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Freitag, 12. Oktober 2018 Drucken

Kreis Südliche Weinstrasse

Rhodt: Viele Touristen, viele Verkehrsprobleme

Von Heinz Lambert

Da wird’s eng zwischen Autofahrern und Fußgängern: die Theresienstraße in Rhodt.

Da wird’s eng zwischen Autofahrern und Fußgängern: die Theresienstraße in Rhodt. ( Foto: Iversen)

Wer in diesen Tagen in Rhodt unterwegs ist, dem fällt es wie Schuppen von den Augen: Das Traminerdorf quillt über vor Urlaubern. Mit dem nie versiegenden Zustrom wachsen auch die Verkehrsprobleme. Doch wie zur Beruhigung beitragen? Das ist die große Frage.

Mächtig ins Zeug legten sich schätzungsweise 40 Rhodter Bürger bei einem Workshop zum Thema Verkehrsberuhigung am Mittwochabend. Einigkeit bestand darin, dass der stetig zunehmende Verkehr viel Lärm und Gefahren für die Fußgänger mit sich bringt. Zu oft seien Autofahrer zu schnell unterwegs. Herbert Serr machte für die Theresienstraße die Pflastersteine als außergewöhnliche Lärmquelle aus. „Tempo 30 und Rechts-vor-links haben hier überhaupt nichts gebracht“, sagte Serr. Durch das Verändern der Parkmöglichkeiten, weg von den Bäumen hin zur Mitte der Straße, soll seiner Ansicht nach der befahrbare Teil der Straße verengt werden, um eine Reduzierung der Geschwindigkeit und somit auch des Lärms zu erreichen.

Zur Rennstrecke sei die Weyherer Straße verkommen, wurde von mehreren Anwohnern beklagt. Wo maximal 50 Stundenkilometer erlaubt sind, brachte es kürzlich ein Raser an der Geschwindigkeitsmessanlage auf 107 Sachen. Barbara Krapp schlug vor, die Edesheimer Straße zur Einbahnstraße zu machen. Auch der früher angeregte Bau einer Ortsumgehung machte die Runde. Die Neugasse als Sackgasse auszuweisen und die Zufahrt für Lastwagen und Wohnmobile auszuschließen, war eine andere Idee. In der Turmstraße müsse es langsamer zugehen, seien dort doch der Spielplatz und der Sportplatz von Kindern stark frequentiert. Mehrfach wurde die Möglichkeit genannt, Schwellen auf die Straßen aufzubringen. Der Einbau von Kantsteinen in der Weinstraße für eine Abgrenzung der Straße zu den Fußgängern oder auch die Markierung der Fahrbannrinne als Fußgängerweg sollen für mehr Sicherheit sorgen. Fahrbahnverengungen an den Ortseingängen könnten ebenfalls eine Lösung der Probleme bedeuten.

Weitestgehend einig war man sich in der Ansicht, dass nicht die Touristen, sondern vor allem die Einheimischen zu schnell unterwegs sind. Die Verantwortlichen der Busfirma Palatina oder der Sozistationen sollen direkt angesprochen werden, da deren Fahrer sich häufig nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. „Wer zu schnell fährt, soll es finanziell spüren. Zum einen durch Bußgelder, außerdem dann, wenn er oder sie mal in einer zu engen Straße eine Hauswand streift und das Auto dann auf eigene Kosten repariert werden muss“, sagte Herbert Serr. Herbert Heußler fragte, warum es nicht möglich sei, an jedem Ortseingang Blitzgeräte aufzustellen. In Baden-Württemberg gebe es das auch.

Nun wird geprüft, welche der vorgeschlagenen Ideen machbar sind. Hierzu sind Gespräche mit dem Ordnungsamt, der Polizei, dem Landesbetrieb Mobilität und der Kreisverwaltung zu führen, da Zuständigkeiten für einige Straßen beim Land oder beim Kreis liegen. Sobald feststeht, was gemacht werden kann und darf, sollen ab dem 12. November drei Aktionswochen starten. Diese sollen, wie Beigeordneter Armin Pister sich ausdrückte, auch übertrieben durchgezogen werden, um aufzuwecken und zu sensibilisieren.

Michael Lavin, Besitzer der Gaststätte „Rhodter Adler“, wohnt an einem der neuralgischsten Verkehrspunkte im Dorf, nämlich der Kreuzung Weyherer/Edesheimer Straße mit der Weinstraße. Er ist für das Aufstellen von übergroßen Transparenten mit Aufschriften wie „Wir haben die Schnauze voll! Weniger Verkehr für Rhodt!“ Diese sollen dann länger als in den drei Aktionswochen aufgestellt bleiben.

„Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir als Gemeinschaft auftreten und nicht etwa die Anwohner einzelner Straßen“, appellierte Ortsbürgermeister Torsten Engel, der verkehrstechnisch gesehen nur neuralgische Punkte im Ort sah.

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