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Landau

B10: CDU mit Lärmschutz unzufrieden

Landesbetrieb macht Stadt keine Hoffnungen auf Lastwagenverbot und Tempolimit

Von Sebastian Böckmann

Eine 1200 Meter lange Lärmschutzwand soll Landaus Norden schützen.

Eine 1200 Meter lange Lärmschutzwand soll Landaus Norden schützen. ( Foto: van)

Mehr als 20 Zuhörer, großenteils offenbar aus dem Wohngebiet Schützenhof, sind am Dienstagabend im Bauausschuss den Ausführungen von Richard Lutz gefolgt. Der kommissarische Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Speyer stellte die Ausbaupläne für die B 10 bei Landau vor (wir berichteten gestern). Lärmschutz war dabei ein wichtiges Thema.

Nach Angaben von Lutz und Elmar Goertz, LBM-Projektmanager Planung in Dahn, gelten für den Ausbau dieselben Lärmgrenzwerte wie für einen Neubau. Es werde stellenweise bis zu zehn Dezibel leiser, sagte Lutz. Zehn Dezibel entsprechen einer Verdoppelung oder Halbierung der Lautstärke. Am Schützenhof fällt der Effekt geringer aus. Dort werden es trotz mehr Verkehr drei bis vier Dezibel weniger. Drei Dezibel entsprechen der Verdoppelung/Halbierung des Verkehrs. Ein Beispiel: Wenn ein Auto 60 Dezibel (A) Lärm macht, sind es bei zwei Autos 63 und bei vier Autos 66. Nußdorf benötige keinen Lärmschutz, sagte Lutz auf Nachfrage von Bernd Löffle (CDU): Der Straßeneinschnitt reiche als Abschirmung aus.

Da jetzt der Vorsorgegrenzwert, nicht aber der Sanierungsgrenzwert, ab dem gehandelt werden muss, nachts nur knapp überschritten wird, soll es laut Goertz eine deutliche Verbesserung geben. „Wir haben das Optimum rausgeholt“, erklärte Lutz in der Diskussion.

 

An Landaus nördlichem Stadtviertel sind gut 1200 Meter Lärmschutz geplant, der bis zu neun Meter Höhe über der Fahrbahn erreicht (fünf Meter Wall und Wand und vier Meter Tieflage der Straße). Bei Godramstein reichen vier Meter Höhe bei 700 Meter Länge. Offen sei aber noch, wie die eigentliche Lärmschutzwand gestaltet wird. Ende des Jahres oder Anfang 2019 will Lutz mit einem Planer wiederkommen, um die konkretisierten Pläne vorzustellen. Denkbar sind Aluprofile mit Steinwolle-Füllung wie bei der A-65-Abfahrt Landau Zentrum, Porenbeton, Holz oder Kombinationen. Glas könne allenfalls als Fenster hier und da verwendet werden, nicht aber durchgehend, weil es den Schall reflektiere, nicht schlucke, sagte Lutz. Klaus Eisold (SPD) sprach sich für eine Begrünung aus, weil die Wände sonst doch nur beschmiert würden.

 

Der LBM will auf die zunächst geplanten Gabionenwände (Drahtkörbe mit Steinfüllung) verzichten, weil eine Wand weniger Platz braucht. Ein geringerer Flächenbedarf war ein Wunsch der Stadt. Laut LBM kann ein Streifen von bis zu 5,80 Meter Breite eingespart werden, alles in allem rund 6000 Quadratmeter.

 

„Das ist keine besondere Leistung“, kommentierte der CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Lerch den versprochenen Lärmschutz. Die Erwartung der Stadt sei gewesen, dass der Lärmschutz deutlich erhöht würde, was auch die Akzeptanz des Straßenausbaus erhöht hätte.

 

Wenig Hoffnung hat Lutz dem Ausschuss auch in Sachen Tempolimit gemacht. Der Stadtrat hatte in einer Resolution Tempo 70 gefordert. Die Geschwindigkeitsbeschränkung sei noch nicht diskutiert, dazu bedürfe es der Abstimmung mit der Polizei. Die Bundesstraße sei auf Tempo 100 ausgelegt. Ähnlich sieht es bei Lastwagen aus: Der LBM könne den Verkehr lenken, doch der Erfolg sei wegen Navis und Zeitvorgaben der Spediteure bescheiden. Ein LKW-Fahrverbot sei „höchstministeriell“ schon ausgeschlossen worden. Wie berichtet, lehnt Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) es ab, Lkw-Transitverkehr von der B 10 auszusperren. Der Transportverband der Spediteure hatte Klagen angedroht, falls es dazu kommen sollte.

 

Moni Vogler (SPD) bat darum, wenigstens während der Bauzeit Laster auszusperren, aber auch das ist nicht geplant. Anliegerverkehr, den man nicht ausschließen könne, sei vom Durchgangsverkehr nicht zu trennen, ein Verbot könne nicht kontrolliert werden. „Sie bauen gegen den Willen der Stadt Landau“, konstatierte Udo Lichtenthäler (Grüne), „wir sehen uns in unserer ablehnenden Haltung bestätigt.“ Letztlich habe niemand etwas vom Ausbau, da die Frage, was im Tunnelabschnitt bei Annweiler passieren soll, „noch in der Cloud hängt“.

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