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Kusel

Kusel: Umstrukturierung von Revieren vertagt

Von Susanne Cahn

Wie geht es mit dem Holzverkauf weiter? Das ist im Moment unsicher. Unser Bild zeigt eine Versteigerung.

Wie geht es mit dem Holzverkauf weiter? Das ist im Moment unsicher. Unser Bild zeigt eine Versteigerung. ( Foto: m. hoffmann)

Eine Strukturreform im Kuseler Forstamt wird es in diesem Jahr wohl nicht geben. Die angekündigte Umstrukturierung von Revieren werde vertagt, sagte Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Im Fokus stehe vielmehr die Situation nach dem Kartellrechtsverfahren zur gemeinsamen Holzvermarktung in Baden-Württemberg.

„Die Situation hat sich durch das Verfahren komplett geändert. Das Land darf nicht mehr für die Gemeinden Holz verkaufen“, erläutert Kleinhempel. Wie berichtet, hatte das Düsseldorfer Oberlandesgericht im März entschieden, dass die langjährige Praxis von zentral zuständigen Förstern gegen europäisches Kartellrecht verstößt. Damit gab das Gericht dem Bundeskartellamt Recht, das mangelnden Wettbewerb moniert hatte. Eine endgültige Klärung durch den Bundesgerichtshof steht noch aus.

Zukunft der Holzvermarktung noch unklar

Dass Kommunen und private Waldbesitzer ab 2019 ihr Holz selbst vermarkten müssen und nicht mehr die Gemeinschaftsforstämter nutzen können, sorgt bei den Gemeinden aktuell für Verunsicherung, registriert Kleinhempel. Schließlich stammten etwa drei Viertel des Holzes aus den Kommunen. Aktuell befasse sich eine Arbeitsgruppe aus Waldbesitzerverband, Gemeinde- und Städtebund sowie Landesforsten mit dem Szenario. Kleinhempel geht davon aus, dass es im Land fünf Holzverkaufszentren geben wird, „eines davon wohl in der Pfalz“. Die Forstamtsleiterin räumt ein, dass beim Übergang „Reibungsverluste“ entstehen könnten. Das Zeitfenster bis 2019 sei zudem knapp. „Wir werden die Kommunen aber nicht im Regen stehen lassen“, kündigt sie an. Sie ist überzeugt, dass die Vorgaben erfolgreich umgesetzt werden können. Dabei sei es allerdings wichtig, dass das Gemeinschaftsforstamt erhalten bleibe: „Die Strukturen haben sich bewährt.“

Strukturreform vertagt

Die weitreichenden Folgen des Kartellrechtsverfahrens sind auch der Grund, warum das Thema interner Strukturveränderungen im Forstamt Kusel vertagt wird. „Wir brauchen zunächst Sicherheit, wie es in den nächsten Jahren mit der Holzvermarktung weitergeht“, argumentiert Kleinhempel. Die 54-Jährige hatte vor einem Jahr die Leitung des Forstamtes übernommen und ist im Kreis Kusel zuständig für neun Reviere mit rund 16.500 Hektar Wald. Rund 30 Mitarbeiter gibt es im Forstamt, davon werden drei im aktuellen Jahr in den Ruhestand wechseln. Darunter sind nach Kleinhempels Angaben ein Gebietsförster, Helmut Geid vom Forstrevier Glan und eine Angestellte. Vom Ruhestand „betroffen“ sei auch der Förster und Waldpädagoge Werner Lamneck. Er habe aber eine Verlängerung für ein Jahr beantragt. Bis auf zwei junge Förster seien die meisten Mitte 50 und darüber, schildert Kleinhempel.

Ein wichtiges Thema im Forstamt ist auch der Klimawandel. Dessen Folgen sind bereits deutlich spürbar. „Wir werden die Fichte verlieren“, bedauert die Forstamtsleiterin. Vor allem im südlichen Staatswald hätten Borkenkäfer die Nadelbäume stark angegriffen. Lange Trockenphasen führten zu weiteren Ausfällen. Insgesamt bescheinigt sie einem Wald mit großer Artenvielfalt bessere Chancen, Umweltprobleme zu bestehen, als etwa eine Monokultur.

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