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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Landkreis Kusel

Zurzeit keine Nachwuchssorgen

KAISERSLAUTERN: Polizeipräsidium Westpfalz stehen viele Abgänge bevor – Präsident gibt Ausblick auf 2019

Von Benjamin Ginkel

Geben im neuen Jahr auf Instagram weiter einen Einblick in die Polizeiarbeit: die „Insta-Cops“ Felix Brandt und Isabel Pelegri.

Geben im neuen Jahr auf Instagram weiter einen Einblick in die Polizeiarbeit: die „Insta-Cops“ Felix Brandt und Isabel Pelegri. ( Foto: VIEW)

Fachkräftemangel und Führungswechsel, Präventionsarbeit, Online-Öffentlichkeitsarbeit und das neue Schichtmodell – allesamt Themen, die die Leitung des Polizeipräsidiums Westpfalz über das Jahr 2019 beschäftigen. Außerdem, so Polizeipräsident Michael Denne, „stehen wir vor einem gewaltigen Wechsel“.

Und damit meinte Denne nicht nur, dass sein Stellvertreter, Franz-Josef Brandt, Ende März in Ruhestand geht, sondern vielmehr den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Westpfalz. Der umfasst neben Stadt und Landkreis Kaiserslautern auch den Landkreis Kusel, die Südwestpfalz sowie Teile der Kreise Bad Kreuznach und Donnersbergkreis. Fast überall stehen Führungswechsel in Leitungspositionen an.

Nachwuchsprobleme gebe es – zumindest in der Westpfalz – für die Polizei derzeit nicht, sagte Denne. Allerdings sei die Auswahl mittlerweile schwieriger, viele Bewerber schlicht ungeeignet. Vizepräsident Franz-Josef Brandt ergänzte: „Noch haben wir eine Auswahl und müssen nicht jeden Zweiten nehmen.“ Kritischer sei die Lage am Rhein; gerade IT-Spezialisten mit Berufserfahrung bei der Polizei seien in der freien Wirtschaft sehr begehrt. Für Denne ebenfalls ein Faktor: „Die Polizei hat ein gutes Image, das hilft uns bei der Nachwuchsgewinnung enorm.“

Damit das mit dem Image so bleibt, daran dürften die zahlreichen Präventionsmaßnahmen einen Anteil haben, die 2019 zum Großteil weitergeführt werden. Beispielsweise im Bereich Seniorensicherheitsarbeit – mit Blick auf Enkeltrick und falsche Polizeibeamte. Ganz neu sei, dass angebliche Feuerwehrleute bei Senioren anrufen und behaupten, dass wegen eines Bombenfunds die Wohngegend geräumt werden müsse – und die Feuerwehr die Wertsachen zum Schutz abhole, schilderte Frank Gautsche, Leiter der Zentralen Kriminalinspektion.

Für viel Aufmerksamkeit hatten im Sommer 2018 die beiden „Insta-Cops“ gesorgt: Zwei junge Polizeibeamte, die im sozialen Netzwerk Instagram von ihrem Alltag berichten und dort Fragen zum Polizeidienst beantworten. „Mitte oder Ende des Jahres werden wir uns dazu zusammensetzen und uns die Entwicklung anschauen“, kündigte Denne an, der gleichzeitig attestierte: „Die machen das gut.“

Kommentare, Gefällt-mir-Angaben und Fanzahlen entwickelten sich sehr gut, sagte Brandt zufrieden. Dessen Sohn Felix ist einer der „iCops“, gemeinsam mit Isabel Pelegri. Es sei „hochspannend“, was die Leute von den beiden Beamten in Kommentaren und privaten Nachrichten so wissen wollten: „Das ist ja für uns interessant, bei Instagram sind ja vor allem Menschen zwischen 14 und 29 unterwegs“, sagte Brandt. Vielleicht potenzielle Bewerber. Allerdings müsse man den Aufwand im Blick behalten.

Polizeiintern ist derzeit die Umstellung des jahrzehntelangen Schichtmodells ein Thema, wie Denne verriet. Dabei habe man vor allem die Gesundheit der Beamten im Blick gehabt. Seit Anfang des Jahres werde im neuen Modell gearbeitet, Denne sprach von einem „Umbruch“. Der Bürger merke davon allerdings nichts, bekräftigte Denne: „Wir sind an 365 Tagen 24 Stunden für die Bürger da.“

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