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Montag, 02. Januar 2017 Drucken

Landau

Großbrand in der Silvesternacht

Von Jennifer Back

 

Rund 150 Wehrleute bekämpfen das Feuer in Mörlheim. ( Foto: van)

Gut drei Stunden dauert es, den Brand in den Griff zu kriegen. ( Foto: van)

Kein schöner Start ins neue Jahr: In der Silvesternacht ist eines der beiden Gebäude der Firma Industrie Kunststoff Technik IKT Systems in Mörlheim vollständig abgebrannt. Was das Feuer ausgelöst hat, ist noch unklar. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schätzt die Höhe des Schadens auf mindestens eine Million Euro.

Zeit, während ihrer gemeinsamen Feier des Jahreswechsels Silvesterraketen und Böller vor der Wache in den Himmel zu schicken, haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr Landau in der Nacht auf Sonntag noch. Dann um 0.40 Uhr der Notruf: Im Industriegebiet Kleiner Sand in Mörlheim brennt ein Gebäude. Am Einsatzort angekommen, ist recht schnell klar, dass das Feuer in der Montagehalle der Firma Industrie Kunststoff Technik IKT Systems nicht so leicht unter Kontrolle zu bringen ist. Weitere Feuerwehren aus der Südpfalz werden zur Unterstützung alarmiert.

Am Ende sind nach Angaben von Michael Bumb, Pressesprecher der Landauer Wehr, 150 Feuerwehrleute aus Landau sowie der Verbandsfeuerwehren Annweiler, Edenkoben, Herxheim, Offenbach, Bad Bergzabern und Landau-Land mit Spezialfahrzeugen da, um der Flammen Herr zu werden. Auch das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz sind vor Ort. Die Feuerwehr Mörzheim springt derweil für die Stadtfeuerwehr ein.

Eine Gebäudemauer stürzt teilweise ein. Dichte Rauchwolken ziehen in Richtung Bornheim. Polizeibeamte fahren durch die vom Rauch gefährdeten Bereiche und fordern die Anwohner über Lautsprecherdurchsagen auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU), der bei größeren Schadenslagen immer von Stadtfeuerwehrinspekteur Dirk Hargesheimer informiert wird, macht sich erst in der Einsatzleitzentrale, dann vor Ort ein Bild von dem Geschehen. Der gemeinsame Gefahrstoffzug von Stadt und Landkreis wird eingesetzt.

Eine Warnung an die Bürger über die Warndienste Katwarn und Nina wird herausgegeben – doch die kommt nicht überall an. „Wir müssen dem nachgehen, ob das an bestimmten Handyeinstellungen liegt oder ob die Apps nicht reibungslos funktionieren“, sagt Hirsch auf Anfrage. Bereits beim Wickert-Brand im August und beim landesweiten Probe-Alarm Anfang Dezember hatte es Probleme mit der Übertragung gegeben (wir berichteten).

Gegen vier Uhr dann die Entwarnung: Der Brand ist unter Kontrolle und wenig später gelöscht. Die Schnelle Einsatzgruppe Verpflegung der Feuerwehr Landau versorgt die Einsatzkräfte mit Heißgetränken und nach dem Einsatz in Eiseskälte mit einer Mahlzeit.

IKT-Geschäftsführer Michael Maul steht am Neujahrstag unter Schock. Ihn hat der Anruf über das Unglück während der Silvesterfeier erreicht. Für die zehn Mitarbeiter gehe alles normal weiter, denn das Bürogebäude und die Werkstatt sind dem Brand nicht zum Opfer gefallen. Bei allem Schreck gibt sich Maul zuversichtlich: „Das haut uns nicht um.“ Einen Überblick konnte er sich selbst noch nicht verschaffen, denn das Gelände wurde abgesperrt. Weil die Brandrückstände noch gasen, kann es erst heute betreten und untersucht werden, teilt das Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen auf Anfrage mit. Die Kripo Landau ermittelt.

Verletzt wird bei dem Großbrand niemand. Und dennoch gilt es in der Nacht Leben zu retten. Und zwar das von Koi-Karpfen. Im zweiten Gebäude sind viele der wertvollen Zuchtfische untergebracht. Weil der Strom wegen des Feuers ausgefallen und damit die notwendige Sauerstoffzufuhr unterbrochen ist, müssen die Wehrleute Frischwasser zuführen, um die Kois am Leben zu halten. Ob die Zierfische überlebt haben, kann Feuerwehrsprecher Bumb nicht sagen.

Hirsch bedankt sich bei allen Einsatzkräften vor Ort: „Es ist nicht selbstverständlich, dass sie sich in der Kälte die Nacht um die Ohren schlagen, um zu helfen.“ Der Oberbürgermeister will heute die IKT-Geschäftsführung kontaktieren. „Unsere städtische Wirtschaftsförderung wird zusammen mit dem Unternehmen prüfen, ob Ausweichimmobilien oder behördliche Hilfe nötig sind.“

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