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Montag, 15. Januar 2018 Drucken

Kreis Germersheim

Ausblick 2018: Finanziell gutgestellt, kann Hatzenbühl einige Projekte angehen

Fraglich ist bis jetzt noch die Nachfolge des derzeitigen Arztes

Hatzenbühl wächst: Bauplätze und ein erweitertes Gewerbegebiet sind beste Voraussetzungen.

Hatzenbühl wächst: Bauplätze und ein erweitertes Gewerbegebiet sind beste Voraussetzungen. ( ArchivFoto: Sandbiller)

«Hatzenbühl.» Die Ortsgemeinde Hatzenbühl hat Rücklagen von mehreren Millionen Euro, deshalb kann das Dorf mit knapp 3000 Einwohnern aus finanzieller Sicht gelassen die geplanten Projekte in diesem Jahr angehen.

Ortsbürgermeister Karlheinz Henigin listete in einem Gespräch mit der Rheinpfalz die wichtigsten Vorhaben auf. Dazu gehören das Schaffen von neuen Bauplätzen und das Erweitern eines Gewerbegebietes. Zum einen steht beim zweiten Bauabschnitt des Neubaugebiets „Hinter dem Unterdorf“ die Erschließung an, sobald der Bebauungsplan genehmigt ist. Die Gemeinde hat den Kauf aller privaten Grundstücke in diesem Gebiet bereits angestoßen.

 

Für die Umlegung des Geländes ist es deutlich leichter, wenn es komplett der Gemeinde gehört. Dies gilt auch für die Erweiterung des Gewerbegebiets „Gereutäcker Teil II“. Es liegt zwischen dem bestehenden Gewerbegebiet und der Haynaer Straße. Von ihr aus, etwa in Höhe eines Feldkreuzes, soll der neue Bauabschnitt erschlossen werden. Die Zahl der in der Gemeinde verzeichneten, versicherungspflichtigen Arbeitsplätze könnte damit von derzeit über 800 noch anwachsen.

Zwei Bauprojekte vor Abschluss

 

Zwei begonnene Bauprojekte sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden: der Ausbau der Pfarrer-Frey-Straße und der Bleichstraße. Die Tiefbaumaßnahme wird rund 1,2 Millionen Euro kosten. Bis Mai 2018, so der Ortsbürgermeister, wird auch die Toilettenanlage am Festzelt fertig sein, der Neubau ist mit 300.000 Euro veranschlagt. Auf der Liste der Straßenbauarbeiten steht der Ausbau der K 10 von der Ortsmitte bis zum Kreisel im Kandeler Wald. In diesem Zusammenhang wünschen sich Karlheinz Henigin, der Gemeinderat und die Bürger, dass in der stark mit Durchgangsverkehr belasteten Linden- und Kirchstraße rund um die Uhr Tempo 30 gelten soll. Bisher gilt die Beschränkung nur nachts.

 

Nach wie vor hält die Ortsgemeinde an frisch gekochtem Essen für die Kinder der Kita fest. Der Elternbeitrag musste auf fünf Euro erhöht werden, was manche Eltern kritisierten. Trotzdem schießt die Gemeinde je Essen immer noch 45 Cent zu. In diesem Jahr wird mit dem Plan der neuen Küche begonnen. Ob die neuen Möbel und Geräte noch in 2018 oder erst 2019 angeschafft werden, steht noch nicht fest. Es wird mit rund 50.000 Euro Kosten gerechnet.

Nachwuchssorgen bei Vereinen

 

Einige Punkte auf der Wunschliste von Ortsbürgermeister und Gemeinderat können unterstützt, aber nicht direkt angepackt werden. So wünsche sich Henigin schon seit mehreren Jahren wenigstens eine Faschingsveranstaltung im Dorf. Früher gab es zwei bunte Abende, von Vereinen organisiert, im Moment wird in Hatzenbühl keine Fasenacht gefeiert. Dies liege daran, dass die örtlichen Vereine immer größere Nachwuchssorgen hätten. Junge Mitglieder kommen nur wenige nach und es fehlen Personen, die Ämter in der Vorstandschaft übernehmen würden.

 

Froh ist die Gemeinde, dass das Gasthaus „Zum Pflug“ seit November wieder einen Pächter habe und regelmäßig geöffnet sei. Sorgen bereite immer noch das Thema „Post“. Sie hat nur eine Stunde am Tag, früh am Vormittag, geöffnet. Nicht zugestellte Pakete müssen sogar außerhalb, in Herxheim, abgeholt werden. „Dies ist ein absolutes Unding“, sagt Henigin. Er fordert, dass die Abholstation entweder in Rheinzabern oder Jockgrim sein soll.

 

Der in der Gemeinde niedergelassene Hausarzt wird in absehbarer Zeit aufhören. „Wir hoffen, dass danach wieder ein Allgemeinarzt herkommt.“ Die Gemeinde habe eigens ein Grundstück für eine Arztpraxis freigehalten oder könnte im Erdgeschoss des alten Pfarrhauses Räume für eine Praxis anbieten. Mit auf dem Jahresplan stehen die ersten Planungen zur 750-Jahr-Feier in 2022. |bic

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