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Mittwoch, 12. September 2018 Drucken

Kusel

Waldmohr: 150 neue Jobs auf CS-Schmal-Gelände

Bietergemeinschaft aus Produktion und Logistik kauft Areal des insolventen Möbelherstellers

Von Torben Müller

Zukunft für das Gelände, auf dem einst Mitnahmemöbel produziert wurden: Zunächst sollen Arbeitsplätze im Logistikbereich entstehen.

Zukunft für das Gelände, auf dem einst Mitnahmemöbel produziert wurden: Zunächst sollen Arbeitsplätze im Logistikbereich entstehen. ( Foto: Sayer)

„Schneller als erwartet“, wie Insolvenzverwalter Paul Wieschemann sagt, hat sich für das Areal des insolventen Möbelherstellers CS Schmal eine Lösung gefunden: Eine Bietergemeinschaft – zu der unter anderem Dr. Theiss Naturwaren gehört – übernimmt das gesamte Betriebsgelände im Waldmohrer Gewerbegebiet. Mehr als 150 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.

Als „ordentlichen Kaufpreis“ beschreibt CS-Schmal-Insolvenzverwalter Paul Wieschemann den Betrag, den die Bietergemeinschaft zahlt, die aus Dr. Theiss Naturwaren, Hersteller pharmazeutisch-kosmetischer Produkte, sowie zwei Beteiligungsgesellschaften der Logistikdienstleister Vario Pack und Wasem besteht. Über den genauen Preis für das Firmengelände im Waldmohrer Gewerbegebiet sei Stillschweigen vereinbart worden. Am Montag wurden die Verträge unterzeichnet.

Jobs in Verpackung und Kommissionierung

 

Dr. Theiss und Vario Pack wollen in Waldmohr in der dann gemeinsam genutzten Haupthalle Produktion, Verpackung und Lagerhaltung erweitern. Auf rund 82.000 Quadratmeter beziffert Wieschemann die Grundstücksfläche der ehemaligen CS-Schmal-Produktionshalle. Der weltweit agierende Homburger Kosmetikhersteller Dr. Theiss, von 2010 bis 2014 Trikotsponsor des 1. FC Kaiserslautern, beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter, 510 davon in Homburg. Der Dienstleister für Industrieverpackungen, Vario Pack, ist ebenfalls in Homburg beheimatet, hat dort etwa 100 Mitarbeiter, deutschlandweit sind es 600. Bei dem Gemeinschaftsprojekt in Waldmohr wollen sich die beiden Unternehmen auch ein Verwaltungsgebäude teilen.

 

Alleine 25 bis 50 Jobs – darunter auch solche für ungelernte Mitarbeiter – will Vario Pack schaffen, wie Inhaber Harald Borchert der RHEINPFALZ sagte; vor allem in den Bereichen Verpackung und Kommissionierung. Planungen und kleinere Arbeiten sollen schon zum 1. Oktober beginnen, zum Jahreswechsel wird der eigentliche Umbau starten. Dabei müsse noch einmal „erheblich investiert“ werden. Mitte 2019 will Vario Pack dann den Betrieb aufnehmen.

Mehrere Millionen Euro investiert

 

Dr. Theiss Naturwaren will nach „beträchtlichem Umsatzwachstum“ in den vergangenen vier Jahren seinen Produktionsstandort Homburg erweitern. Laut geschäftsführendem Gesellschafter Giuseppe Nardi plant das Unternehmen, „die Endverpackung und die Versandlogistik international in mehr als 60 Länder, national zu Apotheken und Großhändlern in Deutschland auszubauen“. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Infrastruktur in Waldmohr soll für weiteres Wachstum des Unternehmens genutzt werden. „Nach der Umgestaltungsphase und Renovierung ist mittelfristig daran gedacht, dass auch Produktion in Waldmohr möglich sein wird“, sagte Nardi. Zunächst sollen in sechs bis sieben Monaten 50 Arbeitsplätze in der Endverpackung und Logistik entstehen. Sobald die Produktionsmöglichkeiten geschaffen sein werden, könnten weitere 50 Arbeitsplätze hinzukommen. Insgesamt investiert Dr. Theiss am Standort Waldmohr zehn Millionen Euro.

 

Das dritte Unternehmen, das sich ansiedelt, Wasem Logistik, wird seinen Transport- und Logistikbereich erweitern. Der rund 100 Mitarbeiter starke Dienstleister mit Sitz in Kindsbach (Kreis Kaiserslautern) hat das ehemalige Fertigwarenlager von CS Schmal erworben, das mit einer Grundstücksfläche von rund 30.000 Quadratmetern gegenüber des Produktionsgeländes liegt. In dieser Halle ist Wasem laut Geschäftsführer Jochen Wasem schon seit drei Wochen als Mieter aktiv, ab 1. Oktober dann als Eigentümer. 2017 hatte Wasem bereits einen Teil des ehemaligen Kampa-Geländes erworben und beschäftigt dort seither sechs Mitarbeiter. Knapp 20 zusätzliche Stellen werden laut Jochen Wasem nun auf dem neuen Areal geschaffen – einige seien bereits vergeben, auch an ehemalige CS-Schmal-Mitarbeiter. Zusätzlich zum Kaufpreis investiere Wasem rund eine Million Euro in Umbauarbeiten.

Forderungen gegen Nolte vom Tisch

 

„Nach der Stilllegung, die leider nicht zu verhindern war, ist das eine hervorragende Entwicklung für den Standort, die sich so nicht abgezeichnet hat“, sagte Paul Wieschemann auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Und schon gar nicht sei absehbar gewesen, „dass es so schnell gehen würde“. Über das Vermögen der CS Schmalmöbel GmbH war am 1. März das Insolvenzverfahren eröffnet worden, Ende Juni war der Betrieb eingestellt worden.

 

Seit einigen Wochen habe er mit der Bietergemeinschaft verhandelt, berichtete Wieschemann. Dass es „so schnell mit der Beurkundung geklappt hat“, hänge auch mit der schnellen Einigung mit der früheren CS-Schmal-Mutter, der Germersheimer Nolte-Gruppe, zusammen. So habe Nolte eine Lagerhalle auf dem Waldmohrer Gelände an den Insolvenzverwalter zurückübertragen, die sich das Unternehmen beim CS-Schmal-Verkauf an Gramax Capital vor gut zwei Jahren gesichert hatte. Zudem habe Holzspanplattenlieferant Nolte Holzwerkstoffe einer Löschung der Grundschuld zugestimmt, die auf dem Gelände lag. Wie berichtet, hatte Wieschemann vor einigen Wochen angekündigt, Forderungen gegen Nolte geltend machen zu wollen. Dies scheint mit der Einigung vom Tisch.

 

Nolte bleibt weiter Eigentümer des Geländes, auf dem der Trenn- und Schrankwandsystemhersteller Drum produziert. Das Unternehmen gehört nach wie vor zur Germersheimer Gruppe.

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