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Montag, 08. Januar 2018 Drucken

Landau: Kultur Regional

Wohlklingender Neujahrscocktail

Hochkarätiges Konzert des Palatina Klassik-Vokalensembles und der -Kammerphilharmonie in der Germersheimer Festhalle

Von Barbara Eichenlaub

Professor Leo Kraemer (am Klavier) führte Orchester und Chor souverän durch barocke Werke und spritzige Opernmelodien.

Professor Leo Kraemer (am Klavier) führte Orchester und Chor souverän durch barocke Werke und spritzige Opernmelodien. ( Foto: Iversen)

Musikalische Leidenschaft, exzellente Professionalität und ein hohes Maß an gegenseitiger Wertschätzung waren die Ingredienzien für einen wohlklingenden, spritzigen Neujahrscocktail. Er wurde am Samstag in der Germersheimer Festhalle von Sängern des Palatina Klassik-Vokalensembles und von Musikern der Palatina Klassik-Kammerphilharmonie in einem begeisternden Neujahrskonzert gereicht.

Die Stabführung des musikalischen Feuerwerks oblag Professor Leo Kraemer. Mit der ihm eigenen souveränen Leichtigkeit und Präzision führte er die Musiker und Sänger durch die Werke, die er selbst humorvoll und profund ankündigte. „Ganz bewusst haben wir den ersten Teil des Konzertes als barockes Feuerwerk angelegt“, erläuterte Kraemer die Auswahl. „Sie erinnern an die ausklingenden Weihnachtstage.“ Und so brachten Chor und Kammerorchester zuerst zwei Lieder aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zu Gehör. Ungemein zart und sentimental zelebrierten die Streicher dazwischen die Orchestersuite Nr. 3 D-Dur, „Air“. Einen ersten Höhepunkt setzte die Sonate D-Dur für Trompete und Orchester von Georg Philipp Telemann. Als Solist begeisterte dabei Solo-Trompeter Manfred Bockschweiger das Publikum, das sich von dem warmen, harmonischen Trompetenklang regelrecht verzaubern ließ. Es war ein Genuss, dem Wechselspiel von Orchester und Solist zu folgen, die verschiedene Tempi und Charakter der einzelnen Sätze zu hören.

Als zweite, charismatische Solistin versprühte die Mezzosopranistin Susanne Schaeffer zuhauf glitzernde musikalische Feuerwerksplitter. Ungemein wandlungsfähig intonierte sie Musik aus verschiedenen Epochen. Wie die Arie „Er weidet seine Herde“ von Georg Friedrich Händel, bei der die Streicher mit der Stimme der Sängerin zu einem harmonischen Klangkörper verschmolzen. Auszüge aus Händels zeitloser „Feuerwerksmusik“ schmeichelten den Ohren der Zuhörer, die aus purer Begeisterung selbst zwischen den Sätzen das ein oder andere Mal Applaus spendeten. Kraemer nahm dies mit Humor und dirigierte souverän nach den kurzen Unterbrechungen weiter. Mit dem fulminanten und stimmgewaltigen „Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“ endete der Ausflug in das barocke Zeitalter.

Einen feurigen Auftritt hatte Susanne Schaeffer mit zwei Arien aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet, zu der das Orchester voller Spielfreude zuerst die Ouvertüre lieferte. Voller Esprit und Temperament brachte sie mit „Habanera“ den Saal zum Beben. Ein großes buntes Gebinde, gespickt mit farbenfroher Walzerseligkeit, bildeten die Kompositionen der „Strauß“-Familie. „Wiener Blut“ des Sohnes Johann Strauß oder die schnelle Polka „Mit Chic“ von Eduard Strauss rissen mit, weckten die Tanzlust im Saal. Eine regelrechte Show offerierten die Akteure auf der Bühne, Schaeffer, das Vokalensemble und die Kammerphilharmonie, bei Auszügen aus der Operette „Die Fledermaus“. Etwas schade war nur, dass der Chor nach Meinung von einigen Zuhörern zu weit am linken Bühnenrand platziert war. Damit rückten gerade zu Beginn des Konzertes die Männerstimmen optisch und akustisch etwas zu weit aus dem Bühnenzentrum. Eine leuchtende Perle des Abends war die Orchestersuite aus dem Musical „West-Side-Story“, an deren Ende nicht nur das Publikum heftig applaudierte. Auch Leo Kraemer bedankte sich, nicht zum ersten Mal an diesem Abend, bei den tollen und hoch professionellen Musikern. Sie glänzten quer durch alle Register, schufen eine herrliche Klangfülle in der Festhalle. Beim schmissigen „Radetzky-Marsch“ durfte das Publikum mitklatschen. Stehende Ovationen waren der Lohn für das musikalische Feuerwerk, das mit zwei Zugaben ausklang.

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