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Donnerstag, 24. Januar 2019 Drucken

Kusel

Kusel: Ist die Kaserne bald wieder Kaserne?

Heeresinstandsetzungslogistik GmbH will Technik-Flächen mieten – Verteidigungsministerium prüft Reaktivierung

Von Wolfgang Pfeiffer

Gustav Herzog (rechts) und sein Fraktionskollege Thomas Hitschler wollen sich für die Reaktivierung der Kaserne stark machen. Links: Oberst Erwin Mattes vom Landeskommando.

Gustav Herzog (rechts) und sein Fraktionskollege Thomas Hitschler wollen sich für die Reaktivierung der Kaserne stark machen. Links: Oberst Erwin Mattes vom Landeskommando. ( Foto: Sayer)

Gestern zwar nur ein Randthema, aber Landrat Otto Rubly brachte es dennoch zur Sprache: Auf dem ehemaligen Exerzierplatz möchte er den Rettungshubschrauber für die Westpfalz stationiert sehen.

Gestern zwar nur ein Randthema, aber Landrat Otto Rubly brachte es dennoch zur Sprache: Auf dem ehemaligen Exerzierplatz möchte er den Rettungshubschrauber für die Westpfalz stationiert sehen. ( Foto: Sayer)

Was vor zwei, drei Jahren kaum einer für möglich gehalten hat, rückt in greifbare Nähe. Die ehemalige Kuseler Kaserne wird – mindestens teilweise – wieder militärisch genutzt. Die Heeresin-standsetzungslogistik (HIL) will den technischen Bereich des Areals ab Jahresende für rund zehn Jahre als Ausweichquartier nutzen. Und ob die Kaserne als Ganzes wieder in Dienst gestellt wird, das wird sich bis Jahresende entscheiden. So lange läuft eine Prüfung, die das Verteidigungsministerium gestartet hat. Zudem könnte der Rettungshubschrauber für die Westpfalz hier stationiert werden.

Ganz konkret sind die Pläne der HIL, einer 100-prozentigen Tochter des Verteidigungsministeriums, die einen Gutteil des Kasernengeländes schon zu jenen Zeiten genutzt hatte, als die Bundeswehr noch auf dem Windhof war. Nun braucht sie für die Dauer von zehn Jahren eine Ausweichfläche, damit an ihrem Standort Idar-Oberstein durch Umbauten die notwendige Struktur geschaffen werden kann. An zwei Hallen – eine in gutem, die andere in weniger gutem Zustand – sowie dem Bremsen-Test-Stand ist sie interessiert, wird aber aus Sicherheitsgründen vermutlich den gesamten technischen Bereich der Kaserne mieten.

In Kürze werde die Untersuchung über die Eignung fertiggestellt sein, danach arbeite man mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über einen Mietvertrag, sagte der beim Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Wiesbaden zuständige Oberstleutnant, Steffen Rahn, bei einem Ortstermin. Den hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog anberaumt, um seinem Fraktionskollegen Thomas Hitschler, Mitglied im Verteidigungsausschuss, die Kaserne zu zeigen und ans Herz zu legen für den Moment, da darüber entschieden wird, welche Kasernen wieder in Dienst gestellt werden sollen.

Prüfung bis Jahresende

Wie Rahn im Gespräch mit der RHEINPFALZ mitteilte, lässt das Verteidigungsministerium derzeit zwischen 50 und 70 ehemals militärische Liegenschaften überprüfen. Zwischen 15 und 25 sollen wieder in Dienst gestellt werden, damit die Bundeswehr, wie vorgesehen, um 15.000 Soldaten wachsen soll. Bis Jahresende soll diese Prüfung abgeschlossen sein. Dass die Ergebnisse schon im Oktober vorliegen werden, wie die RHEINPFALZ erfahren hat, konnte er nicht bestätigen. Je nach Entscheidung muss dann mit dem Land über das Flüchtlingscamp verhandelt werden, das am Mittwoch über die Aufsichtsdirektion Trier ebenfalls vertreten war.

Rahn informierte die Politiker, Behördenvertreter und Kommunalpolitiker auch darüber, dass, sollte Kusel reaktiviert werden, vermutlich eine Generalsanierung kommen werde. Eventuell seien auch Neubauten nötig. Die Kaserne mit ihren Mehrbettzimmern entspreche nicht mehr modernen Standards. An diesen Sanierungskosten – im Gespräch waren 75 bis 80 Millionen Euro – war der Weiterbetrieb der Kaserne vor einigen Jahren gescheitert und hatte zum Abzug der Bundeswehr geführt.

Rubly kritisiert auch das Land

Während Herzog für den Termin vor allem die Reaktivierung der Kaserne auf der Agenda gehabt hatte, habe sich noch die Entscheidung in Sachen HIL ergeben. Die hatte Landrat Otto Rubly forciert, der am Mittwoch energisch forderte, es müsse endlich Entscheidungen geben, damit man wisse, wie es mit der Kaserne langfristig weitergehe. „Sonst stehen wir wie nach dem Bundeswehrabzug vor dem Nichts“, sagte er und kritisierte auch das Land, das „Kusel damals allein gelassen hat“.

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