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Freitag, 02. Januar 2015 Drucken

Mannheim und Region

Von 0 auf 100 in 3,5 Sekunden

2015 wollen die Studenten der Hochschule Mannheim wieder einen Rennwagen bauen

Von Volker Endres

 

Mannheim. Das Jahr 2014 ist das bislang erfolgreichste für das Delta Racing Team der Hochschule Mannheim, dem einzigen Mannheimer Motorsportrennstall, gewesen. Zum fünften Mal nahm die Motorsport-Mannschaft am weltweiten Studentenwettbewerb „Formular Student“ teil. Für das neue Jahr haben die 60 jungen Leute noch größere Ziele.

 

 

2014 konstruierte und baute die Truppe nicht nur einen Rennwagen mit einem Verbrennungsmotor, sondern erstmals auch einen Wagen mit Elektroantrieb, mit dem auf Anhieb der Sprung auf den zweiten Platz gelang. „Das war zwar schon ein riesiger Schritt, aber wir wollen uns noch einmal steigern“, sagt Marcel Erné. Der 25-jährige Marketingleiter des Rennstalls liegt gerade in den letzten Zügen seines Studiums und ist ein Mann der ersten Stunde. Für ihn wird 2015 die letzte Saison beim Delta Racing Team sein. „Da steckt sehr viel Herzblut und Enthusiasmus drin“, sagt er. Die beiden Teamchefs, Katrin Schwesinger für das Fahrzeug mit Benzinmotor und Sascha Gaberdiel für den Elektroantrieb, nicken bestätigend mit dem Kopf.

„Wir sind ein kleines Unternehmen“, sagt Erné, während seine Mitstreiter an fünf Computern sitzen und Bauteil für Bauteil das Aussehen der Rennwagen für die Saison 2015 planen und diskutieren. „Heute ist Technikbesprechung“, verrät er den Grund für die Betriebsamkeit im Büro des Rennstalls. Dort sind die kleinen Pokale nicht nur Zeichen für die Bilanz der bisherigen Rennsaisons, sondern zugleich Ansporn für die anstehenden Aufgaben. „Und wir haben in diesem Jahr für unser jahrelanges Engagement die Hochschulmedaille erhalten“, erzählt Erné. Immerhin tragen die Studenten mit ihrem Rennstall seit Jahren zum guten Ruf der Hochschule bei.

„Die Formular Student ist ein allumfassender Konstrukteurs-Wettbewerb“, erklärt der Marketingleiter. So ist vor dem ersten Pinselstrich zunächst einmal die genaue Kenntnis des Reglements gefragt. „Das ist rund vier Zentimeter dick und ändert sich in jedem Jahr.“ Doch bald müssen alle Details sitzen, denn dann müssen die Teams ihr Wissen unter Beweis stellen und den Bewerbungsbogen möglichst schnell und selbstverständlich korrekt ausfüllen, um sich einen Startplatz für die Rennen auf dem Hockenheimring, in Italien, Österreich oder in Tschechien zu sichern. „Gar nicht so einfach, weil das in unsere Klausurzeit fällt.“

Doch den Teammitgliedern gelingt dieser Spagat zwischen üblichem und außerschulischem Engagement in der Regel. „Wer bei uns mitmacht, ist in der Regel auch im Studium gut, weil jeder hier so viel lernt, was er sowohl für das Studium als auch für das spätere Berufsleben sehr gut gebrauchen kann“, sagt Erné. Und das gelte quer durch alle Fachbereiche der Hochschule. „Wir haben nicht nur die Techniker und Ingenieure, sondern auch Leute aus dem Design und dem Sozialwesen“, beschreibt der Marketingleiter. Schließlich wird auch das Aussehen des Rennwagens bewertet und das Sozialwesen sei für das Teambuilding ein wichtiger Faktor. Und in die Gesamtbewertung fallen nicht nur Zuverlässigkeit, Technik, Beschleunigung und Verbrauch der Rennwagen, sondern auch das Marketingkonzept und der Ideenreichtum bei der Akquise von Sponsoren

Im Frühjahr soll es endlich wieder auf die Rennstrecke gehen. Einen Vergleich hört Erné dabei gar nicht gerne: „Wir haben hier kein Go-Kart, sondern wir bauen ein Formel-Fahrzeug.“ Die Beschleunigung in 3,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer des Benzinmotors und der Hubraum von 610 Kubikzentimetern aus dem Vorjahr bestätigen ihn dabei. „Mit unserem Verbrennungsmotor waren wir unter allen Teams beim Rennen in Hockenheim Dritter in Sachen Energieeffizienz“, erzählt er. „Das zeigt, dass in Mannheim nach wie vor Zukunftstechnologie entwickelt wird.“

Eine Richtung, in die das Delta Racing Team auch in diesem Jahr weiter plant. Dann würden Erné und die beiden Teamchefs Katrin Schwesinger und Sascha Gaberdiel gerne auf eine weitere „erfolgreichste Saison in unserer Geschichte“ zurückblicken. In ein paar Monaten werden die Studenten dann wieder rund 30.000 Arbeitsstunden in die beiden neuen Rennwagen gesteckt haben.

 

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