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Samstag, 06. Januar 2018 Drucken

Landau: Kultur Regional

Zurück zu den Wurzeln

Die Kunst- und Museumswissenschaftlerin Annette Calleja ist Hauptautorin eines Buches über Marie Strieffler

von Willy Schächter

Die Hauensteiner Kunst- und Museumswissenschaftlerin Annette Calleja hat im vergangenen Jahr eine Ausstellung über Marie Strieffler in Landau kuratiert.

Die Hauensteiner Kunst- und Museumswissenschaftlerin Annette Calleja hat im vergangenen Jahr eine Ausstellung über Marie Strieffler in Landau kuratiert. ( Foto: Willy Schächter)

Sie ist Kunsthistorikerin und die Ururenkelin eines Protagonisten aus der Gründerzeit der Hauensteiner Schuhpioniere. Vor acht Jahren ist Annette Calleja zu den Wurzeln ihrer Hauensteiner Familie in das Haus ihres Großvaters Benno Kratz zurückgekehrt und hat das 1960 in der Kühhohl erbaute großväterliche Haus übernommen.

„De Kratze Benno“ – so ist der 2009 verstorbene ehemalige Schuhfabrikant und Kampfflieger in Hauenstein bekannt – erlebte noch seinen Herzenswunsch, dass Enkelin Annette, die ihre Kindheit und Jugend in Riedlingen an der Donau verbrachte, sein Anwesen übernimmt. „Der Wunsch meines Großvaters war es schon lange, dass sein Haus in Familienbesitz bleiben sollte und an seine jüngste Enkelin, die viel Zeit während der Ferien dort verbrachte, übergeht“, sagt die im Juni 1984 geborene Wissenschaftlerin in ihrem Zuhause, in dem sie sich mit Ehemann Markus wohlfühlt. Allerdings, so Annette Calleja, ist ihr der Schritt nicht ganz leicht gefallen: „Lange Zeit zögerte ich meinen Entschluss hinaus, da mein Beruf aufgrund des schwierigen Arbeitsmarktes eine gewisse räumliche Flexibilität erfordert.“

Doch die Museumspädagogin ist mittlerweile auch beruflich in der Region angekommen. Calleja ist Hauptautorin eines neuen kulturgeschichtlichen Buchs über die bekannte pfälzische Malerin Marie Strieffler aus Landau. Mit der Familie Strieffler war bereits Callejas Mutter Ilse Jaeger, geborene Kratz, gut vernetzt, als sie während ihres Pädagogikstudiums in Saarbrücken und Landau bei der Künstlerfamilie wohnte. Zum 100. Geburtstag der Künstlerin im vergangenen Jahr kuratierte Tochter Annette Calleja eine Jubiläumsausstellung in Landau.

Spannt man den regionalen Bogen etwas weiter, finden sich auch in der französischen Nachbarmetropole Metz Ansatzpunkte der jungen Hauensteiner Kultur- und Museumswissenschaftlerin Annette Calleja. 2015 nahm die Hauensteinerin an einem wissenschaftlichen Volontariatsaustausch teil, ausgeschrieben von der Stiftung „Haus der Geschichte“ der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Paris. Das Programm führte Calleja in das „Centre Pompidou-Metz“, das als Außenstelle des weltbekannten gleichnamigen Pariser Stammhauses seit seinem Bestehen im Jahr 2010 zu einem bedeutenden Kunstzentrum an der Nahtstelle zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg geworden ist. Die Zeit in Metz sei für sie sehr lehrreich gewesen: „Dies bot mir die einmalige Gelegenheit, beobachten zu können, wie sich eine interkulturelle Zusammenarbeit zwischen zwei Museen entwickelt und ihre Formen annimmt, welche Herausforderungen und Hürden aber auch überwunden werden müssen, damit alle Beteiligten trotz ihrer Unterschiedlichkeit profitieren können.“

Aktuell arbeitet die Hauensteiner Wissenschaftlerin bei der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz in der Abteilung Kunstvermittlung. Ihre Aufgabenbereiche umfassen in Saarbrücken die Konzeption, Koordination und Durchführung museumspädagogischer Rahmenprogramme für alle Altersgruppen.

Überhaupt Museumspädagogik, und damit schließt sich auch der Kreis zum Hauensteiner Schuhmuseum: Bereits als Studentin war Annette Calleja als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Deutschen Schuhmuseum tätig, wo sie in den Semesterferien die Museumsleitung unterstützte.

Ihr Opa wäre wohl glücklich gewesen zu wissen, dass seine Enkelin zwar Kunst und Museumsgeschichte studiert hat, aber trotzdem auch beim berühmten „Leisten“ ihrer langen Familiengeschichte geblieben ist. Annette Calleja erinnert sich, wie ihr Opa ihr die Rückkehr zu ihren Wurzeln schmackhaft machen wollte. Er habe ihr gesagt: „Egal, wo und wie viel man unterwegs ist, es braucht irgendwo auf der Welt einen Platz, den man sein Zuhause nennt.“ Und zuhause in Hauenstein angekommen ist die junge Kunsthistorikerin. In ihrem Haus steht ein schönes Kinderfoto mit den Großeltern, ein altes holzgeschnitztes Original-Modell eines Wehrmachts-Flugzeuges erinnert sie an ihren Opa Benno Kratz, den leidenschaftlichen Flieger und Schuhfabrikanten.

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