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Samstag, 28. Januar 2017 Drucken

Landau

Am Ende enttäuscht

Raumnot, Personalmangel, Visionen – darüber ist gestern Abend an der Landauer Uni diskutiert worden. Mit dabei: der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf. Dass er keine klaren Antworten gab, bekamen nur wenige Studenten mit. Im großen Hörsaal gab es nämlich nur knapp 30 Zuhörer.

Von Christoph Demko

 

Lockere Runde an der Landauer Uni (von links): Peter Nenniger, Konrad Wolf, Daniel Müller und Danny Behrendt. ( Foto: Iversen)

„Hochschulen am Limit – die Politik spart weiter“ – so lautete das Motto der Podiumsdiskussion, die gestern an der Landauer Uni über die Bühne ging. Sie bildete den Abschluss einer dreiteiligen Reihe zu hochschulpolitischen Themen. Auf dem Podium: neben dem Minister Konrad Wolf (SPD) auch Peter Nenniger, Präsident der Humboldt-Gesellschaft, und für die Studenten Daniel Müller. Moderiert wurde die Runde von Danny Behrendt, Sprecher der Hochschulgruppe Campus Grün, und Lukas Körner, Mitglied der Hochschulgruppe Politik für Studierende.

Im Mittelpunkt sollte die Finanzierung der Hochschulen im Land stehen, konkret der Uni Koblenz-Landau. Ein zentrales Thema, vor allem für die Studenten. Deren Interesse an der Diskussion hielt sich jedoch stark in Grenzen. Im Hörsaal fanden sich nur rund 30 Leute ein. Behrendt suchte nach einer Erklärung: „Der Freitagnachmittag ist an einer Pendler-Uni sicher kein optimaler Termin.“ Zumal noch Klausurzeit sei. Die Enttäuschung über die dürftige Kulisse konnte er nicht verbergen.

Wie misslich die Lage in vielen Punkten an der Landauer Uni ist, damit hatte sich die RHEINPFALZ in einem umfangreichen Report vom 12. bis 17. Dezember sowie am 21., 22. und 23. Dezember befasst. Das Bild, das darin gezeichnet wurde, war kein allzu positives. Raumnot, zu wenige Professoren, eine miserabel ausgestattete Bibliothek, eine unzureichende Finanzierung im Vergleich zu anderen Hochschulen im Land − einige aufgezeigte Probleme. Als Reaktion auf den Uni-Report wies Wissenschaftsminister Wolf den Vorwurf der unzureichenden Finanzierung schon im Dezember zurück.

Auch wenn er es gestern Abend nicht wörtlich sagte, so wurde doch deutlich: Wolfs Auffassung hat sich nicht geändert. Vielmehr verwies er darauf, was in den vergangenen zehn Jahren alles im Bereich Hochschulpolitik geleistet wurde. „Grundsätzlich ist die Finanzierung der Hochschulen im Land heute besser als vor zehn Jahren“, sagte Wolf mit Blick auf die großen Förderprogramme wie zum Beispiel den Hochschulpakt.

Dem wollte zwar niemand widersprechen, Zufriedenheit machte sich bei den Studenten dennoch nicht breit. „Wie sieht denn Ihre Vision für die Zukunft aus?“ Das wollte Moderator Behrendt mehrfach wissen. Der Minister blieb eine klare Antwort schuldig − auch auf RHEINPFALZ-Nachfrage nach der Diskussionsrunde. Die Uni sei auf einem guten Weg – sowohl was die Lehrerausbildung angeht als auch andere Bereiche wie etwa die Umweltwissenschaften. Konkreter wurde er nicht. „Das hat uns schon enttäuscht“, resümierte Behrendt im Anschluss an die Gesprächsrunde. Man habe schon erwartet, dass der Minister nach neun Monaten im Amt eine deutliche Vision präsentieren könne.

Die Kritik an Wolf nicht ganz teilen kann Nenniger, der es lobenswert findet, dass der Minister überhaupt herkomme, um zu diskutieren. Nenniger sieht die Schuld an der Misere in Landau nicht nur bei der Politik. Er lässt Kritik an der Uni-Leitung durchblicken. Man müsse sich auch mal fragen, was die Verwaltung koste. Da sieht er Optimierungsbedarf: „Wenn schon wenig Geld und wenig Personal da ist, dann muss man sich auf andere Dinge fokussieren – nicht auf die Verwaltung.“ Wenn man die eine oder andere Tätigkeit überdenken würde, könnte vielleicht manche Stelle eingespart werden, die dann in den wissenschaftlichen Bereich wandern könnte.

 

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