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Freitag, 25. November 2016 Drucken

Landau

Hitzige Diskussion ums liebe Geld

Uni Landau: Finanzierung, Stellenabbau, Raumsorgen beschäftigen hochkarätig besetztes Podium

Ein Protestzug formierte sich am Mittwoch Mittag an der Universität und führte durch die Stadt in die Bürgerstraße (wir berichteten). ( Foto: Iversen)

Wichtige Themen, hochkarätige Gäste – und nur sehr wenige Studenten. Bei der Podiumsdiskussion am Mittwoch in der Landauer Universität sprechen die Beteiligten Klartext, im allerdings nur zu einem Viertel gefüllten Hörsaal 2. Vor allem Universitätskanzler Michael Ludewig nimmt kein Blatt vor den Mund. Bei der Veranstaltung der Hochschulgruppe „Campus Grün“ kritisiert er die Landesregierung hart. Die Finanzierung der Uni sei ungerecht und viel zu knapp.

 

Ludewig, als Kanzler für die Geschäftsführung der Hochschule verantwortlich, wünscht sich, dass die Universität Koblenz-Landau zumindest so viele Mittel erhalte, wie die in dieser Beziehung „zweitschlechteste Uni“ in Rheinland-Pfalz. Das ist die in Trier. Dort kommen 933 Mitarbeiter, davon 186 Professoren, auf 14.000 Studenten. Zum Vergleich: Koblenz–Landau hat 560 Mitarbeiter, davon 161 Professoren, und 16.000 Studenten. „Es geht mir vor allem darum, im Stellenplan eine ähnliche Größe zu erreichen wie Trier“, erläutert Ludewig der RHEINPFALZ.

Zwar sei die Finanzierung gesichert, aber nur bis 2023. Dann laufen die Bundesmittel aus dem Hochschulpakt aus. Eigentlich sollte dieses Geld zur Grundfinanzierung hinzukommen, doch in Landau macht es „einen erheblichen Teil der Gesamt-Finanzierung aus“, betont er. Und nennt Zahlen: Rund 20 der 100 Millionen Euro des Etats seien durch diese Mittel abgedeckt. Der Bund zahlt für jeden Studenten 13.000 Euro, das Land legt 1000 Euro pro Geisteswissenschaftler und 9000 Euro pro Naturwissenschaftler oben drauf.

Zumindest in diesem Punkt kann die SPD-Landtagsabgeordnete Giorgina Kazungu-Haß die Gemüter beruhigen. Als Mitglied des Wissenschaftsausschusses habe sie mit Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) gesprochen und das Thema im Blick. „Es muss und wird so ein Programm wieder geben“, legt sie sich fest. Doch ansonsten wird der Abend für sie ungemütlich. Vor allem, als sie ankündigt, dass weitere neun Stellen im Verwaltungsbereich wegfallen sollen.

Als Vertreterin der Regierungspartei wird Kazungu-Haß von den Studenten zudem Wortbruch vorgeworfen. Denn angesichts der Proteste 2015 habe der Minister der Unileitung schriftlich versprochen, acht Stellen in der Bibliothek zu schaffen. Davon seien sechs Stellen geblieben, befristet bis 2023, die nicht vom Land finanziert werden, sondern von der Hochschule selbst. Das nutze so gar nichts, poltert Ludewig. Universitätspräsident Roman Heiligenthal sieht sogar einen Bedarf von 40 Millionen Euro, um auf das Niveau einer durchschnittlichen Unibibliothek zu kommen.

Drittes Ärgernis des Abends ist der geplante Campus Süd auf dem Ebenberg, der die Raumprobleme lösen helfen soll. Alles sei geplant und mit den Investoren ausgehandelt, sagt Ludewig. Die Kosten könne die Universität selbst tragen, doch die Genehmigungen des Wissenschafts- und Finanzministeriums in Mainz fehlten. Er befürchtet, dass die privaten Investoren abspringen könnten und „lieber Eigentumswohnungen errichten, wenn das Projekt nicht bald umgesetzt werden kann“. Ein ähnliches Problem besteht beim Umzug des Fachbereichs Kunst in die ehemalige Reithalle der Franzosen auf dem Ebenberg. „Die Techniklehre kann erst ihre Werkstatt im Ostring bekommen, wenn die Kunst dort ausgezogen ist“, erklärt Heiligenthal den Zusammenhang. Dies könne sie aber erst, wenn die Stadt Landau die Baugenehmigung erteilt. Die Stadt will den Antrag „zeitnah“ bearbeiten, reklamiert aber, dass die Unterlagen erst Mitte Oktober vollständig eingereicht worden seien.|fare

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