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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Landau

Der kreative Unruhestifter

Wirtschaft regional: Mit 14 Jahren verteilte er seine ersten Visitenkarten in der Schule, mit 16 Jahren gründete er seine eigene Agentur. David Kieffer aus Steinfeld ist DJ, Fotograf, Filmer, Licht- und Tontechniker, Hochzeitsausrichter, Print- und Webgestalter – und das ziemlich erfolgreich. Der Verein SÜW gehört beispielsweise zu seinen Kunden.

Von Judith Hörle

David Kieffers Büro strotzt nur so von Technik, aber auch alte Schallplatten von Queen oder Bob Marley finden hier einen würdigen Platz.

David Kieffers Büro strotzt nur so von Technik, aber auch alte Schallplatten von Queen oder Bob Marley finden hier einen würdigen Platz. ( Foto: van)

Mit 16 Jahren bekam er seinen Gewerbeschein.

Mit 16 Jahren bekam er seinen Gewerbeschein. ( Foto: privat)

«Steinfeld.»„Lasst uns kreative Unruhe stiften!“ Unter diesem Motto hat David Kieffer aus Steinfeld mit seiner Agentur Kieffer Mediengestaltung und Veranstaltungstechnik schon einiges auf die Beine gestellt – und das, obwohl er erst 20 Lenze zählt. Für „Die Junge Südpfalz isst gut“ oder die Weintage der Südlichen Weinstraße produzierte er Aftermovies, für verschiedenen Weingüter schießt er Business-Fotos oder gestaltet Webseiten, in der Clubszene kennt man ihn als DJ. Und das ist noch längst nicht alles.

„Schon mit 15 Jahren hatte ich den Wunsch, ein eigenes Gewerbe zu starten“, berichtet der Jungunternehmer in seinem Büro im Keller des Elternhauses, das vor Technik nur so strotzt. Wie viel er dafür ausgegeben hat? „Ich weiß nicht. Zu viel. Aber ich habe noch Visionen“, sagt er verschmitzt. Seinen Gewinn hat er immer in neue Ausstattung investiert, um für alles rund ums Veranstaltungsmanagement gerüstet zu sein. Zum Beispiel in eine Drohne oder ein extremes Weitwinkelobjektiv (Fisheye). „Mein Ziel ist, dass wir ein Ansprechpartner sind, der sich um alles kümmert – von Flyern und Plakaten im Vorfeld über Musik, Licht- und Tontechnik bei der Veranstaltung bis zu Fotos und Videos für danach“, erklärt Kieffer.

Als Siebtklässler entdeckte er über ein Schulprojekt seine Liebe zum Film. Zu Weihnachten schenkte ihm die Familie seinen ersten Camcorder. Das war der Startschuss für seine „Stonefield Studios“ – so der erste Name seiner Firma. Mit 16 Jahren konnte er seinen Gewerbeschein in der Hand halten – nach einem Sondergenehmigungsmarathon, weil er noch nicht volljährig war. Bald reichte ihm die Filmerei nicht mehr aus und er strebte nach neuen Herausforderungen.

„Damals war das A 65 mein größter Kunde.“ Für die Disco bei Kandel drehte er die Aftermovies. Dort kam er mit DJs und Lichttechnikern in Kontakt und konzentrierte sich fortan auch auf die Sparte Veranstaltungstechnik. „Mit 16 Jahren hab’ ich mit Sondergenehmigung die Lichtsteuerung im Gloria-Kulturpalast in Landau gemacht.“ Die 40 Euro Gage pro Abend gingen fürs Taxigeld nach Hause drauf. Aber Kieffer hatte Spaß, knüpfte Kontakt und erweiterte seinen Erfahrungsschatz.

„So bin ich dann auch noch DJ geworden“, erinnert sich der „Musikmensch durch und durch“, dem es besonders die 1970er- und 1980er-Jahre angetan haben. Anfangs legte er nur auf Privatpartys auf. Seine erste Buchung hatte er für eine Weinveranstaltung im St. Germanshof. „Da habe ich aufgelegt und den Garten ausgeleuchtet. Das kam super an und ging viral“, erzählt er, sodass bald andere Locations wie das Gloria und das Logo in Landau oder die Halle 101 in Speyer dazukamen.

Mit 14 Jahren verteilte er erste Visitenkarten in der Schule. „Meine Mitschülern haben mich damals schräg angeguckt, aber meine Familie hat mich immer unterstützt“, sagt Kieffer, der anfangs mit Herzklopfen in Besprechungen mit Firmenchefs ging. „Aber man gewöhnt sich dran. Ich habe mir das Vertrauen erkämpft, und mittlerweile werde ich ernst genommen“, sagt der Jungunternehmer, der auch in der Hochzeitsbetreuung gut dabei ist. 50 Feiern begleitete er schon von Technik über Musik bis Fotos. Auch Musiker kommen gerne auf ihn zurück. So filmte er bereits Auftritte von Partysänger Markus Becker oder drehte Musikvideos für Almklausi und Shooting-Star Edin, dessen Song „Magisch“ mit Olexesh einer der Ohrwürmer 2018 war. „Wir haben sein neues Musivideo in Frankfurt gedreht. Danach bin ich hierher zurück, hatte einen Fototermin mit einer Schreinerei und einen Videodreh für ein Weingut“, berichtet Kieffer von seinem längsten „Arbeitstag“ mit 38 Stunden. Das meiste wuppt er alleine, für größere Projekte bucht er Freelancer hinzu. Eine feste Größe ist dabei Kai Fix, der die Printmediengestaltung übernimmt und bei Veranstaltungen mithilft.

Der junge Mann betreibt seine Agentur nur nebenberuflich. Acht Stunden täglich verbringt er mit seiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton bei den Unternehmen Flexijet aus Bad Oeynhausen und Fördy aus Heidelberg. Bis 2017 betrieb Kieffer seine Agentur als Kleinunternehmen, 2018 überschritt er erstmals die steuerliche Grenze von 18.500 Euro Umsatz. Auf wie viel er genau kam, liegt gerade zur Berechnung beim Steuerberater. Im Mai will der 20-Jährige seine Ausbildung abschließen und sich dann ganz auf seine Selbstständigkeit konzentrieren.

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