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Mittwoch, 08. August 2018 Drucken

Landau: Kultur Regional

Paminas Herztöne

Klingende Huldigung auf Cello und Klavier zu Max Slevogts 150. Geburtstag: Uschik Choi und Bernhard Wambach spielen in Edenkoben

Von Gabor Halasz

Uschik Choir spielt Variationen von Beethoven.

Uschik Choir spielt Variationen von Beethoven. ( Foto: Iversen)

Mit Wandmalereien in seinem Refugium in Neukastel bei Leinsweiler hat sich Slevogt den Opern Mozarts gewidmet.

Mit Wandmalereien in seinem Refugium in Neukastel bei Leinsweiler hat sich Slevogt den Opern Mozarts gewidmet. ( Foto: THÜ)

„Max Slevogt und die Musik“ war diesmal das Thema im Herrenhaus Edenkoben. Das jüngste Programm erinnerte an den 150. Geburtstag des Malers, Grafikers, Illustrators und Bühnenbildners am 8. Oktober dieses Jahres. Gratulanten waren Mozart und Beethoven und als Ausführende Uschik Choi (Cello) und Bernhard Wambach (Klavier). Das weitere Angebot: Solostücke des Herrenhaus-Stipendiaten Udi Perlman.

Die Anregung zum Programm gab die Ausgabe von Slevogts gerade vor hundert Jahren erstellten Randzeichnungen zur authentischen Kopie von Mozarts Originalpartitur der „Zauberflöte“, die der Landauer Verein Strieffler Haus der Künste jetzt herausbringt. Einen Überblick über das Projekt gab in Edenkoben Albrecht Müller, Kurator des Slevogt-Jubiläums beim Strieffler-Haus-Verein.

Vor diesem Hintergrund bot sich freilich die Stückwahl fast selbstverständlich an. Zumindest führte an der „Zauberflöte“ kein Weg vorbei, das heißt, an Beethovens Variationen für Cello und Klavier über Papagenos Hit, „Ein Mädchen oder Weibchen“, und seinem Duett mit Pamina, „Bei Männern, welche Liebe fühlen“. Den Auftakt zum Programm gab Wolfgang Amadeus Mozarts Klaviersonate in Es-Dur (KV 282).

Dem dramaturgischen Leitgedanken des Abends entsprach auch Alexander Zemlinskys der Hausmusik zugedachtes Arrangement von Auszügen aus der Oper für Klavier zu vier Händen und wurde überdies von den Zuhörern begeistert aufgenommen.

Den Aufführungen lässt sich zweifellos sehr beeindruckender spielerischer und musikalischer Standard bescheinigen. Was auch auf den zweiten Klavierpart des vielseitigen Choi in Zemlinskys vierhändiger „Zauberflöten“-Bearbeitung zutrifft.

Auf jeden Fall ging es in diesem Konzert überaus lebendig und dynamisch zu. So spielte Wambach die Es-Dur-Sonate akzentfreudig, zupackend, keineswegs verzärtelt und zugleich stilvoll. Elegant und differenziert entspann sich dann der kammermusikalische Dialog in den beiden markant, mit Esprit und deutlich spürbarer Musizierfreude vorgetragenen Beethovenschen Variationswerken.

Auch zeigten sich die beiden Spieler um Virtuosität keineswegs verlegen. Im Gedächtnis haften blieben Wambachs perlende Läufe und Passagen und Chois ausgeglichener, kantabler, bis ins Spitzenregister stets ausgeglichener Celloton und seine prägnanten Akzentuierungen. Besonders nahm der junge koreanische Cellist für sich ein in den Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ durch expressiv ausmusizierte Kantilenen. Allerdings wurde an einigen Stellen dieses Stücks die Cellostimme vom Klavierpart zugedeckt. Mit zwingendem Nachdruck kamen dann die auf vierhändig auf dem Flügel präsentierten Arien und Szenen aus der „Zauberflöte“ daher.

Last not least die beiden Stücke des Herrenhaus-Stipendiaten Udi Perlman. Der junge israelische Komponist, der auch bei Wolfgang Rihm und Jörg Widmann studiert hat, zeigte in „Hermez“ für Cello allein und „Kivun“ für Klavier ausgeprägtes Interesse am Klang, den er sensibel auf seine unterschiedliche, auch entlegene Facetten erforschte, mit Obertönen, Flageolett-Tönen und Glissando. Intensiv experimentierend. Reizvoll erschien dabei im Klavierstück die Gegenüberstellung von Tonleitern und einzelnen herausgehobenen Tönen und Klängen.

Spannung-Entspannung scheint ein wesentliches Prinzip seiner musikalischen Dramaturgie darzustellen und für das Repetieren entwickelte er in den beiden in Edenkoben (übrigens sehr kompetent aufgeführten) Stücken eine gewisse Vorliebe. Ansprechende Kontrastmomente mochten schließlich entstehen durch wilde Instrumentalaufschreie und extremes Pianissimo an der Grenze zum Verstummen.

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