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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Landau

Neue Tendenzen beim Wandern

Schaidt: Pfälzerwaldverein Schaidt stellt Wanderplan für Touren „Frauen 50+“ vor – Vorerst drei Wandervorschläge im Jahresplan

Von Monika Bögelspacher

Die Wanderangebote des Pfälzerwald-Vereins Schaidt werden gerne genutzt, egal, ob vor der Haustür oder weiter weg.

Die Wanderangebote des Pfälzerwald-Vereins Schaidt werden gerne genutzt, egal, ob vor der Haustür oder weiter weg. ( Foto: Privat/Frei)

Auf dem „Schusterpfad“ – Frauen voran bei Wanderungen des Pfälzerwald-Vereins Schaidt.

Auf dem „Schusterpfad“ – Frauen voran bei Wanderungen des Pfälzerwald-Vereins Schaidt. ( Foto: Privat/Frei)

Wörther Bahnhof, Mittwochmorgen, die Pendler strömen in die Bahnen nach Karlsruhe. Umgekehrt steigen wenig später viele ältere Herren in Wanderkleidung, oft mit Stöcken bewaffnet, grüppchenweise in die Bahnen Richtung Landau, Bad Bergzabern oder Weißenburg. Der Mittwoch ist festgefügter Wandertag vieler Männer, „weil die Ärzte geschlossen und die Wanderhütten offen haben“, verkünden sie frohgemut. Und diese Ausflüge scheinen eine eher männliche Vorliebe zu sein, wenige Paare sind gesichtet, Frauengruppen sieht man nicht. „Die müssen die Enkel hüten oder machen lieber Wellness“, wissen die Herren auf Nachfrage.

Und erklären freimütig, dass man als Ehepaar gerne auch gemeinsame Hobbys pflege. „Aber man kann nicht immer beieinander kleben.“ Und im ersehnten Ruhestand bleibe trotz vieler Aktivitäten oft eine „Leerstelle“, zum Beispiel die Kontakte mit den Kollegen.

So entstand vor vielen Jahren die „Siemens-Wandergruppe“. Völlig losgelöst von der Firma, lädt Wanderführer Karl Schupp seine zehn Mitwanderer wöchentlich zu abwechslungsreichen Touren. Meist sind die in der Pfalz, mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, „mit sicherer GPS-Wegeführung und mit garantiertem Einkehrschwung“. Sie lieben die Pfälzer Gastlichkeit mit einer guten Schorle, „und es wird keineswegs viel Alkohol getrunken“, widerspricht Schupp so manchem Vorurteil gegenüber Männergruppen.

Die Wanderer zwischen 65 und 80 Jahren genießen die schönen Landschaften, „wir ergänzen die weiten Ausblicke mit interessanten Themen, von heiterem Geplauder über Politik bis Technik“. Themen, die Frauen vielleicht nicht so mögen, ergänzt Gerhard Urschler. Er ist kein „Ex-Siemensianer“ aber sportlicher Mitwanderer und schätzt das flotte Wandern bei schönen Touren. „Es fördert die Fitness und ist gesellig.“ Und Schupp ergänzt, „dass sich mancher Mann viel entspannter ohne die Frau an seiner Seite verhält“.

„Das ist umgekehrt ebenso“, kann Brigitte Schneider aus Wörth bestätigen. „Auch wir Frauen haben eigene Themen, manch interessantes Gespräch entwickelt sich erst beim Gehen, außerdem gibt es bei Frauen-Wandergruppen immer viel zu lachen.“ Sie freut sich, dass der rührige Pfälzerwald-Verein Schaidt diesen Trend erkannte und im Wanderplan für das neue Jahr erstmals drei Wandervorschläge „Frauen 50+“ anbietet.

Der „alte Kern“ im Verein habe zwar gezweifelt, „warum was Neues, es war doch bisher immer gut, ’gemischt’ zu wandern“, erzählt Wanderführerin Christiane Rinck. Sie wird im April mit vielen Informationen zur Geschichte auf dem „Westwallweg“ starten, im August wird in Leinsweiler auf Max Slevogts Spuren gewandert und im Oktober wird die Ruine Guttenberg von Schweigen-Rechtenbach aus erstiegen. Bei etwa zehn Kilometern ist auch immer ein Einstieg für weniger Geübte zu schaffen.

Die Frauenwanderungen werden einen eigenen Touch haben, „Gehen, Hören, Sehen, wir wollen zwischendurch auch zur Ruhe kommen“. Christiane Rinck möchte gerne Bewusstsein schaffen für die Besonderheiten des Waldes. „In die Stille hineinhören, und wenn man es zulässt, kann man mit Atemübungen und kleinen Qi-Gong-Einheiten alle Sinne schärfen.“

Das wird die Frauen- von den Männerwanderungen unterscheiden, aber wie gewohnt wird immer ein gemütliches Picknick oder eine herzhafte Einkehr mit dabei sein. „Frauen machen in den Hütten viel weniger Umsatz, Männer sind beliebter“, lästern die Herren der Schöpfung. Doch dem widerspricht Ernst Fuchs, der zum ehrenamtlichen Bewirtungsteam der Böchinger Hütte gehört. „So kalkulieren wir nicht, wir freuen uns über jeden Gast, der den Wald liebt und hier bei Essen und Trinken unsere gemütliche Einkehrmöglichkeit schätzt“.

Diese Meinung teilt auch Elmar Rinck, Vorsitzender der Schaidter Ortsgruppe, der für dieses neue Angebot steht, „weil wir neue Tendenzen beim Wandern erkennen und uns neuen Personenkreisen öffnen wollen“.

Info

—Der komplette Wanderplan mit monatliche ein bis zwei Touren – vorwiegend in der Pfalz – kann im Internet: „Pfälzerwald-Verein Schaidt“ eingesehen werden.

—Kontakt: Elmar Rinck 06340 5455 – E-Mail: e.rinck@t-online.de

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