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Dienstag, 20. März 2018 Drucken

Kreis Germersheim

„Solidarität ist wichtig“

Gegenüber: Katrin Rehak-Nitsche (SPD) rückt in den Landtag nach

Von Andreas Lapos

Kathrin Rehak-Nitsche nimmt im Landtag ab dem 1. Mai den Platz von Barbara Schleicher-Rothmund ein, die dann neue Bürgerbeauftragte des Landes ist.

Kathrin Rehak-Nitsche nimmt im Landtag ab dem 1. Mai den Platz von Barbara Schleicher-Rothmund ein, die dann neue Bürgerbeauftragte des Landes ist. ( Foto: van)

«Wörth.»Auf den Spagat zwischen Wissenschaft und Politik ist Katrin Rehak-Nitsche (Wörth) vorbereitet. Am 1. Mai soll sie für Barbara Schleicher-Rothmund (Rheinzabern) in die SPD-Landtagsfraktion nachrücken. Montags wird sie weiter in Stuttgart arbeiten: Dort ist sie bei der Bosch-Stiftung für den Bereich „Wissenschaft“ verantwortlich.

„Ich habe zehn Jahre lang als Protokoll-Assistentin im Bundestag gearbeitet“, erzählt die promovierte Geo-Wissenschaftlerin. Studiert hat sie Ägyptologie, Geografie und Betriebswirtschaft, ihre Doktorarbeit beschäftigt sich mit der Tektonik und der Oberflächengestalt der Anden. Mit ihrer ersten Stelle bewegte sie sich dann als Akteurin in das Feld der Politik. Bei der Helmholtz-Gemeinschaft in Berlin leitete sie die Stabstelle „Forschungspolitik“. Ihre Aufgabe dort beschreibt sie so: „Ich war eine Übersetzerin. Ich habe Politikern erklärt, warum Wissenschaft wichtig ist. Und ich habe Forschern erklärt, warum es wichtig ist, dass sie Nicht-Wissenschaftlern, also auch Politikern, erklären, was sie tun.“ Bei der unabhängig agierenden Bosch-Stiftung wird sie weiterarbeiten, weil sie es wichtig findet, dass es nicht nur Berufspolitiker gibt.

Der Umzug nach Wörth 2013 hatte familiäre Gründe: Ihr Mann Dennis Nitsche fand eine Stelle am KIT in Karlsruhe, mittlerweile ist er Bürgermeister von Wörth. Rehak-Nitsche arbeitet seit 2014 für die Bosch-Stiftung in Stuttgart. Dort verantwortet sie den Bereich „Wissenschaft“ mit 17 Mitarbeitern und einem Jahresetat von rund 7,5 Millionen Euro. Parallel hat sie sich in der Südpfälzer SPD engagiert und ist Mitglied im Unterbezirksvorstand.

Warum sie Politik macht? – „Mir sind wichtig Zusammenhalt und Solidarität, eine Gemeinschaft, in der jeder Platz hat“, sagt Rehak-Nitsche: „Es geht um Teilhabe.“ Der Weg dort hin führe über Bildung. Zur Zeit fahre der Zug aber eher in Richtung Spaltung, sagt sie. Argumente wirken polarisierend, das Vertrauen in Staat und Wissenschaft schwinde. Sie möchte deshalb, dass nicht mehr von „den“ Medien oder „der“ Politik die Rede ist, das die Dinge wieder differenziert betrachtet werden. Wie das gelingen kann? – „Wichtig ist Haltung. Eine Haltung finden, wie wir damit umgehen. Und Dinge auch wiederholen“, sagt Rehak-Nitsche – und plädiert für die Teilnahme an der Politik. „Weil Politik alle Lebensbereiche durchdringt und deshalb jeden betrifft. Und wenn es einem wichtig ist, mitzugestalten, dann ist das der Weg. Wenn viele sagen, Politik betrifft mich nicht, ist das falsch. Denn genau dort werden die Rahmen gesetzt.“

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