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Donnerstag, 07. Dezember 2017 Drucken

Landau

Landau: Wickert Maschinenbau will mit Kompromiss erweitern

Von Sebastian Böckmann

Das Tor an der Rappoltsweilerstraße soll länger geöffnet werden, um Verkehrslärm zu mindern.

Das Tor an der Rappoltsweilerstraße soll länger geöffnet werden, um Verkehrslärm zu mindern. ( Foto: Iversen)

Die Wickert Maschinenbau GmbH will ohne Zustimmung des Bauausschusses erweitern. Sie hat Vorschläge, wie sie den Lärm reduzieren könnte.

Am Dienstagabend haben sich Unternehmer Hans-Joachim Wickert und Mitarbeiter mit einer Gruppe von Nachbarn aus Rappoltsweiler- und Münsterstraße getroffen, um über die Erweiterungspläne zu sprechen. Wie berichtet, will das Unternehmen zwei 18,5 Meter hohe Produktionshallen um 36 auf 72 Meter verlängern. Die Nachbarschaft klagt über den erdrückenden Eindruck, den Schattenwurf und den Verkehr durch vor allem zu- und abfahrende Beschäftigte sowie deren geparkte Autos in den engen Straßen des Wohngebiets.

Wickert vertritt die Ansicht, dass die Autos der Belegschaft die Nachbarn nur geringfügig beeinträchtigten, da nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter die wenigen nördlich gelegenen Stellplätze anfahre oder in der Rappoltsweilerstraße parke. Trotzdem sei das Unternehmen bemüht, Rücksicht zu nehmen. Wickert schlägt daher vor, das rückwärtige Hoftor während der Zu- und -abfahrtzeiten geöffnet zu halten. Man sei auch bereit, auf 25 bis 36 der 50 geplanten neuen Parkplätze zu verzichten, die über die Rappoltsweilerstraße angefahren werden. Die Parkplätze sollen weder samstags noch von Schichtarbeitern genutzt werden. Letzteres sei jetzt schon der Fall. Außerdem will das Unternehmen das Parken auf dem gesamten Firmengelände so umorganisieren, dass der Parkplatz an der Rappoltsweilerstraße erst ab 6.45 Uhr angefahren wird (bisher ab 5.45).

Der Lieferverkehr über die Rappoltsweilerstraße soll auch künftig auf das absolute Minimum begrenzt werden. Die Bepflanzung an der Grundstücksgrenze könne in Abstimmung mit den direkten Anliegern so gestaltet werden, dass Fahrzeugschall minimiert und der optische Eindruck optimiert werde.

Wickert teilte den Nachbarn weiter mit, dass er einen Bauantrag anstrebe, der den geplanten Baukörper „komplett in der am 5. Dezember diskutierten Version“ umfasse. Das soll offenbar durch eine Umplanung möglich werden: Durch Verzicht auf ein Geschoss in der bestehenden Halle soll die im Mischgebiet zulässige Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,6 unterschritten werden. Das berichten Bernd Bossong und Heiko Blädel aus dem Gespräch. Die GFZ ist ein Maß für die bauliche Nutzung eines Grundstücks. 0,6 bedeutet, dass auf einem 100 Quadratmeter großen Grundstück 60 Quadratmeter Wohn- oder Nutzfläche errichtet werden dürfen. Auf wie vielen Ebenen das möglich ist, regelt der Bebauungsplan.

Wickert hat „perspektivisch“, also ohne Zeitangabe, in Aussicht gestellt, weitere Parkplätzen zu schaffen, die nicht über die Rappoltsweilerstraße angefahren werden, und die Parkplätze an der Rappoltsweilerstraße aus Richtung Süden zu erschließen, also aus Richtung der Wollmesheimer Straße. Letzteres wäre ein wichtiger Schritt zur Befriedung. Wie berichtet, gibt es allerdings Probleme mit einer neuen Firmenzufahrt, weil der Landesbetrieb Mobilität diese ohne Abbiegespur oder sonstigen Straßenumbau für zu gefährlich hält. Eine Lösung ist zumindest vorstellbar, wenn auch die Stadt ihr neues Stadtviertel im Südwesten erschließen muss.

Die Nachbarn bewerten das Gespräch gestern kritisch: Der Unternehmer sei auf keinen Gegenvorschlag eingegangen. Ihr Eindruck: Er habe den Kontakt vor allem aufgrund entsprechender Forderungen aus dem Bauausschuss geführt. Die Ergebnisse des Gesprächs wollen die Anwohner umgehend mit ihren Nachbarn besprechen und eine Rückmeldung an den Bauausschuss und an das Unternehmen geben.

Nach Angaben von Baudezernent Maximilian Ingenthron kennt die Stadtverwaltung die neuen Wickert-Pläne noch nicht. Er hat mit Bedauern zur Kenntnis genommen, dass es offenkundig zu keiner maßgeblichen Annäherung gekommen sei. Die Führung des Baustellenverkehrs müsse vom Ordnungsamt genehmigt werden. In diesem Punkt machen sich die Anlieger allerdings wenig Hoffnung: Aufgrund der historisch gewachsenen verschachtelten Bebauung des Firmengeländes sei die Baustelle nur über die Rappoltsweilerstraße zu erreichen.

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