Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Beim zehnten Mal knallt bei Bad Bergzabernerinnen der Korken

Die Mannschaft vor dem Spiel gegen Nieder-Olm mit Trainer Jan Wroblewski.
Die Mannschaft vor dem Spiel gegen Nieder-Olm mit Trainer Jan Wroblewski.

Neunmal stellt Reiner Hechler die Magnum-Flasche kalt und nimmt sie wieder mit. Im zehnten Anlauf gibt’s den ersten Saisonsieg.

Die Basketballerinnen des TV Bad Bergzabern wissen Feste zu feiern, wenn sie fallen. Ob bei der Weihnachtsfeier, Skifreizeit oder nach Spielen in der Halle: Sie haben gute Laune und stecken mit ihrer Freude am Feiern und am Miteinander viele an. Am Samstag bejubelten sie mit 46:34 (25:11) gegen die DJK Nieder-Olm ihren ersten Saisonsieg in der Basketball-Regionalliga – nach zuvor 17 Niederlagen in Folge.

Neunmal standen die TVB-Mädels zu Hause mit leeren Händen da. Grund genug für das toughe Team, eine verschworene Gemeinschaft auch während der langen Durststrecke, das Erfolgserlebnis zu feiern, als hätte es gerade die Meisterschaft gewonnen.

Eine Flasche und der Deal

Es ging aber nicht um Titel oder Klassenverbleib. Vielmehr um die Geschichte um eine große Flasche, die den Regionalliga-Aufsteiger vom ersten Heimspiel an begleitete. „Es gab einen Deal zwischen den Mädels und mir“, lüftete Reiner Hechler das Geheimnis bei der überraschenden Feierstunde. „Als ich letzten Sommer als Abteilungsleiter verabschiedet wurde, schenkte mir das Damenteam diesen besonderen Sekt. Da man ja eine Magnum-Flasche nicht alleine oder zu zweit genießt, sondern in der Gruppe, entschied ich, die Flasche gemeinsam mit dem Team zu trinken. Bei einem passenden Anlass. Nach dem ersten Sieg in der Regionalliga.“

Also brachte er zu jedem Heimspiel den Champagner mit und nahm ihn nach den Niederlagen wieder mit nach Hause. Hechler: „Jetzt war es endlich soweit, die Flasche zu köpfen. Gemeinsam haben wir dann alle auf den ersten Saisonsieg angestoßen. Das machte großen Spaß. Außerdem hatte das sich das tolle Team verdient.“

Seit Wochen geben die TVB-Mädels mit großem Engagement und viel Leidenschaft alles für dieses Erfolgserlebnis. Jetzt gab es den Lohn.

Die kleinen Schritte

Die Kurstadt-Korbjägerinnen nahmen sich nach erfolgloser Hinserie und der frühen Klarheit, dass die Liga eine Nummer zu groß ist, bewusst kleinere Schritte vor. Wie die erfahrene Topscorerin Anna Rapp vor wenigen Wochen beschrieb, sei dies notwendig, um die Motivation hochzuhalten. Zumal ja Anfang 2026 mit Alexandra Kujat eine Leistungsträgerin, die bis dahin zweiterfolgreichste TVB-Werferin, vor Ende des Transferfensters in die Zweite Liga zu KuSG Leimen Basketball wechselte. Umso wichtiger sei es in dieser schwierigen Situation gewesen, so Rapp, bei sich zu bleiben und den Teamgeist hochzuhalten.

„Kleine Ziele setzen. Mal eine Halbzeit gewinnen“, schwor das langjährige Punkte-Ass die Gruppe ein. Das gelang. „Mal ein ganz Spiel stabil bleiben“, nannte Rapp als zweites Ziel. „Und schließlich dann mal ein Spiel gewinnen.“

Nur einmal gewackelt

Gegen die DJK Nieder-Olm wurde dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Nach starker Defensivleistung und einer nahezu durchgängig guten Performance.

Drei Viertel entschieden die TVB-Mädels für sich, auch die wichtige Crunchtime. Nur im dritten Durchgang gab’s einen „kleinen Wackler“. Doch diesen korrigierte das Team um Trainer Jan Wroblewski umgehend. „Das Spiel war Weltklasse“, beschrieb Wroblewski überschwänglich den “geplatzten Knoten“. „Wir haben unsere Stärken endlich gesehen und ausgespielt, mit Selbstvertrauen die Aufgabe angepackt und die Würfe genauso genommen, wie wir es im Training einstudieren“, freute sich der TVB-Coach. „Hervorragend war auch unsere Verteidigung, in der wir viel miteinander kommunizierten, gut rotierten und die Zone dicht machten. Ich habe nie daran gezweifelt, was wir können. Wir alle haben so hart für die Regionalliga gearbeitet.“

Party nach dem Abpfiff

Nach dem ersten Sieg war im Team dann Ekstase pur angesagt. Wie es sich für das Erreichen eines Zieles gehört, feierten Bergzaberns Basketballerinnen nun diesen „kleinen“ Erfolg. Dank Spender Reiner Hechler und der schon seit September angesagten und immer wieder vertagten „Sause“. Der Champagner stand kalt. Die Party begann direkt nach Abpfiff. Ob Bergzaberns Basketballerinnen bereits einen neuen Spender für die nächste Feier gefunden haben? Weitere Siege soll es jedenfalls geben und ein neuer Anreiz dafür schadet nicht.

 Die Schwestern Anna Rapp (links) und Lisa Dettmer (rechts) und die Flasche.
Die Schwestern Anna Rapp (links) und Lisa Dettmer (rechts) und die Flasche.
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