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Mittwoch, 16. Januar 2019 Drucken

Kusel

Stadterneuerung in den Startlöchern

Wolfstein: Fördermittel von 3,7 Millionen von Kommune und Privatleuten abrufbar – Programm läuft bis 2030

Von Herwig Buntz

Erstes und dringendstes Projekt im Programm: Fördermittel für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes sind bereits genehmigt.

Erstes und dringendstes Projekt im Programm: Fördermittel für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes sind bereits genehmigt. ( Foto: m. hoffmann)

In wenigen Wochen startet das Stadterneuerungsprogramm für Wolfstein, das bis 2030 durchgeführt wird. Ziel ist ein Umbau des Stadtkerns, der attraktiver gestaltet werden soll. Die Stadt selbst ist mit drei Projekten beteiligt: dem Bahnhofsvorplatz, dem Spielplatz in der Schlossgasse und den „Brückengärten“ (wir berichteten).

Die letzte Stadtsanierung ist zwar erst vor etwa 30 Jahren begonnen worden, erklärt Bürgermeister Herwart Dilly, aber trotzdem besteht Handlungsbedarf: „Inzwischen stehen neue Baumaterialien zur Verfügung und es gibt andere Kriterien für eine Modernisierung von Gebäuden. Auch die Rechtsprechung hat sich geändert, zum Beispiel die Auflagen beim Brandschutz.“ Deshalb sei es sinnvoll, erneut mit einem Umbau zu beginnen

Bis zur Genehmigung war ein längerer bürokratischer Weg zurückzulegen. Zuerst musste ein grundsätzlicher Antrag gestellt und genehmigt werden, der auch das Sanierungsgebiet festlegt. Es umfasst einen Teil der Bahnhofstraße, das Gebiet innerhalb des Rings mit der Enggasse und Schlossgasse bis zur katholischen Kirche und die Hauptstraße bis zum ehemaligen Landgericht.

Der nächste Schritt war die Ausarbeitung einer Sanierungssatzung, die inzwischen abgeschlossen ist, und einer Gestaltungssatzung, die voraussichtlich in zwei Monaten fertig sein wird. Dabei arbeitet die Stadt mit dem Planungsbüro Hubert L. Deubert in Quirnbach zusammen. Vor Ort ist das Ingenieurbüro Bojak und Partner für die Planung und Umsetzung zuständig.

Dilly betont, dass die Bevölkerung von Anfang an eingebunden wurde. Dazu waren in der Auftaktveranstaltung im September 2017 drei Arbeitsgruppen gebildet worden, die sich zu den Themen „Handel/Bahnhofsumfeld/Stadtgestalt“, „Parken/ Grünanlage/Verkehr“ und „Jugend/ Senioren“ Gedanken machen und Vorschläge erarbeiten sollten. Inzwischen haben sich zehn Wolfsteiner Bürger bereit erklärt, aktiv mitzuarbeiten.

Die Maßnahmen gehen in zwei Richtungen: Erstens können Eigentümer von Häusern, die in dem ausgewiesenen Gebiet stehen, Zuschüsse für eine private Sanierung beantragen. Dabei ist an eine „Ertüchtigung“ der Gebäude gedacht, bei der möglichst viel Bausubstanz erhalten bleibt, aber zum Beispiel Fenster oder Dacheindeckungen erneuert werden.

Zweitens ist die Stadt Wolfstein selbst mit drei Projekten am Umbau beteiligt. Der Schwerpunkt ist die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Die sei dringend erforderlich, weiß Dilly. Die Wolfsteiner Bürger hätten sich zwar an den Anblick gewöhnt, aber Besucher seien immer wieder enttäuscht, wie wenig ansprechend das Gelände an dem „ausgezeichneten Wanderbahnhof“ ist. Außerdem fehle notwendige Infrastruktur.

Die beiden alten Linden sollen bleiben und nach einem Pflegeschnitt bei Bedarf für zwei neue Bänke Schatten spenden können. Ein Großteil des Platzes wird begrünt. Am Rand sind 13 Parkplätze vorgesehen, zwei davon behindertengerecht. Dazu wird es eine Ladestation für Elektroautos geben. Auch eine behindertengerechte Bushaltestelle soll entstehen.

Besonders wichtig war der Stadt, den Schuppen zu erhalten und zu ertüchtigen, der früher den Bewohnern des Bahnhofs als „Ökonomiegebäude“ diente. In das erhaltenswerte historische Gebäude kommen Toiletten, ein Raum für Schließfächer und ein weiterer abschließbarer Raum zum Unterstellen von Fahrrädern. Hier wird es eine Ladestation für E-Bikes geben.

In der Schlossgasse ist eine komplett neue Anlage des Spielplatzes vorgesehen, der zum Beispiel die neuen Richtlinien für die Fallschutzräume unter den Geräten berücksichtigt. Geplant sind ein Kletterhaus, Schaukeln und eine Hangrutsche. Die beliebten Wasserspiele, die von einem Brunnen gespeist werden, sollen erneuert werden.

Für die Nutzung des Geländes an der Kuhbrücke gibt es einige Ideen, die im Laufe des Jahres verwirklicht werden sollen: Der Fuß- und Radweg auf der rechten Lauterseite soll erneuert werden. Der freie Platz auf der linken Seite wird durch den Abriss eines Hauses vergrößert. Geplant ist eine neue Anlage, die vielleicht als Festplatz genutzt werden kann. Ein Fußweg durch die Schrebergärten soll ihn mit der Hauptstraße verbinden.

Der Fördermittelbedarf ist auf 3,7 Millionen Euro begrenzt. Der Bahnhofsvorplatz und der Spielplatz werden zusammen etwa 350.000 Euro kosten. Dafür sind bereits Fördermittel genehmigt.

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