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Mittwoch, 13. Februar 2019 Drucken

Landau

Landau: Uni-Fusion „darf kein Sparmodell werden“

Die Uni Landau muss nun ohne Koblenz auskommen und sich mit Kaiserslautern arrangieren. (Foto: Iversen)

Die Fusion der Uni Landau mit der Technischen Universität Kaiserslautern ist beschlossen. Das hat die Landesregierung am Dienstag verkündet. Viele Akteure aus Politik und Hochschule melden sich zu Wort. Tenor: Ohne mehr Geld wird’s nicht gehen. Aber auch auf das Wie kommt es an.

Am Dienstag ist die Entscheidung offiziell verkündet worden: Die Universität Koblenz-Landau wird aufgelöst. Während der Koblenzer Standort der Doppel-Uni eigenständig werden soll, wird der Landauer Campus mit der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern eine neue Hochschule bilden. May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Uni Koblenz-Landau, begrüßt laut einer Pressemitteilung, dass eine Entscheidung gefallen ist und damit eine „lähmende, unsichere Phase ein Ende“ hat . Die Uni könne nun „wieder aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft arbeiten“. Um die Fusion der Uni Landau mit der TU erfolgreich zu gestalten, müsse das Land für eine angemessene Finanzierung sorgen. Zudem dürfe durch das Zusammengehen der tägliche Betrieb nicht gestört werden. Die Fusion könne dazu führen, dass eine neue TU entstehe, die mehr sei als „die Summe ihrer Teile“, heißt es in der Pressemitteilung.

Asta sieht Risiken

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Uni Landau sieht hingegen viele Risiken in der Fusion. Nur wenn alle Interessensgruppen der Hochschule in den Prozess eingebunden würden, könne die Zusammenlegung gelingen, schreibt Vorsitzender Paul Klär in einer Stellungnahme der Studierenden. Bisher würden nur die Hochschulleitungen eingebunden, das sei ein „krudes Verständnis von Partizipation“. Klar sei, dass die Fusion keine Sparmaßnahme werden dürfe, ergänzt Asta-Vorsitzende Ann-Kathrin Rudy. „Wir sind uns bewusst, dass selbst großzügige Investitionen in die ,Universität der Pfalz’ nicht bedeuten, dass der erhebliche Raum- und Kapazitätsmangel am Campus Landau ein Ende nimmt. Trotzdem muss allen Beteiligten klar sein, dass die aktuelle Situation am Campus Landau nicht zukunftsfähig ist.“

Auch der Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) fordert, dass der Uni-Standort Landau aus der Fusion gestärkt hervorgehen müsse. Bereits am Montag habe er mit Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) telefoniert. Dieser habe ihm, Hirsch, versichert, dass die Neustrukturierung „kein Sparmodell“ werde, heißt es aus dem Rathaus. Landau habe sich „etwa im Bereich Umweltwissenschaften zur bundesweiten Top-Adresse entwickelt“, betont Hirsch. Das sei ebenso wie der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Lehrern ein Pfund, mit dem die Stadt und ihre Universität wuchern könnten. „Wir brauchen uns in Landau nicht zu verstecken.“

Es kommt auf Bedingungen an

Wolf sei oft in Kaiserslautern unterwegs und spreche mit der Führung der TU, merkt Peter Lerch an, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landauer Stadtrat. Ob er die Fusion befürworte, „kommt massiv auf die Bedingungen an“. Er habe Sorge, dass der Landauer Standort „hinten runterfallen“ könnte. Bei einer Doppel-Uni Kaiserslautern-Landau müssten Lerchs Ansicht nach Entscheidungskompetenzen in Landau bleiben. Zudem müsste die Finanzausstattung des Standorts verbessert werden. Dieser sei derzeit unterfinanziert. „Dabei wird es nicht ausreichen, dass der Minister auf die Förderung durch den Hochschulpakt des Bundes verweist, Hochschulpolitik ist Ländersache.“ Also müsse auch das SPD-geführte Rheinland-Pfalz in die Landauer Uni investieren.

„Die großartige Entwicklung der Stadt Landau wäre ohne die Universität nicht denkbar“, betont Florian Maier, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Er fordert, die Diskussion positiv zu führen, alles andere sei „fahrlässig“. Die Uni sei ein Standortvorteil Landaus gegenüber anderen Städten in der Region, die Fusion könne auch für die TU Kaiserslautern vorteilhaft sein.

„Bislang hat Minister Wolf den chaotischen Prozess in Gutsherrenart geführt“, kommentiert Lukas Hartmann, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Umso mehr müsse der SPD-Minister jetzt erklären, was Landau davon habe. „Wenn die SPD die Fusion durchdrücken will, dann nur über eine Neugründung der Universität, Investitionen in Millionenhöhe, eine Fächergarantie für beide Standorte und eine S-Bahnlinie Kaiserslautern-Landau-Karlsruhe“, fordert Hartmann.

„Eine solche Fusion macht nur Sinn, wenn unter dem Strich ein Gewinn für die Standorte steht“, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete Christine Schneider. Bisher fehle den von Wolf geplanten Strukturveränderungen allerdings das Fundament. „Normalerweise steht erst das Konzept samt der zugehörigen Kosten, bevor man eine Entscheidung trifft.“ Schneider fordert nun einen offenen und transparenten Prozess, in den alle Beteiligten eingebunden werden müssten. Dabei gehe es nicht nur um die Universitätsspitzen, sondern auch um die betroffenen Städte und Vertreter der wissenschaftlichen Fachrichtungen und der Studierendenwerke. „Zentrales Element ist die Finanzierung der Hochschule. Wenn durch die Fusion Forschung und Lehre gestärkt werden sollen, reichen bloße Strukturveränderungen nicht aus“, betont die Edenkobenerin. Es gehe darum, die Hochschulen auskömmlich mit Finanzmitteln auszustatten. „Wir werden sehr genau darauf achten, dass es hier kein Nullsummenspiel gibt.“ |fare/ansc

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