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Mittwoch, 29. März 2017 Drucken

Kreis Germersheim

In jedem Fall Rennsport

Wir sind Zukunft: Valentino Catalano bastelt zusammen mit seiner Familie an einer Karriere als Rennfahrer. Kart-Champion ist der Elfjährige bereits. Wenn es wider Erwarten mit der Rennfahrerkarriere nichts wird, will der Gymnasiast Ingenieur werden und Rennautos mitentwickeln.

Von Stephanie Mohr

Auf der Rundstrecke ist der elfjährige Valentino Catalano mit seinem Kart bis zu 130 km/h schnell. ( Foto: Catalano/Frei)

Valentino Catalano mit dem Modell eines Rennautos. ( Foto: Catalano/Frei)

Westheim. Seit seinem zweiten Lebensjahr ist Valentino Catalano aus Westheim fasziniert vom Motorsport. Da schaute er sich schon die Formel 1-Rennen im Fernsehen an. Als er fünf Jahre alt war, nahm ihn sein Vater, ein ehemaliger Kart- und Formel 4-Fahrer, mit auf die Rennstrecke und ließ ihn im Kart seine ersten Runden drehen. Damit fing seine Karriere an.

Heute kann Catalano auf zahlreiche Erfolge im Kartslalom (Fahren eines mit Pylonen abgesteckten Kurses) zurückblicken. Er belegte unter anderem erste Plätze bei der ADAC Rheinland-Pfalz Meisterschaft und beim Bundesendlauf des ADAC Kartslalom-Cups. Im vergangenen Jahr wechselte er zur Kart-Rundstrecke in die Bambini-Klasse. Dort belegte er unter anderem Platz drei im Westdeutschen ADAC Kart-Cup. In diesem Jahr startet er in der X30-Junior-Klasse und hat zum ersten Mal die Chance, sich für eine Europa- und Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Catalano ist inzwischen elf Jahre alt, besucht die fünfte Klasse des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums in Speyer und hat nur ein Ziel: Er möchte Rennfahrer werden!

„Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute bestimmt dieses Ziel meine Gedanken. Ich arbeite hart daran und gebe immer mein Bestes“, sagt der ehrgeizige und zielstrebige Junge. Er weiß auch, dass der Motorsport gefährlich ist. „Sicherheit geht vor. Wir tragen zum Beispiel Spezialhelme, einen Nacken- und Rippenschutz, haben einen Sicherheitssitz und einen Überrollbügel“, zählt Catalano auf. Einen schlimmen Unfall habe er bislang noch nicht gehabt, nur ein einziges Mal sei ihm ein anderer mit seinem Kart hinten auf die Stoßstange gefahren. Von Weitem habe es „ziemlich wild ausgesehen“ und den Eltern einen Schrecken versetzt. Aber dank Heckauffahrschutz sei ihm nichts passiert.

Angst habe er beim Kartfahren nicht, erzählt Catalano. Ganz im Gegenteil. Er liebe die Geschwindigkeit. Mit seinem Kart erreicht er rund 130 km/h. „Es ist ein tolles Gefühl auf der Strecke zu sein und zu versuchen, die anderen Fahrer zu überholen. Du musst Runde für Runde den perfekten Bremspunkt vor jeder Kurve finden. Das herauszufinden macht sehr viel Spaß“, schwärmt Catalano. Nach jeder Fahrt wertet er zusammen mit seinem Rennteam die Daten des Bordcomputers aus. „Wir sehen uns jede Kurve an. Ich reflektiere und lerne daraus und motiviere mich, es das nächste Mal besser zu machen“, sagt Catalano.

Seit 2016 startet er auf der Rundstrecke für Stern Motorsport–Kartteam aus Schwegenheim, welches junge Talente fördert. Mit Beginn der Rennsaison ab April steht jedes Wochenende im Zeichen des Kart- beziehungsweise Motorsports. Der Elfjährige wird von seiner Familie begleitet. Sein Opa Franco Catalano ist Kfz-Mechaniker-Meister und unterstützt ihn multifunktional: Er ist Teamchef, Mechaniker, Trainer, Einkäufer und Sponsor in einer Person!

„Es ist schön, die komplette Familie dabei zu haben“, freut sich der junge Kartfahrer. Er weiß, dass es im Kart- und Motorsport ohne Sponsoren nicht geht. Sein neues Kali-Kart hat zum Beispiel 7000 Euro gekostet und während einer Saison braucht er schon mal 30 Satz Reifen zu je 200 Euro. „Das ist wirklich sehr teuer. Bis jetzt können wir die Kosten noch stemmen, auch dank meines Vaters, des ADAC Teams Pfalz und einigen Sponsoren.

Sollte Valentino jedoch in etwa vier Jahren in die Formel 4 aufsteigen, geht es ohne hohe Sponsorenbeträge nicht mehr. Da kostet eine Saison locker mal 200 000 Euro. Das können wir nicht alleine leisten“, sagt sein Vater Daniel Catalano.

Sollte es mit der Rennsportkarriere nicht klappen, hat der Schüler schon einen Plan B in der Tasche: Er möchte Ingenieur werden und an der Entwicklung neuer Fahrzeuge mitwirken.

 

Kontakt

 

www.valentino-catalano.de

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