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Mittwoch, 13. Dezember 2017 Drucken

Landau

Die Jugend heizt der Jugend ein

Von Judith Hörle

Das erste „Jungheizer“-Projekt (von links): Techniker Ronald Pech mit den Azubis Liridon Lusjai, Matthias Czerny, Hendrik Böhm und Oliver Reinhold.

Das erste „Jungheizer“-Projekt (von links): Techniker Ronald Pech mit den Azubis Liridon Lusjai, Matthias Czerny, Hendrik Böhm und Oliver Reinhold. ( Foto: van)

Heizen mit „Jungheizer“-Logo: Über die Faszination Motorsport will die Truppe junge Leute fürs Handwerk begeistern.

Heizen mit „Jungheizer“-Logo: Über die Faszination Motorsport will die Truppe junge Leute fürs Handwerk begeistern. ( Foto: Friedel + Ullmer)

Wirtschaft regional: Das Handwerk ringt mit Nachwuchssorgen. Davon kann auch die Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnikbranche ein Lied singen. Um den Beruf für junge Leute interessanter zu machen, hat der Betrieb Friedel + Ullmer das Projekt „Jungheizer“ angestoßen, dem sich andere Firmen anschließen können.

«Landau.» Die vier Azubis der Landauer Firma Friedel + Ullmer – einer pro Lehrjahr – blicken zufrieden auf den „Königskessel“. Über drei Tage haben sie die moderne Heizungsanlage – „der Mercedes unter den Heizungsanlagen“ – in einem Privathaus in Bornheim installiert. Selbstständig, nur unter Aufsicht von Cheftechniker Ronald Pech. Es ist das erste Projekt des neu gegründeten „Jungheizer“-Teams, mit dem es zeigen will, was die Jugend so alles drauf hat und wie spannend der Handwerksberuf sein kann.

Entscheidung nach einer Woche

„Nicht nur Studieren ist schön, auch handwerkliches Arbeiten kann interessant sein“, sagt Hendrik Böhm, der kurz vor seiner Abschlussprüfung steht. Er sei schon immer technikbegeistert und handwerklich geschickt gewesen, der Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik-Bereich sei vielseitig und sein Betrieb unterstütze die Mitarbeiter mit Weiterbildungen. Deswegen habe er sich nach einer Woche Praktikum für die Lehre entschieden, berichtet der 19-Jährige aus Kirrweiler. Nun wollen er und seine drei Azubi-Kollegen mit dem „Jungheizer“-Projekt weitere junge Leute für den Beruf begeistern.

Imagefilm in Planung

Schulungen und Werksbesichtigungen sind geplant. Ende Januar soll ein Film über das Berufsbild gedreht werden, mit dem die Lehrlinge dann an Schulen gehen wollen, um sich zu präsentieren und Nachwuchs anzulocken. Und bei Rennsportveranstaltungen – der Chef ist dem rasanten Sport verbunden – schmücken „Jungheizer“-Aufkleber die Autos des Rennsportteams „IG Motorsport Südpfalz“. Ein Wochenende am Hockenheimring für die junge Truppe kann er sich auch gut vorstellen, sagt Geschäftsführer Nico Ullmer. „Das ist ein Thema, das junge Leute begeistert. So schaffen wir Motivation und Elan. Wir wollen mehr Schwung in die Nachwuchsförderung bringen“, erklärt er die Intention des Projekts.

Eigenes Projekt

Friedel + Ullmer sei dabei nur der Initialzünder. „Die jungen Leute sollen ihr eigenes Projekt daraus machen. Und Auszubildende anderer Firmen können gerne mit einsteigen.“ Er hofft darauf, dass sich der Gedanke in der Branche verbreitet. Anfang Januar sollen die Homepage und die Facebook-Seite der „Jungheizer“ an den Start gehen, auf denen die Azubis ihre Projekte präsentieren werden. Diese sollen auch zu einem Portal werden, über das sich Interessierte für ein Praktikum bewerben können, um ins Handwerk einzusteigen. Finanziert werden will das Ganze natürlich auch. Aktuell gehe seine Firma in Vorleistung, sagt Nico Ullmer. Zudem unterstützten Lieferanten wie Tece, Sanipex oder BWT das Projekt. An weiteren Partnern sei er dran. Irgendwann solle das Projekt autark laufen.

„Vor 20 Jahren gab es über 40 Prozent mehr Lehrlinge als heute, dabei brauchen wir heute eigentlich viel mehr als damals“, rechnet Nico Ullmer vor. Deswegen hofft er, über die „Jungheizer“ dem Nachwuchsmangel gegensteuern zu können.

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