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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Landkreis Kusel

Prozess: Anklage wirft Verabredung zum Totschlag vor

Von Michael Böhm

«Kaiserslautern.» Wegen Verabredung zum Totschlag, versuchter räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung stehen drei Männer im Alter von 49, 22 und 19 Jahren vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, einen Mann überfallen und mit einem Messer verletzt haben.

Am Anfang stand wohl ein Streit um Geld. Im Frühling 2017 hatte ein 49-jähriger Iraner ein Lebensmittelgeschäft in Düsseldorf eröffnet. Einen Teil des Startkapitals – laut Staatsanwaltschaft rund 67.000 Euro – hatte ihm sein Onkel in mehreren Raten zur Verfügung gestellt. Der Onkel arbeitet seit Jahren als Kaufmann in Kaiserslautern. Das Geld stamme, so der Düsseldorfer, aus dem Verkauf seines Hauses im Iran vor seiner Flucht.

Den Verkaufserlös von gut 120.000 Euro habe der 45-jährige Kaufmann aus Lautern quasi treuhänderisch verwaltet. Doch habe der sich plötzlich geweigert, weitere Zahlungen an den Lebensmittelhändler im Rheinland zu leisten. Daraufhin sei es zu Wortwechseln, später zum Zerwürfnis gekommen. Im Juli 2018 habe der Düsseldorfer beschlossen, die Sache persönlich mit dem Onkel zu klären.

Bei der Reise hatte der 49-Jährige zwei Männer von 19 und 22 Jahren als Begleiter. Sie hatten nach eigenen Angaben den Händler erst kurz vorher kennengelernt, weil er ihnen eine Anstellung in Aussicht gestellt habe. Bis dahin hatten die beiden außer Asylanträge stellen und Deutschkurs besuchen in Deutschland noch keine Schritte unternommen. Ob der 49-Jährige das Duo über das Motiv seiner Fahrt unterrichtete, blieb nebulös. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Trio mit einer Schusswaffe, Pfefferspray und einem Messer ausgestattet war, als es am Abend des 26. Juli in Kaiserslautern ankam. Für diesen Tag war offenbar das klärende Gespräch auf dem Stiftsplatz vereinbart.

Aber die Verwandten trauten sich nicht recht: Der Düsseldorfer blieb im Auto und ließ die Begleiter zum Treffpunkt gehen. Der 45-jährige hatte einen Mitarbeiter seines Geschäfts geschickt – den Sohn des Düsseldorfer Neffen. Und jener trug bei dem Treffen eine Stichverletzung in Höhe der Hüfte davon, ein Kontrahent wurde mit Reizgas besprüht. Die Polizei verhaftete daraufhin die Düsseldorfer.

Die Angeklagten behaupteten nun vor Gericht, die Eskalation sei „auf keinen Fall beabsichtigt“ gewesen, man habe schlichten wollen. Der Lauterer Kaufmann verweigerte jede Aussage. Die Verhandlung wird am 25. Januar, 9 Uhr, fortgesetzt.

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