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Dienstag, 15. Januar 2019 Drucken

Kusel

Thema E-Bus ist noch nicht abgehakt

Ausblicke (3): In der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein starten die Bürgerbusse noch mit herkömmlichem Antrieb

Von Wolfgang Pfeiffer

Wird abgerissen: das Gebäude in Lauterecken, in dem sich Jugendraum und Essensausgabe für die Grundschule befinden.

Wird abgerissen: das Gebäude in Lauterecken, in dem sich Jugendraum und Essensausgabe für die Grundschule befinden. ( Foto: m. hoffmann)

«Lauterecken.» Der in Bälde startende Bürgerbus ist das eine große Verwaltungsprojekt; jenes, das im Wesentlichen an den Grenzen der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein endet. Ein zweites reicht weit darüber hinaus. Bürgermeister Andreas Müller will mit Kollegen in der Nachbarschaft einen Zweckverband gründen, der unter anderem eigenständig Radarmessungen in den beteiligten Verbandsgemeinden durchführt. Das größte Bauprojekt 2019 kommt der Grundschule zu Gute.

Müller, seit gut einem halben Jahr im Amt, zeigt sich ausgesprochen zufrieden mit dem Bürgerbus-Projekt, für das sich genügend Ehrenamtliche gefunden haben, um nach Ostern zu starten. Auch die beiden Busse sind bestellt, die künftig an zwei Tagen in der Woche zwischen den Ortsgemeinden fahren sollen. Dabei ist der SPD-Politiker schon ein wenig betrübt, dass sich der ursprüngliche Plan nicht umsetzen ließ, mit E-Bussen zu fahren. „Die Batterien sind einfach noch nicht gut genug. Bei uns sind so viele Steigungen in der Topographie – das lässt sich beim Runterfahren gar nicht mehr laden“, begründet er.

Ganz abgeschrieben hat er das Thema E-Bürgerbus aber noch nicht. So muss sich im Verlaufe des Jahres erst herausstellen, ob zwei Busse an zwei Tagen überhaupt reichen, um das Fahrgastaufkommen in der flächenmäßig so großen Verbandsgemeinde zu bewältigen. Ein dritter Bus könnte dann vielleicht doch per Strom betrieben sein – zumindest in einigen Jahren, wenn die Technik vorangeschritten ist. Und, Thema Nacharbeiten in der Praxis: Falls notwendig, werde einer der beiden Busse in Wolfstein stationiert. Gemeinsamer Start ist aber einstweilen in Lauterecken.

Unabhängig vom Reichweitenproblem eines E-Busses will er das Thema E-Mobilität in der Verbandsgemeinde voranbringen. So verhandelt er bereits mit den Stromversorgern OIE und Pfalzwerke, ob zu den beiden Ladestationen zumindest noch eine weitere an der Verwaltung in Lauterecken hinzukommt.

Um Verkehr geht es auch bei Müllers zweitem Anliegen; genauer gesagt: um Radarmessungen. Für eine Verbandsgemeinde allein wären Radarmessungen samt anschließender Auswertung zu aufwendig. Müller schwebt daher ein Zweckverband vor, ein Zusammenschluss mehrerer Verbandsgemeinden. Schon jetzt habe er regelmäßige Gespräche – nicht nur zum Thema Radar – mit den Verbandsgemeinden Alsenz-Obermoschel, Meisenheim, Otterbach-Otterberg, Weilerbach und Kusel-Altenglan initiiert, das Obere Glantal und Ramstein-Miesenbach sollen möglichst noch hinzukommen. „Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen“, sagt er und lobt in diesem Zusammenhang die Alte-Welt-Initiative der vier Landräte („Eine sehr gute Sache“). Ein erstes Ergebnis gebe es schon: einen gemeinsamen Brief an Bundes- und Landesverkehrsministerium, der unter anderem die Ergänzung der B 420 um eine dritte, eine Überholspur fordert, um die Verkehrsanbindung zu verbessern.

In der Runde ebenfalls Thema: die medizinische Versorgung der Region. Hier ist Müller gleichermaßen gespannt wie zuversichtlich, was das Medizinische Versorgungszentrum in Wolfstein angeht. Der zweite Standort des „MVZ Kusel-Land“ soll etwa Mitte des Jahres in Betrieb gehen. Gemeinsam mit dem Träger Westpfalz-Klinikum würden gerade Ärzte gesucht.

Innerhalb der Verwaltung gibt es ebenfalls eine Neuerung: Voraussichtlich ab Mitte April soll die neue Stelle für Wirtschaftsförderung und Projektmanagement besetzt sein, um vor allem den Kontakt zu den Gewerbetreibenden noch zu intensivieren. Apropos Rathaus: Hier steht – wenn nach der Ablehnung für 2019 der Zuschuss zu den 400.000 Euro Kosten vielleicht für 2020 kommt – die Sanierung der Außenhülle an, in der sich schon seit geraumer Zeit ein Siebenschläfer eingenistet hat und allerhand zerstörerischen Unsinn treibt. „Wir haben ihm bereits Platzverweis erteilt, aber er ist dem noch nicht nachgekommen“, witzelt Müller.

Das größte Bauprojekt der Verbandsgemeinde läuft nur wenige Meter vom Rathaus entfernt an. Dort wird für 1,7 Millionen Euro das Gebäude abgerissen und neu gebaut, in dem sich bislang der Jugendraum und die Essensausgabe für die Grundschule befinden. Zwei Jahre wird es voraussichtlich dauern, bis der Neubau inklusive zweier zusätzlicher Räume für die Schule fertig sein wird.

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