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Landau

Landau: Wälle sollen B10-Lärm schlucken

Von Sabine Schilling

38,5 Millionen Euro investiert der Bund in den Ausbau der B 10 zwischen Godramstein und Landau-Nord (unser Bild). Der Abschnitt misst 4,1 Kilometer. Der Planfeststellungsbeschuss ist unanfechtbar.

38,5 Millionen Euro investiert der Bund in den Ausbau der B 10 zwischen Godramstein und Landau-Nord (unser Bild). Der Abschnitt misst 4,1 Kilometer. Der Planfeststellungsbeschuss ist unanfechtbar. ( Foto: van)

Sechs Jahre sollen die Bauarbeiten an der B10 bei Landau laufen. Der Landesbetrieb Mobilität möchte im kommenden Jahr beginnen.

Der Godramsteiner Ortsvorsteher Michael Schreiner setzt sich für einen verbesserten Lärmschutz an der B10 ein, die ab dem nächsten Jahr zwischen Godramstein und dem Autobahnanschluss 65 Landau-Nord vierspurig ausgebaut wird. Bei Südwestwind kommt die Bundesstraße Godramstein sehr nah.

B10-Teilstück wird 26 Meter breit

 

Die Speyerer Dependance des Landesbetriebs Mobilität hat im Frühjahr die Böschungen entlang der B10 zwischen Godramstein und Landau-Nord geologisch untersucht, jetzt wird gerodet (wir berichteten). Das 4,1 Kilometer lange, dreispurige Teilstück soll auf 26 Meter verbreitert werden: vier Fahrspuren und zwei Standstreifen. Für den Planfeststellungsbeschluss besteht seit 10. August 2015 Baurecht. „Das ist unser Arbeitsauftrag“, sagte ein Behördensprecher.

Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium verspricht den Bürgern Maßnahmen, die im Vergleich zu heute deutlich besser vor Verkehrslärm schützen. So soll im Schützenhof in Landau, dem Wohngebiet zwischen Godramsteiner Straße und B10 nördlich des Bethesda, die Belastung um vier bis sechs Dezibel auf dann 45 bis 49 Dezibel in der Nacht sinken.

Wände und Wälle

 

Das wollen die Straßenplaner mit Wänden und Wällen erreichen. Bei Godramstein sind drei und vier Meter hohe Lärmschutzwände geplant sowie eine vier Meter hohe Wall-Wand-Kombination: zwei Meter Wall, darauf eine zwei Meter hohe Wand. Auch am Schützenhof in Landau soll eine Wall-Wand-Konstruktion stehen – drei Meter Wand auf sechs Meter Wall, macht eine Höhe von neun Metern. Außerdem: eine Wall-Wand-Kombination von neun auf sechs Meter abgestuft, ein Lärmschutzwall von fünf auf zwei Meter abgestuft mit einer vier Meter hohen Wand und eine vier Meter hohe Lärmschutzwand. Für die Wälle wird der Erdaushub verwendet. „Die Regelböschungsneigung ist 1:1,5“, erläutert Ministeriumssprecherin Susanne Keeding. Dies bedeute bei einem Meter Wallhöhe beidseitig je eineinhalb Meter Stellfläche zuzüglich der Wallkrone, die aus Gründen der Verdichtung mindestens einen Meter betragen muss. Das ergibt bei einem Meter Wall mindestens vier Meter Wallfuß. Über die Beschaffenheit der Wände, ob also Glas, Kunststoff, Gabionen oder anderes, werde erst in der Bauphase entschieden, so das Ministerium.

Unterdessen feiern die Godramsteiner einen kleinen Erfolg. Die Pläne des LBM für ein Regenrückhaltebecken mitten im Wingert auf Godramsteiner Gemarkung hatte einigen Weingütern Sorgen bereitet. Der inzwischen verstorbene Behördenleiter Kurt Ertel sei den Winzern sehr entgegengekommen, lobt Ortsvorsteher Schreiner. Das 5000 Quadratmeter große Becken soll nun auf einen Acker verschoben werden. Eigentümer hätten Wiesen verkauft, um Weinbergsflächen zu schonen.

5000 Quadratmeter großes Regenrückhaltebecken

 

Ein Blick zurück: Bereits 2007 pflanzten die Straßenplaner ein rund 5000 Quadratmeter großes Regenrückhaltebecken in der Nähe der B10 in die Weinberge. Die Winzer hätten die Tragweite dieser Planung damals nicht erkannt, erläutert der Ortsvorsteher. Als die Betroffenen in diesem Jahr wegen des Verkaufs ihrer Grundstücke angeschrieben wurden, machte der Ortsvorsteher die Sorgen der Winzer zu seiner Sache. Er nahm die CDU-Landtagsabgeordnete Christine Schneider ins Boot und nahm Kontakt zum Landesbetrieb auf.

Das Regenrückhaltebecken ist erforderlich, weil auf der breiteren Bundesstraße bei Regen mehr Wasser anfällt. Die Wassermassen bei heftigem Regen in die Queich laufen zu lassen, könnte Überschwemmungen nach sich ziehen.

Auf Wunsch der CDU-Fraktion zu Jahresbeginn hat die Stadt den LBM gebeten, die Ausbauarbeiten bei Landau im Stadtrat zu erläutern. Es ist noch kein Termin bekannt.

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