam sie zu Philipp Seipp, Trainer und Ehemann von Triathlon-Weltmeisterin Laura Philipp. Er ist bekannt dafür, das Training seiner Sportlerinnen an ihren Zyklus anzupassen und generell dieses Thema intensiv zu behandeln. „Ich habe während meiner Periode schon immer starke Schmerzen gehabt. Durch die Anpassung des Trainings hat sich leistungsmäßig noch mal sehr viel verändert“, erzählt Schwenk. Durch diesen Input habe sie viel gelesen und immer mehr darüber gelernt. „Im Leistungssport ist das mittlerweile verbreitet, aber viele Frauen wissen darüber nur sehr wenig“, sagt Schwenk, die für Vorträge gebucht werden kann. Sie will aufklären: „Da ich noch jung und weder Medizinerin noch Wissenschaftlern bin, kann ich darüber ja lediglich aus Athletinnensicht erzählen. Ich will Sportlerinnen ansprechen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und es auch als Chance zu sehen, sich dabei nicht nur sportlich, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln.“
Veranstaltungsmittelpunkt ist der Wiesenweg. Das Gravelrennen am Samstag startet um 13 Uhr. Am Sonntag starten ab 10 Uhr Masters- und Jugendklassen, nach dem Hobbyrennen sind die Elite-Frauen (mit U17, U19 und Masters, 13.30 Uhr, 45 Minuten) und Elite-Männer (mit U19, 14.30 Uhr, 60 Minuten) dran.