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Samstag, 28. Oktober 2017 Drucken

Landau

Landauer Weihnachtscircus: Die Show geht weiter

Von Barbara Swojanowsky

Für Hochspannung am Hochseil sorgt das Artistenduo „Los Ortiz“ aus Kolumbien.

Für Hochspannung am Hochseil sorgt das Artistenduo „Los Ortiz“ aus Kolumbien. ( Foto: Zirkus)

Im Januar hatte Sturmtief „Egon“ den Landauer Weihnachtscircus schwer getroffen. Das Zelt war zerstört, der wirtschaftliche Schaden groß. Und dann war da noch der in Brand gesteckte Zirkus-Lastwagen. Doch das Team hat sich aufgerappelt und meldet sich mit neuen Höhepunkten wie einer Wild-West-Show mit Rekordhalter zurück.

Ein schweres Jahr liegt hinter den Machern des Landauer Weihnachtscircus’. Das Team um Direktor Jakel Bossert aus Pirmasens musste nach dem zerstörerischen Sturmtief „Egon“ im Januar hart ums Überleben kämpfen. Denn das Unwetter hatte das Hauptzelt zerstört und auch Teile der Inneneinrichtung in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kamen wirtschaftliche Sorgen wegen der Einnahmeausfälle. „Es sah nicht gut für uns aus“, erzählt Bossert beim Pressegespräch gestern Morgen. „Aber aufgeben kam für uns nie infrage. Denn wenn man etwas liebt, dann tut man alles dafür.“

Verzicht und harte Arbeit

Und das bedeutete für Bossart, der sich bereits mit drei Jahren in die Zirkuswelt verliebte, vor allem Verzicht und harte Arbeit. Er erzählt, dass er in diesem Jahr für die Vorbereitungen des Weihnachtscircus’ keine Saisonkräfte eingestellt habe. Auch die Veranstaltung im Dezember stemme das Team aus eigenen Kräften, sagt Bossert. „Wir plakatieren dieses Jahr selbst. Stallpersonal für unsere Tiere stellen wir auch nicht ein. Meine Tochter Ann-Katrin kümmert sich allein um die Tiere, wie in den vergangenen Monaten auch.“

 

Der Zirkusdirektor berichtet auch, dass es für ihn und seine Familie seit dem Sturm keine freien Tage mehr gegeben habe. „Wann immer es ging, sind wir in der Region aufgetreten, um Geld zu verdienen.“ Außerdem habe man zahlreiche Arbeitsstunden damit verbracht, die nostalgische Inneneinrichtung zu reparieren. „Vieles was mir am Herzen lag, habe ich mit eigenen Händen aus dem eingestürzten Zelt gerettet.“

Reparatur in italienischer Zeltfabrik

Das Zelt haben die Zirkusleute nicht eigenständig reparieren können. Darum habe sich eine italienischen Zeltfabrik gekümmert. Im Dezember werde das Originalzelt dann wieder auf dem Landauer Messegelände stehen und in neuem Glanz erstrahlen. „Hinter uns liegt eine harte Zeit. Es hat mich sehr berührt, wie sehr uns unser Publikum unterstützt hat. Und wenn wir erst einmal wieder spielen, wird es die schönste Zeit für uns“, ist Bossart überzeugt.

 

Weil trotz aller Katastrophen der Traum vom Zirkus auch 2017 weitergeht, wird in diesem Jahr unter dem Motto „Weihnachtsträume“ gespielt. Der Schwerpunkt der Show liegt auf der Artistik. Die Tiershow – dieses Mal Familiensache. Ann-Kathrin Bossert zeigt mit ihren Tieren ein „Bauernhof-Potpourri“. Nur zwei Foxterrier kämen nicht aus der Familie. Sie gehören einem Luftakrobatiker, der riskante Säbelbalancen vorführt und seine Hunde durch die Luft fliegen lässt.

Viel Neues

Die Verantwortlichen versprechen für die diesjährige Show außerdem viel Neues. „Wir waren sehr bemüht, Artisten zu finden, die man so noch nicht in Deutschland gesehen hat“, erklärt Bossert. Künstlerin Katiuscia Pirlo aus Italien feiert mit ihrer Seifenblasendarbietung Premiere. Und die Ukrainerin Anna Kucherenko beweist an der Stange Kraft und Körperbeherrschung. Deutschlandpremiere feiert auch die „Brophy Family“. Eine Truppe, die die Lasso- und Peitschenkunst beherrscht. „Eigentlich wollte ich nie eine Wild-West-Show in meinem Zirkus haben“, sagt Bossert, „aber diese Nummer hat mich überzeugt.“ Truppenchef Gary Brophy hält den Guinness-Weltrekord im Knallen mit der längsten Peitsche der Welt.

 

Direktion und Artistenmanagement haben aber noch mehr in petto: Zum ersten Mal in der 16-jährigen Geschichte des Landauer Weihnachtscircus’ gibt es ein „Skywheel“ – in der Zirkussprache auch Todesrad genannt. Auf einem rotierenden Rad zeigt das Artistenduo „Los Ortiz“ aus Kolumbien spektakuläre Übungen. Und Clown Gagik Avetisyan aus Armenien schlüpft in die Rolle des britischen Komikers Charlie Chaplin.

 

 

Info

Der Landauer Weihnachtscircus spielt vom 21. Dezember bis zum 7. Januar, täglich um 15 und 19 Uhr, auf dem neuen Messegelände in Landau. Weitere Infos und Karten gibt’s im Internet unter www.landauer-weihnachtszirkus.de.

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