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Donnerstag, 08. März 2018 Drucken

Kreis Südliche Weinstrasse

Ein Freund fürs Leben

Klingenmünster: Joel und sein Therapiehund Sky wirken schon unzertrennlich. Dabei haben sich der autistische Junge und die Labradorhündin am Montag erst zum dritten Mal gesehen. Doch die beiden werden erst dauerhaft ein Paar, wenn Joels Pflegefamilie 25 000 Euro aufbringt. Geld, das sie nicht hat. Jetzt kommt es auf Spenden an.

Von Maria Hirsch

Ein Herz und eine Seele: Joel und Therapiehund Sky, daneben Kirsten Wilken vom Hundezentrum Norddeutschland.

Ein Herz und eine Seele: Joel und Therapiehund Sky, daneben Kirsten Wilken vom Hundezentrum Norddeutschland. ( Foto: van)

Übers ganze Gesicht strahlt der siebenjährige Joel, als er mit seiner vierbeinigen Begleiterin Sky von einem Waldspaziergang mit Pflegemutter Sabrina Weis und der Rostocker Assistenzhundetrainerin Kirstin Wilken zurückkehrt. Im Haus der Familie Weis in Klingenmünster, wo sich Kind und Hund zunächst aneinanderschmiegen, wechselt bei Joel dann abrupt die Stimmung. Auf einmal wird er laut und unkonzentriert und beansprucht mit seinen „Kunstwörtern“, die nur seine Pflegemutter versteht, volle Aufmerksamkeit. Ärzte haben bei dem Jungen ADHS, das Asperger-Syndrom – eine Autismusform – sowie eine geistige Behinderung festgestellt. Derzeit ist er auf dem geistigen Stand eines Dreijährigen, sagt Weis.

Sky nimmt das emotionale Auf und Ab des Jungen gelassen hin. Die Hündin reagiert, wenn Joel etwas will, lässt ihn in Ruhe, wenn er sich abwendet. Aber immer wieder sucht Joel den Kontakt zu ihr, sie tut ihm gut. Dabei begegnen sie sich an diesem Montag erst zum dritten Mal. Zuletzt gab es ein Treffen im vergangenen Herbst (wir berichteten), bei dem Sky von Ulrich Zander vom Hundezentrum Norddeutschland begleitet wurde. Dort wird der Assistenzhund, der von seinem Wesen ideal zu Joel passt, wie ein vorheriger Test mit dem Jungen und mehreren anderen Hunden ergab, in zwei Jahren speziell auf ihn zugeschnitten ausgebildet. Kommt die benötigte Summe von 25.000 Euro zusammen, ist dem grobmotorigen Jungen, der Gefahren nicht einschätzen kann und ständige Beobachtung braucht, ein verlässlicher therapeutischer Begleiter sicher. Sky werde für Joel auf den Straßenverkehr achten, seine Weglauftendenzen unterbinden oder ihn finden und zurückbringen, bei Reizüberflutung beruhigen und ihn durch speziell antrainierte Verhaltensweisen von fremden Menschen abblocken, erklärt Trainerin Kirstin Wilken. Zur umfassenden Schulung des Tieres zählen auch Aufenthalte in Förderschulen, Physiotherapie- und anderen Einrichtungen. Damit der Faden nicht abreißt, bekommt die Pflegefamilie regelmäßig Fotos und Videos von Sky.

„Wir hoffen sehr auf weitere Spenden, die Joel zu einem eigenständigen Leben verhelfen“, sagt Pflegemutter Sabrina Weis. Die Familie konnte 1500 Euro selbst aufbringen, 5322 Euro Spenden waren bis Anfang März zusammengekommen. Dafür ist die Familie sehr dankbar, besonders dem Landauer „Futterhaus“, das Sky regelmäßig mit Futter unterstützt. Dessen Besitzer Stephen Biley ist stolz, „eine volle Spendendose“ überreichen zu können. Die CDU-Landtagsabgeordnete Christine Schneider, die bei dem Treffen von Joel und Sky dabei sein wollte und dann verhindert war, zählt auch zu den Spendern.

Für Sky gibt’s an diesem Tag ein Leckerli, Joel ist begeistert. Diesmal fällt ihm der Abschied besonders schwer.

INFo

—Spendenkonto: Empfänger ist Servicehundezentrum e.V., Ostseesparkasse Rostock, Iban: DE48 1305 0000 0201 0831 08, Bic: NOLADE21ROS, Verwendungszweck: Assistenzhund für Joel.

—Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter der Adresse www.hundezentrum-norddeutschland.de.

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