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Mittwoch, 31. Oktober 2018 Drucken

Kreis Germersheim

Zur Sache: Die „Omas gegen Rechts“

Rote Strickmützen auf dem Kopf, Protestplakate in der Hand: Seit etwa einem Jahr sind die „Omas gegen Rechts“ aus dem Straßenbild von Wien nicht mehr wegzudenken.

Kandeler Vorbild aus Wien

Im November 2017, am Tag nach der Nationalratswahl, hat die damals 69-jährige pensionierte evangelische Pfarrerin und Psychotherapeutin Monika Salzer auf Facebook die Gruppe gegründet. Mit ihren Mitstreiterinnen, darunter die Journalistin Susanne Scholl, will sie vor allem der rechtsgerichteten FPÖ, die derzeit an der österreichischen Regierung beteiligt ist, etwas entgegensetzen.

Anfang 2018 hatte die Gruppe schon weit über 1000 Mitglieder. Laut eigener Definition handelt es sich bei den Omas gegen Rechts um „eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative, die sich in den politischen Diskurs einmischen will“. Es gehe um die Erhaltung der parlamentarischen Demokratie in einem gemeinsamen Europa, um den Einsatz für die gleichen Rechte aller in Österreich lebenden Frauen, Männer und Kinder, um die sozialen Standards, „die von Eltern und Großeltern zum Teil bitter erkämpft wurden“ und um den Respekt und die Achtung gegenüber anderen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unabhängig von ihrer Religion und ethnischer Zugehörigkeit.

Oma als politische Kraft

„Die ältere Frau als öffentliche politische Kraft ist nicht in unserem kollektiven Bewusstsein gespeichert“, schreibt Salzer, selbst dreifache Mutter. „Deshalb müssen Frauen öffentlich auftreten, nicht als Einzelperson und Ausnahme, nicht als Star, sondern als Gruppe, die auffällt.“ Sie müssten aus ihrer eigenen Welt heraustreten und „eine gemeinsame starke Stimme für die Zukunft aller Kinder und Enkelkinder bilden“.

Der Ruf wurde gehört: Immer mehr Omas gegen Rechts gehen in Österreich auf die Straßen. Das Engagement reicht von der Teilnahme an Demonstrationen über einen Oma-Rave bis zur „Schule des Ungehorsams“ in Linz. Manchmal sind die Termine im Wochentakt, manchmal gehen sie täglich auf die Straße. Die Buttons und Hauben (Mützen) werden inzwischen über das Internet vertrieben, ein Oma-Lied wurde gedichtet.

Morgen, Allerheiligen, widmen die Wiener Omas ihre Donnerstagsdemo all jenen, die„ durch eine menschenverachtende Politik getötet“ wurden. Bei der Vienna Art Week im Museumsquartier ist die Gruppe mit einem eigenen Programm vertreten, auch mit Kabarett und Musik. Unter dem Motto „Widerstand im Paradies“ heißt es da am Montag: „Die Omas brüllen, was Sache ist.“ |tnc

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