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Dienstag, 14. Mai 2019 - 16:01 Uhr Drucken

Landau-Ticker

Landau: Tierärztin aus Kreis SÜW muss neun Monate in Haft

Die Tierärztin, hier im Gespräch mit Verteidiger Christian Süß, muss ins Gefängnis. Foto: Van

Die Tierärztin, hier im Gespräch mit Verteidiger Christian Süß, muss ins Gefängnis. Foto: Van

[aktualisiert: 16.32 Uhr] Die Tierärztin aus dem Kreis Südliche Weinstraße ist im Berufungsprozess vor dem Landauer Landgericht am Dienstag zu neun Monaten Haft wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt worden. Zudem muss die Frau wegen zweier Betrugsfälle eine Geldstrafe in Höhe von rund 3500 Euro bezahlen. Auch darf sie für vier Jahre keine Tiere halten. Ein Berufsverbot hingegen wurde nicht erteilt. Es stehe zu vermuten, dass sie die Zulassung als Tierärztin verliere, betonte Richter Daniel Hoffmann.

Die Strafe wird laut Hoffmann nicht zur Bewährung ausgesetzt, weil sich die Tierärztin nach dem Schuldspruch des Amtsgerichts Landau im Oktober „unbelehrbar“ gezeigt habe. Sie würde eine Bewährungsstrafe nicht als Warnung verstehen.

Vom Vorwurf, drei Kängurus erhebliches Leid zugefügt zu haben, wurde die Angeklagte freigesprochen. Die Haltung sei nicht artgerecht gewesen, aber: Die geladenen Experten haben ausgesagt, dass die Tiere nicht „erheblich“ gelitten hätten, sagte Richter Hoffmann.

Beide Seiten prüfen Rechtsmittel

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Staatsanwältin Anne Herrmann und Verteidiger Christian Süß betonen nach der Urteilsverkündung, dass sie prüfen, ob sie Rechtsmittel einlegen werden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert. Das Gericht sei ihrer Forderung „in weiten Teilen gefolgt“, sagt Herrmann. Er sei mit der Strafzumessung einverstanden – aber er sehe gute Gründe, diese zur Bewährung auszusetzen, erläutert Süß.

65 Tiere verwahrlost

Die Tierärztin ist im Berufungsprozess wegen Tierquälerei sowie wegen zweier Betrugsfälle angeklagt. In der ersten Instanz vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Landau war sie zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Im April 2017 hatten Polizisten bei einer Razzia in Privathäusern der Frau 44 Hunde, 18 Katzen und drei Kängurus gefunden. Die Tiere waren völlig verwahrlost. Nach Medienberichten wurde sie im Mai von französischen Behörden auf einem ihr zum Teil gehörenden Anwesen verhaftet. Dies sei nicht korrekt, sagt Anwalt Süß am Dienstagmorgen vor Gericht.

|fare

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