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Donnerstag, 26. Oktober 2017 Drucken

Landau

Bauausschuss unter Druck

Von Sebastian Böckmann

Von der Wollmesheimer Straße aus wirkt das Wickert-Betriebsgelände unauffällig. Bedenken gibt es wegen der Rückseite an der Rappoltsweilerstraße.

Von der Wollmesheimer Straße aus wirkt das Wickert-Betriebsgelände unauffällig. Bedenken gibt es wegen der Rückseite an der Rappoltsweilerstraße. ( Foto: Iversen)

Bei der geplanten Betriebserweiterung der Wickert Maschinenbau GmbH will sich keine Fraktion zu einer schnellen Entscheidung drängen lassen. Alle haben Bedenken wegen des Schattenwurfs. CDU-Mitglied Peter Heuberger wirft die Frage auf, ob das Unternehmen einen neuen Standort braucht.

Der Landauer Bauausschuss tut sich schwer mit Erweiterungsplänen der Wickert Maschinenbau GmbH auf der Wollmesheimer Höhe. Wie am Dienstag berichtet, braucht das Unternehmen eine Befreiung vom Bebauungsplan, um zwei zusätzliche Hallen und ein Zwischengebäude zu errichten. Und diese Entscheidung will es schnell, hat Baudezernent Maximilian Ingenthron (SPD) dem Ausschuss klargemacht.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Lerch (CDU) hat noch die „heißen Proteste der Anwohner“ bei einer Erweiterung 2008 im Ohr, sein FWG-Kollege Wolfgang Freiermuth sieht die Sorge um die Wohnqualität, „aber die Firma war vor den Anwohnern da“. Moni Vogler (SPD) und Udo Lichtenthäler (Grüne) fragten nach zusätzlicher Verkehrsbelastung durch Lastwagen und und Mitarbeiter, die im Bereich der Rappoltsweilerstraße Parkplätze suchen – Befürchtungen, die die Verwaltung weitgehend ausräumen konnte. Doch quer durch alle Fraktionen galten die größten Bedenken der „erdrückenden Wirkung“ der Hallen und deren Schattenwurf.

Letzteren wird es im Winter geben, bestätigte Bauamtsleiter Christoph Kamplade – nur dann, weil während der Vegetationsperiode hohe Bäume die Hallen verdecken und mehr Schatten werfen. Der Schattenwurf wird nach Angaben Kamplades zwar beträchtlich sein, da die Neubauten 18,5 Meter hoch werden sollen, ebenso hoch wie die bereits bestehenden Hallen. Aber baurechtlich sei das kein Kriterium.

„Das sind über 100 Prozent mehr“, gab Rudi Eichhorn zur Wirkung auf die Nachbarschaft zu bedenken. Zudem fällt laut Kamplade das Gelände deutlich ab, was die Hallen aus Perspektive der Nachbarn nochmals größer wirken lässt. Aber das Baurecht beziehungsweise die Gerichte gingen davon aus, dass man nicht von erdrückender Wirkung sprechen könne, wenn die Grenzabstände eingehalten würden, und das sei der Fall.

Klaus Eisold wollte wissen, ob das Unternehmen wirklich so groß bauen müsse. „Das ist das Mindeste, was es braucht“, antwortete Kamplade. „Dann wäre vielleicht ein neuer Standort tragfähiger“, meinte Peter Heuberger (CDU).

Jakob Wagner (Pfeffer & Salz), Michael Dürphold (FWG) und Udo Lichtenthäler fühlten sich von der Forderung nach einer schnellen Entscheidung unter Druck gesetzt. Dürphold forderte wenigstens einen Ortstermin; Wagner sagte, dass er unter Druck nur zu einem Nein kommen könne. Das ärgerte den Baudezernenten. Ingenthron betonte mehrfach, das Unternehmen brauche eine rasche Entscheidung und die Ausschussmitglieder hätten sich ja schon am Wochenende einen Eindruck vor Ort verschaffen können. Peter Lerch versuchte wiederholt, eine Visualisierung bis zur nächsten Bauausschusssitzung durchzusetzen, doch dafür fehlt nach Angaben der Verwaltung die Zeit: Erst müsse das Laub fallen.

Keine Mehrheit gab es dafür, den Hauptausschuss in einer Woche eine Entscheidung fällen zu lassen. „Der Bauausschuss soll Herr des Verfahrens bleiben“, forderte Jakob Wagner. Bernd Löffler (CDU) schlug dann vor, wenigstens den Schattenwurf berechnen zu lassen. Das hat der Ausschuss dann auch einstimmig beschlossen. Er will am 27. November abschließend entscheiden.

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