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Dienstag, 09. Januar 2018 Drucken

Landau: Kultur Regional

„Das ist einfach gut für die Seele“

Stuttgarter Saloniker begeistern mit unterhaltsamem Neujahrskonzert das Publikum in der gut besuchten Landauer Festhalle

Von Maria Hirsch

Ein breites musikalisches Repertoire boten die Stuttgarter Saloniker in der Landauer Festhalle.

Ein breites musikalisches Repertoire boten die Stuttgarter Saloniker in der Landauer Festhalle. ( Foto: Iversen)

Ein musikalisches Feuerwerk voll orchestraler Klangfülle und solistischer Nuanciertheit war das Neujahrskonzert der Stuttgarter Saloniker am Sonntag in der Festhalle Landau. Mit dem ihm typischen Witz und Charme führte Kapellmeister Patrick Siben durch das Programm, das von der Konzert-Ouvertüre über Opernfantasien und Operetten, traditionellen Strauss-Walzern bis zu Early Jazz und Latin Musik reichte und hellauf begeisterte.

Mit dem Auftakt-Marsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schramm erreichten die Saloniker gleich ihr Publikum, das heiter klatschend den Takt mit verstärkte und vom Ensemble-Chef „uff pälzisch“ begrüßt wurde.

Den ersten Schwerpunkt der besonderen Matinée setzte das Ensemble mit der Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Dem anrührend melancholischen Part mit bravourös gespielten Instrumentensoli folgte ein volumenstarker, teils teuflisch schnell gespielter Teil, hin zum schwungvollen imposanten Ganzen.

Mit dem humorigen Appell „Meine Herrn, es ist Damenwahl“ leitete der Kapellmeister zur großen Fassung des „schwäbischsten aller Walzer“ über, Johann Strauss „An der schönen blauen Donau“. Dass die flotten Töne des großen Komponisten „auch nach 150 Jahren immer noch begeistern und mitreißen“, wie Patrick Siben befand, bestätigten die applaudierenden und beschwingt auf ihren Stühlen mitwippenden Gäste. Für durstige Kehlen hatte der Kapellmeister obendrein „Haller Löwenbräu“ mitgebracht und ließ auch für andere Getränke die (Kron)korken knallen.

Ein wahrer musikalischer Leckerbissen war die Opernphantasie zur „Fledermaus“, in der die Saloniker zusammen mit der Sopranistin Nora Hagen innerhalb von 16 Minuten ein Operetten-Exzerpt zauberten, das mit Kurzweil, Vielfalt und Brillanz begeisterte. Die Konzert- und Opernsängerin aus Ludwigsburg, die seit einem Jahr mit den Salonikern auftritt, überraschte, indem sie ihren Auftritt mitten zwischen den Zuhörern begann, wo sie zunächst als mutige Mitsängerin beklatscht wurde.

Ob mit „Dame von Paris“, in „Glücklich ist, wer vergisst“ oder mit anderen Liedern Nora Hagen begeisterte immer. Sie sang im Wechsel mit dem ebenfalls singenden Kapellmeister und Pianisten, der mit ihr auch durch den Saal tanzte und sie an andere zum Tanz weiterreichte. Charmant mit Wangenkuss bezirzte die Sängerin einen Senior im Publikum, der sich sogleich und unter viel Beifall bei ihr revanchierte.

Early Jazz, Ragtime von Scott Joplin, Blues, Latin Musik, Karibiksound, bekannten Jelly Roll Mortons Songs, Cha Cha Cha, Fox und mehr war nach der Pause geboten. Stets interpretiert auf die typisch humorvolle, unterhaltsame und fesselnde Saloniker-Art.

Höhepunkt im zweiten Matinée-Teil war die „Petersburger Schlittenfahrt“, bei der man Siben auch als flotten, durch den Saal flitzenden „Reiter“ erleben konnte. Mit einem kräftigen „Hüh“ ließ er die Schlittenglöckchen dann auch noch von dem entfesselten Publikum weiterreichen. Nach verdient starkem Schlussapplaus bedankten sich die die Stuttgarter Saloniker mit der Zugabe „Radetzky-Marsch“.

Das heiter schwungvolle Neujahrskonzert, das Salonmusik vom Feinsten bot, brachten Besucher so auf den Punkt: „Es war exzellente Qualität, die überaus fröhlich stimmt, das ist einfach gut für die Seele“.

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