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Mittwoch, 23. August 2017 Drucken

Landau

Eduard Spranger - „Keine Ahnung, wer das ist!“

Umbenennung des Eduard-Spranger-Gymnasiums bei Schülern kein Thema

Von Paula Janke und Lena Wind

„Das ESG heißt ja schon lange so“, sagen Schüler. „Was wäre denn ein besserer Name?“

„Das ESG heißt ja schon lange so“, sagen Schüler. „Was wäre denn ein besserer Name?“ ( Foto: van)

Während am Montagabend im Atrium des Landauer Eduard-Spranger-Gymnasiums diskutiert wurde, scheint der Streit um den Schulnamen unter Schülern kein Thema zu sein. Bei einer Umfrage der RHEINPFALZ zeigten sie sich wenig interessiert an den Naziverbindungen ihres Schulpatrons.

„Eduard Spranger – war das nicht ein Nazi?“, rutscht es der 16-jährigen Anna heraus. Ihr Mitschüler Simon, der wie sie die elfte Klasse besucht, ergänzt: „Das war doch so ein Pädagoge.“ Das Problem mit der Namensgebung ihrer Schule scheint die befragten ESGler nicht wirklich zu beschäftigen.

Tim, ebenfalls Oberstufenschüler, gibt unumwunden zu: „Keine Ahnung, wer das ist!“ Etwas mehr wissen Vanessa und ihre Freundinnen. Die Oberstufen-Schülerinnen sind gegen die Umbenennung der Schule: „Das ESG heißt ja schon lange so, und was wäre denn ein besserer Name?“ Luca und Karal aus der neunten Klasse stimmen ihnen zu: „Ach, das ist doch jetzt wirklich egal. Dieser Geschichtstyp musste ja scheinbar ganz genau suchen, um irgendwelche Naziverbindungen zu entdecken.“ Wäre Spranger wirklich ein so schlimmer Nazi gewesen, hätte man das ja wohl schon vorher wissen müssen. Mit dieser Meinung sind sie nicht alleine.

„Ich würde den Schulnamen nicht ändern“, sagt die 16-jährige Laurine, „jeder hat schließlich eine Vergangenheit.“ Auch Stella und Kathrin aus der neunten Klasse sind gegen eine Umbenennung. „Wenn, dann hätte es schon vor Jahren passieren müssen.“ Sollte es eine Änderung geben, würden sie die Initialen ESG behalten, „das wäre einfacher für alle“. „Ein schönes Gymnasium“, ruft eine Freundin. Alle müssen lachen. Die beiden 14-Jährigen wünschen sich, dass die Schüler mehr in die Diskussionen einbezogen würden. Dem stimmt Daniel aus der zehnten Klasse zu.

 

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