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Montag, 27. August 2018 Drucken

Kusel

Lauterecken: Veldenz-Schloss nach Renovierung feierlich eingeweiht

Von Dietmar Fligg

Der „Graf von Veldenz“, Gilbert Haufs-Brusberg (Dritter von links), ritt mit seinen Rittern und Gefolge zum Festakt in der Stadt ein.

Der „Graf von Veldenz“, Gilbert Haufs-Brusberg (Dritter von links), ritt mit seinen Rittern und Gefolge zum Festakt in der Stadt ein. ( Fotos: m. hoffmann)

Der Festakt zur Einweihung des Schlosses im Grafensaal wurde von einem Streichensemble der Musikantenland-Musikschule eröffnet.

Der Festakt zur Einweihung des Schlosses im Grafensaal wurde von einem Streichensemble der Musikantenland-Musikschule eröffnet. (Foto: Hoffmann)

Im Beisein von 200 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft und zahlreichen Besuchern feierte die Stadt Lauterecken am Freitagabend die Einweihung des restaurierten Veldenz-Schlosses im und vor dem historischen Gebäude. Außerdem feierte die Stadt am Samstag die Verleihung der Stadtrechte von vor 675 Jahren, und gestern beging der Förderverein Pfalz-Veldenz in Lauterecken den Veldenztag.

Pünktlich um 18 Uhr zog am Freitagabend der „Graf von Veldenz“, Gilbert Haufs-Brusberg, Eigner der Burg Veldenz an der Mosel, mit seiner Ritterschaft auf dem Veldenzplatz ein, um Lauterecken die Ehre zu erweisen. Allerdings mussten sich die Ritter noch gute 20 Minuten gedulden, bis auch Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer ihnen die Ehre erwies, sie zu empfangen. Mit seinen drei Rittern und Gefolge hatte sich Haufs-Brusberg drei Tage zuvor und zu Pferd von Veldenz auf nach Lauterecken gemacht – „30 Kilometer pro Tag sind wir geritten“, erzählte er den Gästen beim Festakt.

 

Mit seiner allseits bekannten – und durchaus erwarteten – Begrüßungsfloskel „Schön, dass Sie da sind“, hieß Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer die Gäste kurz nach 19 Uhr im Grafensaal des Schlosses willkommen. Die Gäste hatten sich zwischenzeitlich davon überzeugen können, dass die Renovierung des Schlosses samt Hof „bis auf ein paar Kleinigkeiten“, wie Steinhauer sagte, abgeschlossen und gelungen ist. Steinhauer bezeichnete die Sanierung als eine „historische Mammutaufgabe“, die viel „Durchhaltevermögen“ erfordert habe. Er unterstrich die historische Bedeutung der Grafen von Veldenz, die auch mit Kaiserin Sissy verwandt gewesen seien. Nunmehr sei die Wiederherstellung vollbracht, und das Schloss stelle einen attraktiven Anziehungspunkt für Touristen dar in Rheinland-Pfalz, dem Land der Schlösser und Burgen.

Vehement Zuschüsse verkauft

 

Landrat Otto Rubly erinnerte an die ungezählten Gespräche, die notwendig gewesen seien, um die Finanzierung des Projektes sicherzustellen. Nachdem der Rechnungshof die ursprünglichen Pläne, im Schloss ein Bistro und ein Museum samt eines Instituts für deutsch-französische Geschichte unterzubringen, kritisiert und ein neues Nutzungskonzept gefordert hatte, war die Finanzierung ins Wanken geraten. Das Konzept wurde geändert, und Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer und sein fürs Schloss zuständiger Erster Beigeordneter Günter Lüers forderten vehement Zuschüsse vom Land, um die Sanierung zu Ende führen zu können. In diesem Zusammenhang erwähnte Rubly auch die von Lüers und Steinhauer initiierten Schweigemärsche rund um das Schloss.

 

Für Verbandsbürgermeister Andreas Müller bringt die Fertigstellung des Schlosses samt Turm und Hof eine „erhebliche Aufwertung für den Tourismus und für das allgemeine Leben“ für die Stadt. Er rief noch einmal einige wichtige Daten zur Schlosssanierung in Erinnerung, die eines der Projekte im Rahmen der „Stadtsanierung“ war und mit öffentlichen Mitteln gefördert worden war.

"Mehr Lebensqualität durch renoviertes Schloss"

 

Dorothea Siedow (FWG), die stellvertretend für den Stadtrat ans Rednerpult trat, erinnerte ebenfalls an die Einwände des Rechnungshofs, wonach das Projekt „zu scheitern drohte“. Man danke allen politischen Kräften, die sich anschließend für eine weitere Bezuschussung eingesetzt hätten, sagte Siedow. Um die Kosten im Rahmen zu halten, habe es sich der Stadtrat nicht leicht gemacht und wiederholt Ausschreibungen neu angesetzt. Im Schlosshof werde noch eine Skulptur des Lauterecker Löwen, angefertigt vom Lauterecker Bildhauer Heinrich Hausmann und finanziert von der örtlichen Volksbank, installiert, kündigte Siedow an. Auch die Kreissparkasse unterstützt die Stadt mit einer Spende. Wie Vorstandsvorsitzender Helmut Käfer sagte, sei man der Stadt seit Jahren verbunden, die durch das renovierte Schloss nun noch mehr Lebensqualität biete.

 

Stefan Spitzer, Vorsitzender des Fördervereins Pfalz-Veldenz, nannte das Ende der Sanierung „ein Ereignis von historischer Bedeutung“. In Zeiten knapper Kassen sei es dennoch richtig gewesen, das Schloss zu sanieren. So sieht es auch Gilbert Haufs-Brusberg, Besitzer des Schlosses Veldenz an der Mosel, der der Stadt seit Jahren herzlich verbunden ist. Lauterecken sei eine „feine Residenzstadt mit tollen Persönlichkeiten“, die den Mut aufgebracht hätten, dieses Schloss zu sanieren und damit zu erhalten.

Bild überreicht

 

Der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Thomas Linnertz, der in Vertretung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer anwesend war, sagte, hier sei die Tradition in die Moderne überführt worden, was die Innenstadt attraktiv mache. Dazu habe es einen langen Atem gebraucht.

 

Beigeordneter Günter Lüers erinnerte an die kommunalpolitischen Wegbereiter der Innenstadt-und Schlosssanierung: Edwin Steinhauer, Rolf-Dieter Suffel und Heinrich Steinhauer. Der Maler Günter Baus überreichte Lüers ein Bild, das Anna von Schweden mit Georg Johann zeigt.

 

Den Schlüssel übergab Architekt Peter Cappel. Einen musikalischen Beitrag steuerte der Männerchor der Chorgemeinschaft Lauterecken-Heinzenhausen unter der Leitung von Maria Wagner-Herzer bei.

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