Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Besondere Erlebnisse für Bad Bergzaberns Basketballer: Duell gegen WM-Teilnehmer

Die Platzierung war nebensächlich für die Basketballer bei der deutschen Ü-50-Meisterschaft.
Die Platzierung war nebensächlich für die Basketballer bei der deutschen Ü-50-Meisterschaft.

Eine Spielgemeinschaft des TV Bad Bergzabern und des LSV Ladenburg erlebt unvergessliche Momente. Bei den deutschen Meisterschaften der Ü50 geht es gegen frühere Stars.

„Ein unbeschreibliches Erlebnis. Bei den deutschen Ü50-Meisterschaften dabei zu sein. In München. Bei einem von Ismanings Basketballern professionell organisierten Event. Und auf viele Topteams zu treffen. Große Klasse. Das bleibt in unseren Köpfen“, berichtet Spielertrainer Klaus Fremgen begeistert: „In unserer Spielgemeinschaft haben wir mit den Ü50-Jungs der LSV Ladenburg sehr gut harmoniert. Wir alle zusammen hatten viel Spaß.“

Fremgen selbst, früher für den TVB auf Regionalliga-Niveau als Spieler und Trainer unterwegs und heute als Abteilungsleiter in der Verantwortung des großen pfälzischen Basketballvereins, zog nur einmal das Trikot über, konzentrierte sich in den anderen Spielen aufs Coachen. Weil wohl sonst seine Achillessehne über mehr Belastung empfindlich reagiert hätte. Überhaupt sind die kleinen Handicaps und Wehwehchen das, was im Alterssegment Ü50 einfach „eingepreist“ ist. Bei Bergzaberns „Oldies“ genauso wie bei den anderen Teams.

Sie bildeten eine harmonierende Spielgemeinschaft: die Ü50-Basketballer des TV Bad Bergzabern und des LSV Ladenburg.
Sie bildeten eine harmonierende Spielgemeinschaft: die Ü50-Basketballer des TV Bad Bergzabern und des LSV Ladenburg.

„Oldies“? Oder doch „Goldies“? Jedenfalls war Bergzaberns Motto in München „Old but Gold“. Es ging nicht nur ums Dabeisein. Sportlicher Ehrgeiz war im Gepäck, inklusive eigens angefertigter Kleidung. Im Auftaktmatch gab es die erste Standortbestimmung. „Nur“ eine 21:35-Niederlage gegen die TSG Wiesloch, letztes Jahr Deutscher Meister und jetzt 2026 als Dritter auf dem Treppchen. „Wir haben lange extrem gut mitgehalten, bis zum 18:17 über die Hälfte des Spiels. Das war eine Mega-Leistung gegen so ein Topteam“, sagte Cheforganisator und Stammspieler Andreas Offenhäußer: „Wir hatten mit zehn Leuten den kleinsten Kader und mit die kleinste Mannschaft. Da gab es Teams mit mehreren Zwei-Meter-Leuten. Das müssen wir nächstes Mal optimieren. 12 bis 14 Spieler wären besser, damit wir mehr rotieren können. Es gab Teilnehmer, wie der neue Deutsche Meister SC Rist Wedel Hamburg, die hatten 16 Leute dabei.“

Sogar in der Weltauswahl

Je länger das Turnier dauerte und je mehr Spiele die TVB-Cracks in ihren Knochen hatten, umso mehr spürten sie ihr „körperliches Limit“. „Es gab keine größeren Verletzungen, wir konnten mit vielen Mannschaften mithalten – das war wichtig. Nicht auszudenken, wenn wir in Bestbesetzung aufgelaufen wären. Uns fehlten schließlich drei Leistungsträger“, sagte Fremgen: „Wiesloch hatte mit Markus Glasauer einen überragenden Spieler, der den Unterschied ausmachte.“ Glasauer kannten die meisten vom TVB – wegen seiner Speyerer Vergangenheit. Fast ein Jahrzehnt Zweitliga-Profi, Jugendnationalspieler und 1994 in Chicago in die Jugend-Weltauswahl berufen. Er machte den Pfälzern das Leben besonders schwer.

Voriges Jahr noch bei der WM dabei

„Auch Horst Marschall war eine Hausnummer“, ergänzte Nils Willems. Bergzaberns Center spielt noch aktiv in der Bezirksliga. Willems’ Duell gegen den Ü50-Nationalspieler forderte das langjährige Regionalliga-Ass unter den Körben. „Das machte riesig Spaß, gegen so einen Topathleten in die Zweikämpfe zu gehen. Marschall war für Deutschland letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft. Das sind die besonderen Begegnungen auf einer besonderen Veranstaltung. Ich dachte noch, wir sind Welten von den anderen Teams entfernt. Aber das war nicht so.“

Sechs Spiele in zwei Tagen steckte Willems, wie er beteuerte, gut weg. Weil er sportlich noch im Saft steht. Andere kamen konditionell an ihre Grenzen. „Vor allem am Samstag mit vier Partien in sechs Stunden spürten viele im dritten und vierten Spiel jeden einzelnen Muskel. Da waren wir platt“, räumte Fremgen ein: „Doch unser 34:22-Sieg in der Vorrunde gegen Hamburgs Jungs vom SC Alterstal-Langenhorn oder auch der 36:32-Erfolg in der Platzierungsrunde gegen die Giants Düsseldorf bleiben haften. Um ein Haar hätten wir noch das letzte Match gewonnen. Dann wären wir mit einer Bilanz von drei Siegen in sechs Spielen in die Pfalz gefahren.“

Sechs Spiele in zwei Tagen: Die Belastung war hoch für alle Teilnehmer bei den deutschen Titelkämpfen der Ü50 in Ismaning.
Sechs Spiele in zwei Tagen: Die Belastung war hoch für alle Teilnehmer bei den deutschen Titelkämpfen der Ü50 in Ismaning.

Der 14. Platz bei der DM von den 16 besten deutschen Teams war nebensächlich. Mit einem Sieg mehr in der Vorrunde wären Klaus Fremgen, Michael Storzum sowie Jan Breitinger, Nils Willems, Serge Elia und Andreas Offenhäußer, die Leistungsträger des TV Bad Bergzabern und am längsten auf dem Feld, sogar unter die Top-Acht gekommen. Da hatten die Gastgeber aus Ismaning etwas dagegen.

Apropos Ismaning. „Der 17.000-Einwohner-Ort als Teil von München ist in der Nähe der Allianz-Arena gelegen. Eine landschaftlich schöne, grüne, idyllische Umgebung. Das hatten wir so nicht erwartet, schließlich liegt die Metropole München direkt nebenan“, zeigte sich Teamleiter Offenhäußer von der „Location“ begeistert. „Was die Basketballer aus Ismaning zwei Tage lang mit 48 Spielen auf die Beine stellten, war grandios. Riesige Sporthallen, eine Mega-Organisation. Die Teams konnten sich kostenlos Getränkekisten holen oder auch einen Masseur zwischen den Spielen buchen. Der absolute Wahnsinn.“

Die Ü50-Cracks der SG TV Bad Bergzabern/LSV Ladenburg haben jedenfalls Geschmack gefunden und wollen 2027 wieder das Erlebnis „deutsche Meisterschaft“ wiederholen.

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