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Kreis Germersheim

Wegen Drohungen: Menschenkette in Kandel abgesagt, Anzeige erstattet

Kerzen und Blumen erinnern am Tatort an die getötete 15-jährige Schülerin.

Kerzen und Blumen erinnern am Tatort an die getötete 15-jährige Schülerin. (Foto: Iversen)

Ersatzweise Aktion in drei bis vier Wochen – Gestern Gedenkminute an Schulen

Die von der BiKaGe angekündigte Menschenkette am Sonntag findet nicht statt. Das ist das Ergebnis eines Treffens von etwa 40 Vertretern von Vereinen, Parteien und Kirchen am Dienstagabend, so gestern BiKaGe-Präsident Karlheinz Schöttinger zur RHEINPFALZ. Außerdem hat Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD) wegen der Drohungen per Mail Strafanzeige erstattet.

Als der spontane Entschluss für die Menschenkette am Sonntag gefasst wurde, sei nicht bekannt gewesen, dass die Trauerfeier nur wenige Tage zuvor stattfindet, so Schöttinger. Die Teilnehmer des Treffens am Dienstag seien sich aber einig gewesen, dass etwas getan werden müsse. „Klar, wir müssen was machen“, sei der Tenor gewesen, so Schöttinger. Das Treffen habe gezeigt: „Kandel hält zusammen.“

BiKaGe-Seite wegen Hasstiraden geschlossen

Die Facebook-Seite der BiKaGe wurde am Dienstagabend geschlossen. Der Grund waren Hasstiraden. „Es wurde zu persönlich“, so Schöttinger. 600 bis 650 Posts seien schon am Mittag gezählt worden, darunter solche „wirklich übelster Sorte“. Dem standen rund 800 positive Reaktionen gegenüber, die die BiKaGe unterstützen.

Handfeste Drohungen hatten auch Verbandsbürgermeister Volker Poß per Mail erreicht. Deshalb habe er nun Strafanzeige erstattet. Dabei rede man noch gar nicht über die vielen „Beschimpfungen, Schmähungen, Rücktrittsforderungen“, so Poß. Seine Homepage ist deshalb schon länger geschlossen. Auch die Seiten von Ehrenamtlichen sind wegen der Mails vom Netz. „Es geht darum die eigenen Leute zu schützen“, sagt Poß.

Verbesserte Sicherheitsvorkehrungen bei Verwaltung

Der Hass richtete sich auch gegen eine Verwaltungsmitarbeiterin, auch hier wurde Anzeige erstattet. Außerdem habe man Konsequenzen aus den Drohungen gezogen, berichtet Poß: Die Verbandsgemeindeverwaltung ist nur noch über den Haupteingang erreichbar. Das Sozialamt kann nur noch betreten, wer vorher klingelt und per Sichtkontrolle die Identität des Besuchers geklärt wurde.

Auch der Flüchtlingstreff im „Max und Moritz“ bleibt wohl vorerst geschlossen. Langfristig soll er wieder öffnen: „Permanent zu schließen wäre das falsche Zeichen“, betont Poß.

Mindestens 7000 Menschen an neun Schulen im Landkreis beteiligten sich gestern an einer Gedenkminute für die getötete Schülerin aus Kandel. Dazu aufgerufen hatte die Kreis-Schülervertretung.

Mainz: Integrationsausschuss tagt erst am 15. Februar

Der Integrationsausschuss des Landtags wird seine für den 17. Januar angesetzte Sitzung ausfallen lassen - was schon Ende November feststand, weil es eine Terminkollision mit einer Klausursitzung der SPD-Fraktion gibt. Der nächste Termin für den Ausschuss ist der 15. Februar. Dann soll über die umstrittene Altersfeststellung bei unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden gesprochen werden. |lap/tnc

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