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Samstag, 09. Juli 2016 Drucken

Landau: Aus der Region

Autos ohne Fahrer unterwegs

Karlsruhe: Stadt und Umland werden zum Testfeld – Wörther Lkw-Werk Teil der „Profilregion Mobilität“

Soll in Karlsruhe bald im Alltag getestet werden: Das Forschungsfahrzeug „Cocar“ für autonomes Fahren des Forschungszentrums Informatik (FZI). ( Foto: dpa)

Die Region Karlsruhe wird zum Testfeld für autonomes Fahren in Baden-Württemberg. Das hat jetzt der Stuttgarter Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) entschieden. Mit dabei in der „Profilregion Mobilität“, so Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD): Das Daimler-Lastwagenwerk Wörth.

 

Karlsruhe setzt sich somit gegen die Konkurrenz aus Stuttgart/Ludwigsburg durch, die sich ebenfalls um das Testfeld und die damit verbundenen Millionenzuschüsse beworben hatte. Schon im Herbst wird nun mit dem Aufbau des Testfelds begonnen, in einem Jahr sollen erste Probeläufe folgen und bis Jahresende 2017 soll in den Regelbetrieb eingestiegen werden.

Unter Federführung des Forschungszentrums Informatik am KIT haben sich mehrere Forschungseinrichtungen, Städte und Firmen aus der Region zu einem Konsortium zusammen geschlossen, das Fahrzeuge ohne Fahrer auf die Straße bringen und zur Normalität werden lassen will. Ein wichtiger Partner ist das Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB), das den Fahrzeugen „Augen“ geben soll. Hinzu kommt der Datenaustausch, mit dem die „Autopiloten“ unter anderem über die Verkehrslage und den Streckenverlauf informiert werden, aber miteinander kommunizieren sollen. Und schließlich spielt auch die Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln eine Rolle. Bus und Bahn, Auto und Fahrrad sollen sich ideal ergänzen.

Das Karlsruher Testfeld sieht dabei unterschiedliche Erprobungsräume vor. Der Stadtverkehr – wo auch Fahrrad- und Fußgängerverkehr sowie Tiere eine Rolle spielen – ist ebenso dabei, wie die Fahrt über Landstraßen und auf der Autobahn. Selbstdenkende Ampeln soll es geben, an Fahrzeuge für die Straßenreinigung ist gedacht, die dann wie die kleinen Rasenmäher-Roboter in manch heimischen Gärten unterwegs sein sollen – allerdings deutlich intelligenter –, und auch Elektrofahrzeuge werden eine wichtige Rolle spielen. An fahrerlose Busse in einigen Stadtteilen soll sich die Bevölkerung ebenfalls gewöhnen: ein spannender Nebenaspekt des Vorhabens. Denn ohne Akzeptanz der Mitfahrer wird es das fahrerlose Automobil schwer haben.

Finanziert wird das Testfeld vom Land, das 2,5 Millionen Euro bereit stellt, und den beteiligten Partnern vor Ort, die zusammen 4,2 Millionen Euro beisteuern werden. Mindestens fünf Jahre lang soll das Testfeld in Betrieb sein, als Betreiber fungiert der Karlsruher Verkehrsverbund.

|win

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