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Freitag, 17. August 2018 Drucken

Landau: Kultur Regional

Happy Birthday – oder auch nicht

Duo Crazy Pony im Landauer Frank-Loebschen Haus

Von Sonja Roth-Scherrer

Musik trifft auf Zirkus: Das Duo Crazy Pony setzt sich aus Léa Rovero und Frank Powlesland zusammen.

Musik trifft auf Zirkus: Das Duo Crazy Pony setzt sich aus Léa Rovero und Frank Powlesland zusammen. ( Foto: Iversen)

Zum Abschluss der Kleinen Montagsreihe galoppierte das Duo Crazy Pony im Innenhof des Frank-Loebschen Hauses in Landau durch ein rasantes Crossover zwischen rassigem Bluegrass auf dem Banjo und einem ebenso gertenschlanken Bass wie seine Spielerin, akrobatischen Kunststücken und komödiantischen Einlagen.

Ob Léa Rovero tatsächlich am 13. August Geburtstag hat oder sich nur zur eigenen Belustigung in jeder Show vom Publikum ein Ständchen singen lässt? So ganz sicher konnten die Gäste des Kulturzentrums Altstadt am Montagabend nicht sein, dass der „Hinweis“ von Frank Powlesland nicht einer von den vielen komödiantischen Einlagen in der rasanten Show des Duos Crazy Pony ist. Ein schelmischer Blick aus den kugelrunden Augen unter einem roten Fascinator mit Pfauenfeder und das breite Grinsen der Schweizerin im rotkarierten Countrykleidchen verrieten bei jedem Lied den Spaß am Spiel.

Auf die Ankündigung des Banjospielers aus England – „jetzt spielen wir ein Stück von Elvis Presley“ – folgte lediglich der erste Takt vom „Jailhouse Rock“ und der sarkastische Hinweis: „Ich sagte doch: ein Stück“. Aus der Schachtel mit dem „kleinsten Banjo auf der Welt“ kam eine Mundharmonika hervor. Und den – „nach der Diät ohne Schnitzel“, so die freie Übersetzung der französisch sprechenden Schweizerin – ungewöhnlich schlanken Bass hat Frank Powlesland selbst gebaut. Immer dann, wenn die gertenschlanke Bassistin müde wurde, bot der Partner ihr während des Spiels in akrobatischen Krafteinlagen mit seinem Körper, in der Hocke als Stuhl oder liegend als Sofa, eine Ruhemöglichkeit. Der gebürtige Engländer, der heute in der Heimat seiner Partnerin, der Westschweiz, lebt, spielte das Banjo mit rasenden Fingern. Als er das langhalsige Zupfinstrument gegen eine glänzende Metallgitarre eintauschte, ging ein anerkennendes Raunen durch die Reihen: „It’s a Dobro“, hauchte Powlesland hingebungsvoll ins Mikrofon und streichelte das Instrument zärtlich, bevor er nach der Ankündigung „Heavy Metal“ die Resonatorgitarre mit Fingerpicks bearbeitete und der wunderbar metallische Klang den „moonshine by night“ anhimmelte.

Das Publikum ließ sich mitnehmen, klatschte zum Takt rasanter Tanzlieder im Stil amerikanischer Folklore eifrig mit, stimmte im Chor John Denvers Country-Hymne „Country Road“ sowie das amerikanische Volkslied „House of the rising sun“ an und besang mit Blick in den lauen Abendhimmel die vorbeiziehenden Wolken.

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